ATP Finals: Andrea Petkovic glaubt an Alexander Zverev - und widerspricht Boris Becker: "Sehe ein paar Sachen anders"
Publiziert 06/11/2025 um 17:07 GMT+1 Uhr
Alexander Zverev musste in diesem Jahr viel Kritik einstecken - unter anderem von Boris Becker. Andrea Petkovic hingegen spricht den Deutschen stark und hat eine andere Meinung als ihr Podcast-Kollege und Eurosport-Experte. Für die frühere Top-Ten-Spielerin sei Zverev immer noch die Nummer drei der Welt - und stärker einzuschätzen als Spieler wie Taylor Fritz oder Daniil Medvedev.
Zverev: "Manche haben vergessen, dass ich Tennis spielen kann"
Quelle: Perform
Alexander Zverev blickt auf ein sehr durchwachsenes Tennis-Jahr zurück. Erstrunden-Aus in Wimbledon, Drittrunden-Aus bei den US-Open, auch bei den Masters waren die Turniere für den Deutschen meist früh beendet.
Dennoch blickt der 28-Jährige als Weltranglisten-Nummer-3 den ATP Finals in Turin (9. November bis 16. November) entgegen.
Doch ist der Hamburger überhaupt noch der drittbeste Tennisspieler der Welt?
Oder sind andere Spieler wie der US-Amerikaner Taylor Fritz, der bei den letzten sechs Aufeinandertreffen stets gewann und Platz 4 der Weltrangliste belegt, mittlerweile besser?
Zverev laut Petkovic besser als Fritz und Medvedev
"Für mich ist er immer noch die Nummer 3", sagte Andrea Petkovic, die gemeinsam mit Boris Becker die ATP Finals auf "Sky" kommentieren wird, bei einem Presseevent auf Nachfrage von Eurosport.
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Alexander Zverev
Fotocredit: Getty Images
"Als Tennisspieler ist Sascha Zverev für mich eindeutig der bessere Spieler im Vergleich zu einem Daniil Medvedev und einem Fritz. Er hat mehr Möglichkeiten, ist athletisch besser und hat die besseren Schläge - von Vorhand über Rückhand bis hin zum Aufschlag."
Der Spanier Carlos Alcaraz (Platz 1 in der ATP-Weltrangliste) und der Italiener Jannik Sinner (Platz 2 in der ATP-Weltrangliste) seien zwar höher einzuschätzen.
"Aber dann kommt für mich Zverev. Man muss diese Saison einfach vor dem Hintergrund sehen, dass er nicht hundertprozentig fit war", so Petkovic.
Umso wichtiger, dass Zverev Konsequenzen zieht. "Ich hoffe, dass er die nächsten Jahre den Turnierplan vielleicht ein bisschen strafft. Wenn man nicht mehr 18, 19 oder 20 ist, muss man ein bisschen besser planen."
Becker kritisierte Zverev, Petkovic beschwichtigt
Ob Boris Becker den Hamburger ebenfalls so stark einschätzt? Die Tennis-Ikone hatte Zverev im Podcast "Becker Petkovic" scharf kritisiert, indem er sagte: "Weltspitze sieht anders aus". Zverev reagierte daraufhin empfindlich.
"Ich glaube, dass er so ein bisschen nach Aufmerksamkeit sucht und die bekommt er über mich", reagierte der 28-Jährige im Interview der "Bild am Sonntag". "Das ist leider so. Aber das ist mir inzwischen latte."
Petkovic bedauert den öffentlichen Streit. "Wenn man das (Zitat) rausnimmt, hört sich das hart an. Aber wenn Boris im Podcast über Sascha redet, ist das immer sehr emphatisch und lösungsorientiert. Ich sehe ein paar Sachen anders als Boris. Er möchte das Ganze sehr radikal bei ihm angehen. Aber das ist nicht meine Position."
Petkovic fand Lösung mit Toni Nadal super
Becker hatte öffentlich die Idee geäußert, dass Zverev nicht mehr von seinem Vater und Bruder trainiert und betreut wird.
Petkovic hingegen würde sich "eher wünschen, dass vielleicht jemand dazukommt. Ich fand zum Beispiel die Lösung mit Toni Nadal super, wenn er zwischendurch mal dort hingehen und sich neue Impulse holen kann, dann aber mit seinem Team wieder auf Tour geht."
Die frühere Tennisspielerin kann nachvollziehen, dass Zverev auf sein gewohntes Umfeld vertraut. "Ich habe auch immer viel mit meiner Familie gemacht", so die ehemalige Nummer 9 der Weltrangliste. "Tennis ist ein Haifischbecken. Wir reden immer darüber, ob die Zverevs am Ende ihres Lateins sind, was sie Alexander noch mitgeben können. Aber wir vergessen die positiven Effekte, die eine Familie haben kann, weil sie einen vor diesem Haifischbecken schützt."
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Bagel in Satz eins - Highlights zum Zverev-Aus gegen Sinner
Quelle: Eurosport
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