ATP Finals 2023: Novak Djokovic krönt sich in Turin zum Rekordsieger - der Djoker ist gefährlicher als je zuvor
Novak Djokovic hat seiner außergewöhnlichen Karriere am Sonntag ein weiteres Kapitel hinzugefügt. Der Serbe krönte sich durch seinen Sieg im Endspiel gegen Jannik Sinner (6:3, 6:3) zum alleinigen Rekordsieger der ATP Finals. Statt einer zumindest vorübergehenden Wachablösung bewies Djokovic damit, dass er aktuell gefährlicher denn je ist. Der Grund für seine neuerliche Dominanz liegt auf der Hand.
Finals-Dominator Djokovic zerstört Sinners Traum vom Heimsieg
Quelle: SNTV
Erst gab es Luftküsschen für die Familie, danach brach alles aus Novak Djokovic heraus.
Der 36-Jährige hat seine Ausnahmestellung am Sonntag mit einem klaren 6:3, 6:3-Sieg im Endspiel der ATP Finals in Turin gegen Publikumsliebling Jannik Sinner eindrucksvoll untermauert und ist damit zum alleinigen Rekordhalter beim Highlight-Turnier am Saisonende aufgestiegen.
Entsprechend groß war die Freude bei seinem Anhang und beim Serben selbst, der nach dem obligatorischen Handshake am Netz die Faust ballte und zwei laute "Come on"-Rufe in Richtung Fans im Pala Alpitour schickte.
"Das ist etwas ganz Besonderes für mich. Das war ohne Zweifel eine der besten Saisons, die ich in meinem Leben gespielt habe. Diese mit einem Sieg gegen Jannik (Sinner; Anm. d. Red.), der in dieser Woche großartiges Tennis gespielt hat, zu krönen, ist phänomenal", sagte Djokovic überglücklich im anschließenden Siegerinterview.
Phänomenal ist allerdings fast noch untertrieben.
Djokovic fegt Sinner und Alcaraz vom Court
Es war eine regelrechte Machtdemonstration, die Djokovic sowohl am Sonntag im Endspiel gegen Sinner als auch tags zuvor im Duell mit dem spanischen Shootingstar Carlos Alcaraz lieferte.
Gerade einmal etwas mehr als drei Stunden (3:13 Stunden) benötigte der Titelverteidiger insgesamt, um die beiden Youngster, wohlgemerkt die Nummer zwei und vier der Welt, jeweils vom Court zu fegen. Dabei gab er nicht ein einziges Mal seinen eigenen Aufschlag ab.
"Ich bin sehr stolz, wie ich gegen Alcaraz und Sinner gespielt habe. Das sind aktuell wahrscheinlich die beiden besten Spieler neben mir und Daniil Medvedev", zollte Djokovic seinen beiden jungen Rivalen Respekt und ergänzte "So wie sie bislang gespielt haben, musste ich mein Level anheben."
Gesagt, getan. Es wirkte zeitweise fast so, als stünde ein anderer Djokovic an diesem Finalwochenende auf dem Platz, als in den Spielen zuvor.
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Djokovic nach Finals-Triumph: "Warum aufhören?"
Quelle: Eurosport
Familie verleiht Djokovic Flügel
Dies war auch dringend notwendig, immerhin drohte dem Grand-Slam-Rekordchampion vor wenigen Tagen nach der Niederlage gegen seinen späteren Finalgegner Sinner noch das vorzeitige Aus. Ausgerechnet ebenjener Sinner lieferte im abschließenden Gruppenspiel gegen Holger Rune jedoch Schützenhilfe, weshalb Djokovic im Turnier blieb.
Der einzige eklatante Unterschied zu den Auftritten davor war die Anwesenheit seiner beiden Kinder Stefan und Tara in Turin. Dies schien den Djoker allerdings förmlich zu beflügeln. Schließlich ist aus dem einstigen Einzelkämpfer ein richtiger Familienmensch geworden.
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Novak Djokovic jubelt mit seinen beiden Kindern
Fotocredit: Getty Images
"Ich wollte schon immer vor ihnen auftreten, sobald sie das Alter erreicht haben, in dem sie wissen, was vor sich geht. Ich denke, das ist jetzt das richtige Alter. Beide sind sich dessen bewusst, was geschieht", erklärte er und ergänzte sichtlich ergriffen: "Ich bin so dankbar, Vater dieser beiden wunderbaren Engel zu sein. Sie haben mich mit so viel Glück und Freude in meinem Leben gesegnet."
Dass sich seine Prioritäten längst verschoben haben, betonte Djokovic zuletzt immer wieder. Das verdeutlichte auch sein eingangs beschriebener Jubel. "Family first", lautet nun das Motto - und genau dies macht ihn auf sportlicher Ebene noch gefährlicher.
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Rührende Worte an Familie: Djokovic wird nach Triumph emotional
Quelle: SNTV
Djokovic: Klappt es 2024 endlich mit dem Olympiasieg?
"Ich habe ihn noch nie besser servieren sehen", schwärmte der ehemalige deutsche Davis-Cup-Kapitän Patrick Kühnen während des Finals am "Sky"-Mikrofon. 13 Asse und 91 Prozent gewonnene Punkte bei erstem Aufschlag unterstreichen jene Annahme. Überhaupt gewann Sinner als Returnspieler nur acht Punkte.
Die Tatsache, dass der Routinier sein Niveau am Ende einer langen Saison, in der er nicht weniger als drei Grand-Slam-Titel, zwei Masters-Erfolge sowie den beeindruckenden Sieg in Turin einfuhr, nochmal signifikant angehoben konnte, dürfte die Konkurrenz in Angst und Schrecken versetzen.
Zumal ein Ende jener erdrückenden Dominanz noch lange nicht in Sicht ist. "Ich erwarte Djokovic im kommenden Jahr keinen Deut schlechter als 2023 - vielleicht sogar besser", schickte Kühnen eine Art Warnung an die Konkurrenz des Serben.
Immerhin stehen 2024 die Olympischen Sommerspiele in Paris auf dem Programm - das einzige wichtige Event, bei dem dem Ausnahmespieler der ganz große Wurf bislang verwehrt blieb.
Mit der Familie im Rücken ist Djokovic jedoch auch dieser zuzutrauen.
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Sinner lernt aus Final-Niederlage: "Er macht mich besser"
Quelle: Eurosport
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