Robertson, der die WM 2010 gewann, ist kein Freund des Formats in Sheffield.
"Ich persönlich mag das Format nicht wirklich. Ich denke, es ist ziemlich veraltet und kann sehr fade sein. Ich bin oft dazu verleitet, mich zu sehr zu verzetteln und auf längere, hitzige Frames einzulassen", erklärte der 39-Jährige.
Bei der WM werden die mit Abstand längsten Distanzen im gesamten Jahr gespielt. Während in der ersten Runde zehn Frames für den Sieg nötig sind, wird im Finale auf 18 Gewinnframes gespielt.
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"Ich habe mir noch nie ein WM-Finale im Modus 'best of 35 Frames' von Anfang bis Ende angeschaut. Das macht wohl in der breiten Öffentlichkeit keiner. Die Fans schauen sich das Finale des Masters oder der UK Championship an, sie schauen sich die Weltmeisterschaft an, aber sie sind nie mit dem ganzen Spiel beschäftigt", machte Robertson klar.
"Aus Unterhaltungssicht ist die WM für mich eine Qual und ich das sage ich, als einer der besten Snookerspieler der Welt", fügte der Triple-Crown-Champion hinzu.

Neil Robertson mit schwacher WM-Bilanz

Der Mann aus Melbourne schlug stattdessen vor, die Matches entweder im Modus 'best of 19' oder 'best of 25' auszutragen.
"Man muss nicht über die ganz langen Distanzen spielen. Ich als Sportfan würde mir das nie ansehen. Es ist wie ein achttägiges Testspiel im Cricket, es ist einfach viel zu lang. Ich habe das Gefühl, dass wir eine Menge potenzieller Fans des Sports verlieren werden, wenn wir das nicht ändern", begründete Robertson seine Sorgen.

Neil Robertson scheiterte bei der WM 2021 bereits im Viertelfinale

Fotocredit: Getty Images

Bei der WM hat die Nummer vier der Welt nach seinem Erfolg 2010 für seine eigenen Ansprüche eine erschreckende Bilanz. Nur einmal schaffte er es in den vergangenen elf WM-Turnieren bis ins Halbfinale. Oftmals scheiterte Robertson früh.
"Es macht mir keinen Spaß, ein 'Best-of-33 oder Best-of-35-Match' zu spielen. Das liegt an mir persönlich, und ich habe wahrscheinlich in einigen Matches ein wenig die Konzentration verloren. Das muss ich ändern, und solange dieses Turnier so lang ist, muss ich mich darauf einstellen. Ich hätte gerne ein kürzeres Format, dann hätte ich wahrscheinlich noch ein paar Mal gewonnen", ist Robertson überzeugt.

Neil Robertson will das Crucible verlassen

Die Weltmeisterschaft wird seit 1977 jedes Jahr im Crucible Theatre von Sheffield ausgetragen und ist für die Snooker-Fans der Höhepunkt der Saison. Doch Robertson ist kein Fan der Zwei-Tisch-Konstellation, die dort bis zum Halbfinale praktiziert wird.
"Das ist der Punkt, an dem das Crucible wirklich schrecklich ist. Es ist ein fantastischer Spielort, wenn man im Halbfinale steht. Aber in dieser kleinen und kompakten Arena ist es aus Spielersicht kein guter Ort, um Snooker zu spielen. Auch wenn ich die Historie des Orts zu schätzen weiß", so der Australier.
Daher forderte der 39-Jährige sich vom Crucible zu entfernen. "Ich hätte nichts dagegen, wenn der Austragungsort gewechselt würde und die Halbfinal- und Finalspiele wieder im Crucible stattfinden würden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das passieren wird, aber ich würde es wahrscheinlich in Erwägung ziehen", schloss Robertson.
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