Nordische Ski-WM - Martin Schmitt exklusiv zu Umgang mit Frauen-Skispringen und dessen Förderung: "Beigeschmack bleibt"

Die ungleiche Wertschätzung zwischen Herren- und Damen-Skispringen sorgte zuletzt erneut für Diskussionen. Selina Freitag kritisierte, dass sie für ihren Gewinn der Qualifikation in Garmisch-Partenkirchen kein Preisgeld erhalten hatte. Bei den Herren kassierte der Sieger dagegen über 3000 Euro. Eurosport-Experte Martin Schmitt kann die Kritik der Frauen verstehen und hat einen Vorschlag.

Schmitt zu Ungleichheit im Damen-Skispringen: "Sehr komplex"

Quelle: Eurosport

"Der erste Schritt wäre, die Vierschanzentournee als Leuchtturm-Veranstaltung zu installieren, mit Frauen und Männern zur gleichen Zeit am gleichen Ort. Denn das Bild, das transportiert werden muss, ist der tolle Sport, den auch die Damen zeigen", erklärte der 47-Jährige im Gespräch mit Eurosport.
Die Leistungen müssten "in einem vollen Stadion mit der gleichen Atmosphäre wie bei den Männern gewürdigt werden. Dann wird es sich weiter entwickeln und steigert für weitere Veranstaltungen das Zuschauer-, Medien- und Sponsoreninteresse."
Dies sei für die Finanzierung notwendig. Er sei sich zudem sicher, dass man sich auch bei der FIS wünsche, "das Frauen-Skispringen auf dem höchsten Niveau möglichst auf dem gleichen Level mit den Männern" zu haben. Nach dem "Shampoo-Gate" während der Two-Nights-Tour hatte der Weltverband zugegeben, dass man sich der Ungleichheit bewusst sei und die Lücke schließen wolle.
Ein vergleichbares Preisgeld bleibt somit das Ziel. "Es muss aber auch finanziert werden. Das ist die andere Seite", meinte Schmitt: "Wenn es der Veranstalter nicht finanzieren kann, ist es schwierig, ein Preisgeld zu zahlen. Die Thematik ist sehr komplex. Alle Beteiligten versuchen das Beste."
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Schmitt kann Kritik der Damen nachvollziehen

Aktuell erhalten die Skispringerinnen bei einem Weltcupsieg 4300 Franken (ca. 4570 Euro), die Herren verdienen mehr als drei Mal so viel (13.000 Franken, ca. 13.820 Euro).
Der Eurosport-Experte versteht daher die Kritik: "Dann bleibt am Ende ein Beigeschmack in der Berichterstattung. Das ist schade. Grundsätzlich ist man auf einem guten Weg. Gewisse Dinge brauchen etwas Zeit."
Man müsse die Sportlerinnen in ihrer Situation verstehen: "Sie bringen ihre Leistung und hoffen, dass es entsprechend anerkannt wird. (...) Selina hat es in die öffentliche Diskussion und noch mehr ins Bewusstsein gebracht. Jetzt wissen alle Beteiligten, dass es wirklich höchste Eisenbahn ist."
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Schmitt zu Gast in der größten Kathedrale Norwegens

Quelle: Eurosport


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