Roger Federer quälte seine Muskeln und brachte seine Lunge zum Brennen. Der 39 Jahre alte Schweizer schuftete wochenlang beharrlich in seiner Heimat - um im Herbst seiner Karriere noch einmal anzugreifen.
"Ich habe viel trainiert, ich habe hart trainiert", sagte der Grand-Slam-Rekordchampion vor seinem nächsten, viel beachteten Tour-Comeback in Genf. Dabei schwirrt ihm Wimbledon längst im Hinterkopf herum.
Im März war der 20-malige Majorsieger nach zwei Knieoperationen und mehr als einem Jahr Pause in Doha/Katar auf die Tour zurückgekehrt, hatte sich danach aber direkt wieder ins Training zurückgezogen.
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"Ich habe seither keine Rückschläge erlitten", sagte Federer am Montag, er habe seine Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit gesteigert.

Federer will auf Rasen "große Ziele erreichen"

Die Sandplatzauftritte beim Heimspiel in Genf, wo er wohl schon am Dienstag gegen den Spanier Pablo Andujar-Alba aufschlagen wird, und bei den French Open ab 30. Mai in Paris sieht er als Vorbereitung auf die Rasensaison an, der sein ganzer Fokus gilt.
"Ich würde gerne sagen, Paris ist schon das ultimative Ziel. Aber dafür bin ich nicht ganz bereit", sagte Federer: "Rasen ist anders, da hoffe ich natürlich schon, große Ziele erreichen zu können, so wie man es kennt."
Erst spielt er in Halle/Westfalen, dann kämpft der Rekordsieger auf dem heiligen Rasen von Wimbledon ab dem 28. Juni um seinen neunten Titel. Auch die Olympischen Spiele in Tokio hat er noch auf dem Zettel. Für die Chance auf weitere Trophäen und Medaillen muss sich Federer im fast biblischen Tennis-Alter aber zunächst die nötige Spielpraxis erarbeiten. Aktuell ist seine Form mit Blick auf Roland Garros schwer einzuschätzen.

Roger Federer fehlt noch Olympisches Gold im Einzel

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French Open: Federer ohne große Erwartungen nach Paris

Klar ist dagegen, dass sich bei der Konkurrenz viel getan hat. Die Generation um die deutsche Nummer eins Alexander Zverev mit Stefanos Tsitsipas, Daniil Medwedew oder Andrey Rublev hat sich weiterentwickelt. "Das ist ganz natürlich, sie haben an Erfahrung gewonnen", sagte Federer. Der Österreicher Dominic Thiem nennt sich seit den US Open zudem Grand-Slam-Champion. Und Rafael Nadal und Novak Djokovic, so Federer, seien noch immer da, wo sie waren. An der Spitze.
Federer muss als Nummer acht der Welt und nach langer Abwesenheit erst wieder aufschließen, um die "großen Drei" wieder zu komplettieren. Die Erwartung, dass dies bereits auf Sand klappt, hat er nicht. "Es ist komisch, die French Open als Vorbereitung für Rasen zu nehmen, aber es ist jetzt nun mal so", sagte Federer, der erstmals in Genf antritt.
Das Stadion der schmucken Anlage wäre beim Auftritt des Nationalhelden pickepackevoll, wenn nicht Corona noch immer für große Einschränkungen sorgen würde. "Es sind pro Tag 100 Zuschauer im Stadion erlaubt", sagte Turnierdirektor Rainer Schüttler dem "SID". Sie können sich am besten davon überzeugen, wie nah Federer seinem Toplevel schon wieder kommt.
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