"Es war mental nicht leicht, weil ich gewinnen musste, um ins Halbfinale zu kommen", erklärte Alexander Zverev nach der Partie. "Am Anfang gab es nicht viele Rallys und wenig Rhythmus." Das habe sich im zweiten Satz geändert, "von daher bin ich froh, in zwei Sätzen durchgekommen zu sein".
Zverev legte einen Traumstart hin und nahm Hurkacz gleich das erste Aufschlagspiel ab. Es waren nicht einmal zehn Minuten gespielt, da stand es dank eines Doppel-Breaks schon 3:0 für den 24-Jährigen.
"Er ist stabiler auf der Rückhand und macht mehr über die Vorhand. Da passt alles", lobte der dreifache Davis-Cup-Sieger Patrik Kühnen, der die Partie als TV-Experte für "Sky" begleitete.
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Hurkacz, hinter dessen Verfassung nach der Niederlage gegen Jannik Sinner ein Fragezeichen gestanden hatte, bekam im ersten Satz keinen Fuß auf den Boden.
Nach 26 Minuten brachte Zverev das Spiel zum 6:2 durch. Die Zahlen sprachen Bände: Bei den Winnern führte der Favorit zu diesem Zeitpunkt mit 12:4, dafür leistete sich Hurkacz dreimal so viele unforced errors (9:3).

Hurkacz mit klarer Steigerung in Satz zwei

Der Pole reagierte auf die Chancenlosigkeit und fand mit dem nun deutlich verbesserten Aufschlagspiel besser in die Partie.
Hurkacz gelang es beim Service, die Ballwechsel selbst zu bestimmen, was sich umgehend auf der Ergebnistafel niederschlug. Bis zum Stand von 4:4 war im zweiten Satz alles offen.

Die besten Szenen: Zverev spielt seine Klasse gegen Hurkacz aus

Und auch beim Return traute sich der Weltranglistenneunte mehr zu. Hurkacz stand weiter im Feld und baute vor allem Druck auf, wenn Zverev über den zweiten Aufschlag gehen musste.
Der Olympiasieger blieb aber cool, breakte den Polen im neunten Spiel zum 5:4 - und servierte die Begegnung nach 62 Minuten nach Hause. Damit steht der Hamburger zum dritten Mal im Halbfinale bei den ATP Finals.

Zverev heiß auf Showdown mit Djokovic

Dort bekommt er es am Samstag mit Novak Djokovic zu tun (im Liveticker bei Eurosport.de), der nach zwei Erfolgen gegen Casper Ruud und Andrey Rublev bereits als Sieger der Grünen Gruppe feststeht.
"Im Halbfinale gegen die Nummer eins der Welt, das wird natürlich nicht einfach, aber ich freue mich drauf", so Zverev, der im direkten Vergleich mit dem Serben 3:7 zurückliegt.
Allerdings: Neben den Niederlagen in diesem Jahr beim ATP Cup, den Australian Open und US Open feierte er im Halbfinale der Olympischen Spiele von Tokio einen 1:6, 6:3, 6:1-Erfolg gegen den Rekord-Grand-Slam-Sieger.
"Das war mit Sicherheit einer meiner emotionalsten Siege", stellte Zverev im Exklusiv-Interview mit Eurosport damals klar. Wenn das keine guten Vorzeichen sind ...
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