Anzug-Skandal im Skispringen: Norwegen suspendiert Trainer Magnus Brevig - Verband begrüßt FIS-Untersuchungen
Update 11/03/2025 um 10:32 GMT+1 Uhr
Der norwegische Skiverband hat eine erste Konsequenz aus dem Anzug-Skandal rund um seine Skispringer bei der Nordischen Ski-WM in Trondheim gezogen. Trainer Magnus Brevig und Servicetechniker Adrian Livelten wurden mit sofortiger Wirkung suspendiert. Die Trennung wurde in einer Pressemitteilung am Montagnachmittag bestätigt. "Wir nehmen diesen Fall sehr ernst", wurde Stine Korsen zitiert.
Norwegens Sportchef Aalbu: "Wir haben bewusst betrogen"
Quelle: Eurosport
Die Vorsitzende des Skisprungkomitees will sich den anstehenden Untersuchungen seitens des Weltverbandes FIS nicht in den Weg stellen.
"Wir erkennen an, dass die Ausrüstung unter Verletzung der FIS-Regularien absichtlich manipuliert wurde, um sich einen Vorteil im Wettbewerb zu verschaffen. Deshalb begrüßen wir die FIS-Untersuchung", so Korsen weiter.
"Es waren mehrere von uns, die die Entscheidung getroffen haben - aber ich hätte es als Cheftrainer auf jeden Fall verhindern müssen", erklärte Brevig in einer ersten Stellungnahme vor Pressevertrtern in Oslo. "Es tut mir furchtbar leid, dass das passiert ist."
Die Suspendierung von Brevig und Livelten sei unvermeidbar gewesen. Der Verband bat jedoch um den Schutz der Privatsphäre der beiden. "Es wurde gestern angekündigt, dass der Fall Konsequenzen haben wird, und das hat er jetzt", meinte Ola Keul, Generalsekretär des norwegischen Skiverbandes. "Gleichzeitig müssen wir uns in einer Krise um unsere Mitarbeiter kümmern und erwarten menschliche Rücksichtnahme."
Eurosport-Experte Werner Schuster hatte eine derartige Konsequenz im exklusiven Interview gefordert. Laut dem ehemaligen Bundestrainer müsse sich jedoch auch die FIS hinterfragen.
Assistent übernimmt vorerst die Verantwortung
Sowohl Brevik als auch Livelten hätten der Entscheidung zugestimmt. Dies bedeute, dass sie "bis auf Weiteres" nicht für den norwegischen Skiverband tätig sein werden. Nach Abschluss der Ermittlungen des Verbandes sowie der FIS werde man "eine endgültige Stellungnahme" zu Brevik und Livelten abgeben.
Der frühere slowenische Weltcupspringer Bine Norcic, seit 2022 Assistenzcoach der Norweger, übernimmt vorerst die Verantwortung.
Am Samstag war der Skandal nach Bekanntwerden von belastenden Videoaufnahmen ins Rollen gekommen, am Sonntag hatte der norwegische Sportdirektor Jan-Erik Aalbu den Betrug zugegeben.
Er selbst und die betroffenen norwegischen Springer um Marius Lindvik, Weltmeister von der Normalschanze, seien über die Manipulation der Sprunganzüge nicht informiert gewesen, betonte er. Aalbu wurde vom Verband am Montag ausdrücklich das Vertrauen ausgesprochen.
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Quelle: Eurosport
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