Masters Monte Carlo: Alexander Zverev nach Sieg über Carreño Busta: "Spiele nicht so richtig mit Taktik"

Nach dem souveränen Viertelfinaleinzug gegen Pablo Carreño Busta (6:2, 7:5) beim Masters in Monte Carlo war Alexander Zverev bester Laune. Auf die Frage nach dem Matchplan gegen den 30 Jahre alten Spanier erklärte der Olympiasieger lachend: "Ich bin jemand, der nicht so richtig mit Taktik spielt." Dennoch überzeugte der 24 Jahre alte Hamburger über weite Strecken mit einem dominanten Auftritt.

Alexander Zverev

Fotocredit: Getty Images

"Um die größten Turniere der Welt - Masters und Grand Slams - zu gewinnen, muss man aggressiv sein", sagte der Hamburger nach dem Achtelfinale bei "Sky". 25 Winner schlug Zverev gegen die Nummer 13 der Setzliste - dem gegenüber standen 15 Unforced Errors. "Wenn es bedeutet, dass ich mehr Winner schlage, nehme ich mehr Unforced Errors in Kauf. Ich werde keine großen Titel gewinnen, wenn ich die Bälle nur schiebe", erklärte Zverev.
Nach dem Arbeitssieg gegen Federico Delbonis (6:1, 7:5) zum Auftakt ins Turnier zeigte Zverev am Donnerstag gegen den Spanier ein anderes Gesicht - und war nach dem Match in seiner Wahlheimat entsprechend gelöst: "Ich bin zufrieden. Für mein zweites Sandplatzmatch der Saison war es ein hohes Niveau und ich bin froh, in zwei Sätzen weiter zu sein."
Seit dem überraschenden Aus von Novak Djokovic in der zweiten Runde gegen Alejandro Davidovich Fokina (3:6, 7:6, 1:6) ist Zverev der bestgesetzte verbliebene Spieler im Turnier und rutschte dadurch in Monte Carlo in die Favoritenrolle. Eine Position, der er am Donnerstag von Beginn an gerecht wurde. Die Nummer drei der Weltrangliste startete wie am Vortag souverän und gewann den ersten Satz schnell 6:2.
Einzig zu Beginn des zweiten Satzes wackelte Zverev, verlor direkt sein erstes Aufschlagspiel. Nach dem Match zeigte sich der Olympiasieger selbstkritisch. "Ich habe im zweiten Satz ein bisschen den Fokus verloren", sagte Zverev, der dann aber zurück in die Spur fand und wenige Minuten danach das Re-Break zum 3:3 schaffte.
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Alexander Zverev bezwang Pablo Carreño Busta in Monte Carlo

Fotocredit: Eurosport

Erster Aufschlag bringt Zverev auf Kurs

Nach 1:35 Stunden machte Zverev dann - mit dem zweiten Break im zweiten Satz - den Viertelfinal-Einzug mit seinem vierten Matchball perfekt. Damit behielt er gegen Carreño Busta eine weiße Weste, gewann auch das dritte Aufeinandertreffen der beiden. Dennoch lobte er den zweimaligen US-Open-Halbfinalisten. "Am Ende des Tages ist er ein starker Spieler. Insofern bin ich froh mit dem Zweisatzsieg."
Ein Schlüssel zum Triumph für den Deutschen: Der starke erste Aufschlag, der ihm viele einfache Punkte beschwerte. 79 Prozent der Ballwechsel gewann Zverev, wenn sein erster Aufschlag kam. Mehr als die Hälfte der ersten Aufschläge spielte der Spanier nicht mehr zurück ins Feld.
"Gerade auf einem Sandplatz und gerade hier, wo es ein wenig langsamer ist, ist es wichtig, Selbstbewusstsein in den Aufschlag zu bekommen", analysierte Zverev und ergänzte: "Aber generell ist es wichtig, diese Art von Siegen einzufahren."
Nach dem schwachen Start ins Kalenderjahr will Zverev beim Sandplatzauftakt in Monte Carlo zurück in die Spur finden. Der Belag kann ihm dabei nur helfen: Drei seiner fünf Masters-Titel gewann er auf Sand. 2017 gewann er in Rom, 2018 und 2021 in Madrid. Das Turnier im Fürstentum ist das einzige Sandplatz-Masters, das Zverev noch nicht gewinnen konnte - bisher.

Olympiasieger hat zwei Viertelfinals vor der Brust

Doch die Vorzeichen auf den ersten Titel in Monte Carlo sind gut: Durch den Zweisatz-Durchmarsch in anderthalb Stunden sparte der Mitfavorit auf den Turniersieg wichtige Körner vor dem Viertelfinale, in dem er entweder auf den Italiener Jannik Sinner oder den Russen Andrey Rublev trifft. Doch der Hamburger greift in seiner Wahlheimat sogar nach zwei Trophäen: Am Donnerstag steht für Zverev nicht nur das Viertelfinale im Einzel, sondern auch im Doppel auf dem Plan. An der Seite des Brasilianers Marcelo Melo trifft er auf Marcelo Arévalo und Jean-Julien Rojer.
Die Doppelbelastung ist für den Hamburger aber kein Grund zur Sorge. Im Gegenteil. "Ich bin sehr froh, spiele mit meinem besten Freund hier. Da wollen wir auch weiterkommen. Ich bin fit und fühle mich okay und hoffe, dass ich morgen zwei Matches gewinnen kann", gab sich Zverev nach dem starken Auftritt auf dem Court Rainier III selbstbewusst.
Das Achtelfinale zwischen Sinner und Rublev wollte sich Zverev am Donnerstag zwar nicht entgehen lassen - hatte nach seinem Triumph gegen Carreño Busta aber noch einen echten Interview-Marathon vor sich. Wann die Vorbereitung auf das Match beginne? "Wenn ich mit euch irgendwann fertig bin", lachte ein gut gelaunter Zverev.
Dabei steht die Taktik für den Olympiasieger ja ohnehin nicht im Vordergrund.
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