Stefanos Tsitsipas steckt im Dilemma - warum die Weltspitze derzeit so weit entfernt ist für die einstige Nummer drei
Stefanos Tsitsipas war auf bestem Wege zum Grand-Slam-Champion, vielleicht sogar zur Nummer eins, auf jeden Fall aber war der Grieche fest eingeplant als eine der prägenden Figuren in der Weltspitze. Die Realität aber ist inzwischen eine andere: Platz 33 im ATP-Ranking und sechs Grand-Slam-Turniere in Serie, die spätestens in Runde zwei vorbei waren. Ein tiefer Fall, der - natürlich - Gründe hat.
Tsitsipas wollte Karriere beenden: "Lieber aufhören, als ständig leiden"
Quelle: SNTV
Der 13. Juni 2021 schien sein Tag zu werden. Stefanos Tsitsipas führte im Finale der French Open mit 2:0 Sätzen gegen Novak Djokovic, die Nummer eins der Weltrangliste.
Der Grieche, der zuvor bereits drei Major-Wettbewerbe (Australian Open und French Open) mit dem Halbfinale abgeschlossen hatte, stand vor dem nächsten logischen Schritt seiner famosen Karriere: Grand-Slam-Champion. Es kam anders, denn Djokovic drehte die Partie und verhinderte den Tsitsipas-Coup.
Gut eineinhalb Jahre später unterlag er dem Serben auch im Endspiel der Australian Open (2023), mit dem Rasenklassiker von Wimbledon 2024 begann dann ein bitterer Negativlauf.
Tsitsipas schied bei sechs Grand-Slam-Events in Serie in Runde eins oder zwei aus - zuletzt vor gut zwei Wochen in Melbourne. Was ist passiert, warum fällt ein Spieler mit dem Talent und der Klasse von Tsitsipas mit 27 Jahren aus den Top 30?
Tsitsipas: "Schwierigste Situation, mit der ich je konfrontiert war"
Wenig verwunderlich ist es eine Verletzung, genauer gesagt am unteren linken Rücken, die den Athener ausbremste. "Das ist etwas, womit ich schon seit vielen Jahren zu tun habe", gab Tsitsipas zu Protokoll.
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Stefanos Tsitsipas bei den Australian Open 2026
Fotocredit: Getty Images
"Es ist wahrscheinlich die schwierigste Situation, mit der ich je konfrontiert war, denn es ist ein andauerndes Problem, das nicht zu verschwinden oder abzuschwächen scheint", zeigte sich der 27-Jährige Mitte des vergangenen Jahres verzweifelt.
Er habe "als Person irgendwann ein Limit" erreicht, es mache im Moment "keinen Sinn, zu spielen", führte Tsitsipas nach seiner Erstrunden-Aufgabe in Wimbledon aus. Er habe es mit Physiotherapie versucht, "unglaublich viel für meine Fitness getan", seine Bemühungen maximiert.
Ivanisevic übt harte Kritik - Tsitsipas findet offene Worte
Trainer Goran Ivanisevic, von dem er sich nur wenige Wochen nach Beginn der Zusammenarbeit wieder trennte, sah das offenbar etwas anders. Er habe "noch nie einen Spieler gesehen, der so schlecht vorbereitet war", kritisierte der Kroate seinen Schützling nach dem vergangenen Wimbledon-Turnier. Dennoch sei es "eine intensive Erfahrung und ein wirklich wertvolles Kapitel auf meinem Weg" gewesen, schrieb Tsitsipas auf Instagram.
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Highlights: Nächste frühe Pleite - Tsitsipas' Talfahrt geht weiter
Quelle: Eurosport
Die Probleme aber blieben, mehr noch: Die körperlichen Beschwerden hatten psychische Folgen. Er habe mental zu kämpfen, teilte der Grieche Mitte September mit. "Ich bin sehr gestresst und angespannt. Ich glaube, das spielt eine Rolle, ebenso wie das mangelnde Vertrauen in mein Tennis, das ich spüre, weil ich in den vergangenen Monaten kaum Spiele gewonnen habe." Die permanenten Beschwerden während der Matches machten ihn "emotional fertig".
Nachvollziehbar, dass Tsitsipas vor diesem Hintergrund nicht mehr das gewohnte Level erreichte. Der bis dato letzte Turniersieg gelang im März 2025 in Dubai, den letzten Masters-Titel holte er im April 2024 in Monte-Carlo.
Tsitsipas im Pech: "Eine der schlimmsten und dümmsten Verletzungen"
Aufgegeben aber hat er nicht, auch wenn das Jahr 2026 mit einer Menge Pech begann. Kurz vor Beginn der Australian Open in Melbourne zog er sich "eine der schlimmsten und dümmsten Verletzungen zu, die ich je vor einem Turnier hatte". Beim Fußballspielen.
"Ich habe mit einem Ball jongliert und als ich den Ball wieder aufnehmen wollte, habe ich mich am Psoas-Muskel verletzt", erläuterte Tsitsipas. Dermaßen angeschlagen setzte es schon in Runde zwei eine Niederlage gegen den Tschechen Tomas Machac.
Immerhin: Abgesehen von der Fußball-Verletzung ging es Tsitsipas zuletzt gesundheitlich besser. Er habe zwischenzeitlich zwar über das Karriereende nachgedacht, aber "ich will zehn weitere Jahre spielen, das wäre großartig und ein Traum". Man kann diesem außergewöhnlichen Tennisspieler nur die Daumen drücken, dass sich dieser Wunsch erfüllt.
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