Norwegen-Trainer Magnus Brevig spricht erstmals über den Skisprung-Skandal: "Bereuen Anzug-Manipulation wie die Hunde"
Der Eklat um die Manipulationen des norwegischen Skisprung-Teams bei der WM in Trondheim schlägt hohe Wellen. Am Tag nach den Titelkämpfen hat sich der Mann an die Öffentlichkeit gewandt, der im Zentrum des Skandals steht: Magnus Brevig. Er habe die Entscheidung nicht alleine getroffen, aber "ich hätte es als Cheftrainer auf jeden Fall verhindern müssen", sagte der suspendierte Coach.
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Quelle: Eurosport
Ernst und gefasst stellte sich Magnus Brevig am Montag in Oslo vor dem Gebäude des norwegischen Skiverbandes im Ullevaal-Stadion den Fragen der Presse.
"Es waren mehrere von uns, die die Entscheidung getroffen haben - aber ich hätte es als Cheftrainer auf jeden Fall verhindern müssen", gab sich der 41-Jährige reumütig: "Wir bereuen es wie die Hunde, und es tut mir furchtbar leid, dass das passiert ist."
Nach Informationen des staatlichen norwegischen TV-Senders "NRK" soll Brevig zusammen mit Assistenztrainer Thomas Lobben und Servicetechniker Adrian Livelten die Manipulation eingefädelt haben.
Die Anzüge seien "so manipuliert oder verändert worden, dass sie gegen die Vorschriften verstoßen. Das ist eine vorsätzliche Handlung, ergo ist es Betrug", gab Brevig zu. Man sei in der "Weltcup-Blase geschwindigkeitsblind" geworden und "weit über das Ziel hinausgeschossen".
Interimscoach Norcic: "War kurz davor, aufzuhören"
Nach der Suspendierung des Chefcoaches übernimmt Bine Norcic, einer der bisherigen Assistenztrainer, interimsweise das Amt von Brevig. Ganz wohl in seiner Haut ist dem Slowenen aber nicht.
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"Ich war kurz davor, aufzuhören, aber meine Sportler haben mich gebeten, nach Oslo zu reisen", sagte Norcic dem slowenischen Nachrichtenportal "Siol.net". Er überlege, ob er wirklich weitermachen wolle. "Es ist eine schwierige Situation, die nicht nur für das norwegische Skispringen, sondern für den Sport im Allgemeinen große Folgen haben könnte", so Norcic.
Läuft der Betrug schon länger? Brevig sagt nein
Brevig beantwortete indes eine der brisantesten Frage, die weiterhin im Raum steht. "Es ist das erste Mal, dass es geschehen ist", betonte Brevig. Ausgeräumt sind die Befürchtungen, wonach die Manipulationen im norwegischen Team System haben und bereits länger laufen, damit freilich nicht.
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Derweil hat sich auch Adrian Livelten öffentlich zu Wort gemeldet. Jener Mann also, der in seiner Funktion als Anzugsschneider der Mannschaft auf dem kompromittierenden Video zu sehen ist, das die Lawine ins Rollen brachte.
"Ich möchte mich bei Marius (Lindvik, Anm. d. Red.) und Johann (André Forfang, Anm. d. Red.) für die Situation entschuldigen, in die sie ohne eigenes Verschulden geraten sind", so Livelten. Vor allem für Lindvik hatte der Skandal Folgen. Der 26-Jährige wurde nach dem vermeintlichen Gewinn der Silbermedaille von der Großschanze disqualifiziert.
Lindvik und Forfang ohne Kenntnis? Schmitt zweifelt
An der Darstellung des norwegischen Skiverbandes, dass die Springer keinerlei Kenntnis der Manipulation hatten, gibt es allerdings Zweifel. Er "glaube nicht, dass Lindvik und Forfang als Weltklasse-Springer Änderungen im Spannungsverhalten ihres Anzuges nicht bemerken. Die Argumentation ist insgesamt sehr schwach", urteilte etwa Eurosport-Experte Martin Schmitt.
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Der Internationale Skiverband (FIS) wird die Causa weiterverfolgen und unter die Lupe nehmen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass noch mehr unschöne Details zutage treten.
Welchen Lauf die Dinge fortan auch nehmen mögen, für Livelten ist klar: "Was wir mit den Anzügen gemacht haben, hätte nie passieren dürfen. Es ist eine Aktion, die ich für den Rest meines Lebens bereuen werde."
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