Skispringen: Karl Geiger läuft die Zeit davon - nach nächster Enttäuschung in Sapporp droht das Olympia-Aus

Schneetreiben und viele Fragezeichen im DSV-Team: Für Karl Geiger geht beim Weltcup in Zakopane weiter nichts. Fünf Tage nach der Vierschanzentournee verpasste der Ex-Weltmeister als 31. erneut den zweiten Durchgang und sprach anschließend offen über seinen Frust. Langsam läuft dem fünfmaligen Weltmeister im Hinblick auf die noch ausstehende Olympia-Norm die Zeit davon.

Highlights: Lanisek springt aus Prevcs Schatten

Quelle: Eurosport

Karl Geiger stand dick eingepackt im wilden Schneetreiben und glühte vor Zorn. Als beim Party-Weltcup in Zakopane die Topleute um den Sieg kämpften, war der formschwache Ex-Weltmeister wieder in der Zuschauerrolle. "Ich bin einfach nur sauer und frustriert", sagte Geiger in der "ARD".
Fünf Tage nach dem Ende der Vierschanzentournee scheiterte sein Angriff auf die Olympia-Norm kläglich: "Irgendwie muss ich das abhaken und mich beruhigen." Der gute Platz neun für Teamkollege Pius Paschke half ihm dabei ein wenig.
Seit Ende November wartet der fünfmalige Weltmeister auf ein Top-30-Ergebnis, steht genau seit 43 Tagen ohne Weltcuppunkte da. Das Problem: Langsam läuft ihm im Hinblick auf die Olympischen Spiele im Februar die Zeit davon.
Der 32-Jährige ist aktuell der einzige Springer im deutschen Kader, der die Norm für die Teilnahme noch nicht geschafft hat. Um doch noch dabei zu sein, benötigt er entweder ein Ergebnis unter den besten acht oder zwei unter den besten 15. Dafür bleiben ihm vor der Nominierungs-Deadline nun nur noch die zwei Springen am kommenden Wochenende in Sapporo.

Deutschlands zweiter Anzug sitzt nicht

Dabei hatte Geiger vor dem Wettkampf wieder Hoffnung geschöpft: "Es waren schon positive Dinge dabei, in ein paar Sprüngen ging es deutlich in die richtige Richtung", sagte der fünfmalige Skisprung-Weltmeister: "Auch im Probedurchgang war ich deutlich besser platziert, da wäre das Finale gar kein Thema gewesen."
Im Wettkampf verpasste der dieses als 31. jedoch erneut. Andreas Wellinger als 22. war ebenfalls weit von den Besten um Tagessieger Anze Lanisek entfernt: In Abwesenheit der angeschlagenen Topleute Felix Hoffmann und Philipp Raimund hat nun auch das deutsche Team eine Anzug-Diskussion erfasst: der zweite sitzt mit Ausnahme Paschkes nämlich nicht.
"Es ist im Moment ein Kampfspringen", sagte Paschke, der mit einem starken zweiten Durchgang für einen doch noch etwas versöhnlichen Abschluss der Polen-Reise sorgte.
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Lichtblick bei Schneefall: Paschke springt in die Top Ten

Quelle: Eurosport

Horngacher vor Skiflug-WM unter Druck

Dennoch: Für Bundestrainer Stefan Horngacher werden die Aufgaben zwei Wochen vor der Skiflug-WM in Oberstdorf und dreieinhalb Wochen vor Olympia-Start nicht leichter. Bereits am Samstag hatten Geiger und Paschke mit Platz sechs im ab diesem Jahr olympischen "Super Team"-Wettbewerb enttäuscht.
Während der slowenische Tournee-Champion Domen Prevc bei widrigen Bedingungen nur Rang 27 belegte, holte Landsmann Lanisek mit Flügen auf 138,0 und 137,0 m (278,1 Punkte) seinen elften Weltcupsieg.
In Abwesenheit einiger Spitzenspringer - von den Top 10 im Weltcup fehlten sechs - landeten die Österreicher Jan Hörl (264,8) und Manuel Fettner (262,7) auf den weiteren Podestplätzen.

DSV kämpft mit Personalnot

"Man musste hier Glück haben. Insgesamt bin ich aber doch zufrieden", sagte Wellinger, der zuletzt achtmal in Folge den zweiten Durchgang verpasst hatte: "Weiter geht's!"
Zwei Startplätze ließ der DSV in Zakopane frei, auch das zeigt, wie dünn die Personaldecke derzeit im deutschen Team ist. Vor allem, wenn Hoffmann und Raimund fehlen. Der Gesamtsechste und -achte der am Dienstag zu Ende gegangenen Tournee fehlten in Zakopane.
Hoffmann plagt eine Reizung im Knie, Raimund hatte eine fiese Erkältung erwischt.

Hoffmann und Raimund weiter fraglich

"Das Knie vom Felix muss weiter behandelt werden. Philipp geht es leicht besser. Wir müssen von Tag zu Tag schauen", sagte Horngacher in Zakopane. Ob beide die Ochsentour zum Weltcup in Sapporo am kommenden Wochen antreten, ist offen.
Paschke und Wellinger werden wohl nicht nach Japan reisen - aus dem B-Team, das am Wochenende in Sapporo den Continental Cup bestritten hat, könnten Springer wie der dort am Sonntag drittplatzierte Ben Bayer aushelfen.
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(mit SID)
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Opfer der widrigen Bedingungen: Prevc verpasst die Top 25

Quelle: Eurosport


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