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Scherz oder Drohung? Judd Trump will beeindruckende Siegesserie fortsetzten
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Publiziert 04/11/2019 um 10:46 GMT+1 Uhr
Judd Trump hat wieder zugeschlagen. Nach seinem Sieg beim World Open hält er nun aktuell sechs Titel auf der Maintour - eine beeindruckende Bilanz. Sechs der 16 letzten Turniere, die er gespielt hat, hat er damit gewonnen. Dominanz ist ein großes Wort, aber er hat einmal mehr gezeigt, dass er derzeit das Maß aller Dinge ist und zurecht die Weltrangliste anführt - mittlerweile mit großem Vorsprung.
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Die Initialzündung für diese Erfolgsserie kam mit Trumps Triumph beim Northern Ireland Open vor einem Jahr, wo er in einem engen Finale Ronnie O’Sullivan mit 9:7 bezwang. Nach dem Finalsieg in Nordirland platzte der Knoten beim Engländer vollends. Seitdem hat er das Selbstbewusstsein, das ein echter Champion braucht.
Er ist kein Spieler mehr, der ab und an in einer guten Woche um den Turniersieg mitspielen kann. Er ist ein Champion geworden. Die Grundlage dafür hat er natürlich vorher selber gelegt - von selbst kommt das nicht.
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Trumps Arbeit macht sich bezahlt
Trump ist jetzt erheblich professioneller als zuvor, investiert deutlich mehr Arbeit. Das macht sich bezahlt (im wahrsten Sinn des Wortes). Seinen Bruder Jack als ständigen Betreuer und Motivator zu engagieren war eine goldene Idee. "Jack ist eine große Hilfe“, unterstrich er auch nach dem Sieg in Yushan im Interview mit "World Snooker". Wie viel sich für ihn geändert hat wurde auch deutlich, als er sagte:
Der nächste Schritt für Trump war der Triumph beim Masters. Ein Sieg bei einem Triple Crown Event ist sowieso immer ein wichtiger Schritt für jeden Spieler. Im Finale gewann er klar gegen O'Sullivan und fegte den fünffachen Weltmeister dabei förmlich vom Tisch.
Dass er einen O’Sullivan, zu dem er immer aufgeschaut hat, auf solch beeindruckende Art dominieren kann, das war eine neue und wichtige Erfahrung für Trump. Jene Erfahrung hat ihn noch einmal stärker gemacht.
WM-Titel bei vielen Spielern der Knackpunkt
Der WM-Triumph war dann der nächste Schritt. Im Crucible Theatre war er ja streckenweise, vor allem im Finale, unspielbar. Kein Gegner dieser Welt hätte gegen Trump in dieser Form etwas ausrichten können.
Viele Spieler hatten in dem Jahr nach ihrem ersten WM-Triumph mehr oder weniger große Probleme gehabt. Das war zum Beispiel auch bei Mark Selby so.
Der Grund ist klar: Man hat ein Lebensziel erreicht und muss sich erst einmal neue Ziele setzen. Außerdem ist man plötzlich sehr gefragt - all dies lenkt vom Snooker ab. Aber man braucht eben diese unbedingte Fokussierung auf den Sport, um dauerhaft erfolgreich zu sein.
Bei Trump sind derartige Probleme derzeit nicht zu beobachten. Klar: Auch er spielt nicht in jedem Turnier überragend. Das geht auch nicht. Aber er hat in dieser Saison schon zwei Turniere gewonnen. Er ist also nach wie vor eine Macht.
Trumps nächstes Ziel die UK Championship
Nach Yushan sei er gekommen, so gab er zu, um seine Form zu finden. Viel erwartet habe er nicht, nachdem er zuvor etwas aus der Spur geraten sei. In Top-Form war er nicht, aber er hat alle Anforderungen erfüllt und am Ende ein gutes Finale gespielt. Darauf kann er wieder aufbauen.
Er hat ein großes Ziel: Er will in diesem Jahr auch die UK Championship gewinnen. Damit würde er alle drei Triple-Crown-Titel zur gleichen Zeit halten.
Zeit zum Feiern, so meinte er, habe er nicht. Schließlich wolle er jetzt auch das Champion of Champions gewinnen. Und wenn er danach dann auch noch das Northern Ireland Open gewonnen habe, dann werde er feiern. War das jetzt ein Scherz? Oder war es eine Drohung?
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
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