Nick Kyrgios greift Schiedsrichter Carlos Bernardes an und spaltet die Tennis-Szene

Nick Kyrgios schien sich beim ATP Masters von Miami endlich wieder auf das zu konzentrieren, was er wohl am besten kann: Tennis spielen. So fegte der 26-Jährige etwa Andrey Rublev vom Platz und ließ auch Fabio Fognini keine Chance. Kyrgios bewies eindrucksvoll, dass er viel besser ist, als es seine Weltranglistenplatzierung aussagt. Und doch bleibt am Ende ein übler Nachgeschmack.

Kyrgios stichelt gegen Schiedsrichter: "Das kann jeder Fan"

Quelle: SNTV

Nick Kyrgios konnte sich nicht beruhigen.
Erst wütete der Tennis-Bad-Boy auf dem Hartplatz von Miami, dann legte er in den sozialen Medien gegen seinen persönlichen Buhmann nach. Schiedsrichter Carlos Bernardes sei einfach "nicht gut genug", um Matches auf einem Masters-Level zu leiten. "Holt euch neue Leute", wetterte Kyrgios.
Während der Partie hatte sich der Weltranglisten-102. an dem aus seiner Sicht zu lauten Walkie-Talkie des Referees gestört.
Im Tiebreak kassierte er eine Punktstrafe wegen unsportlichen Verhaltens, die Schimpftirade und das Zerhacken des Schlägers nach Ende des ersten Satzes brachte ihm obendrein eine sogenannte "Game Penalty" ein. Bedeutete: Jannik Sinner ging mit Breakvorteil und 1:0-Führung in den zweiten Satz.
picture

Kyrgios rastet aus und giftet gegen Schiedsrichter: "Das ist peinlich!"

Quelle: Eurosport

Kyrgios hatte es innerhalb kürzester Zeit geschafft, den sportlich positiven Eindruck zunichtezumachen. Er kann ihn - zumindest in Miami - auch nicht korrigieren. Der Australian-Open-Champion im Doppel scheiterte letztlich mit 6:7 (3:7), 3:6 an Sinner.

Kyrgios: "Ich will nicht auf die Pauke hauen, aber ..."

Das drohende Nachspiel aufgrund seiner Ausraster? "Völlig egal", versicherte Kyrgios. Bereits Anfang März wurde er nach seinem Viertelfinal-Aus in Indian Wells gegen Rafael Nadal wegen verschiedener Verfehlungen mit 25.000 Dollar zur Kasse gebeten.
Nach dem Match hatte er mit einem Schlägerwurf beinahe einen Balljungen getroffen. Kyrgios bat um Entschuldigung, aber von wirklicher Reue war wenig zu vernehmen. Der Schläger sei sehr unglücklich vom Boden zurückgeprallt.
Man kann es drehen und wenden wie man will: An Kyrgios scheiden sich die Geister.
Er kann die Zuschauer abstoßen, er kann aber auch auf den großen Centre Courts der Welt für beste Unterhaltung sorgen. "Ich will nicht auf die Pauke hauen, aber die meisten Leute waren da, um mich spielen zu sehen", stellte der Tennisstar nach dem Aus gegen Sinner klar - und legte gegen Stuhlschiedsrichter Bernardes nach.
picture

Was für eine Show! Kyrgios führt Rublev vor

Quelle: SNTV

"Das komplette Publikum hat den Schiedsrichter ausgebuht und er rückte ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Aber das ist nicht sein Job. Niemand im Stadion hat sich ein Ticket gekauft, um ihn reden zu hören, spielen zu sehen oder was immer er macht", so Kyrgios.

Kyrgios über Bernardes: Nie mehr Hass erlebt

Bernardes habe in einer Tour gesprochen und den Zorn des Publikums auf sich gezogen. "Die Fans haben ihm gesagt, dass er ruhig sein soll. Er hat mein Aufschlagspiel unterbrochen, ich konnte mitunter gar nicht mehr servieren", ereiferte sich der Australier.
Mehr noch: "Ich war noch nie zuvor Teil eines Matches, bei dem der Schiedsrichter von den Zuschauern so gehasst wurde!" Dem gegenüber steht allerdings sein eigenes aggressives, rüdes Auftreten. Kyrgios vergriff sich einmal mehr massiv in Ton und Wortwahl.
Daraus ergibt sich ein Problem: Selbst wenn Kyrgios mitunter gute Argumente hat und wichtige Themen anspricht - wer den Unparteiischen als "absoluten Clown" bezeichnet, findet dann kaum mehr Gehör.
(mit SID)
Das könnte Dich ebenfalls interessieren: Höher, weiter, besser: Alcaraz verschiebt die eigenen Grenzen
picture

Die besten Szenen: So zog Kyrgios ins Achtelfinale ein

Quelle: SNTV

Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung