Carlos Alcaraz muss überraschende Rückschläge wegstecken - jetzt nimmt der Superstar drei Titel-Premieren ins Visier

Carlos Alcaraz ist auf der Zielgeraden einer grandiosen Saison mit bislang sieben Turniersiegen, darunter jene bei den French Open und US Open. Drei große Titel, die ihm bislang fehlt, hat der Spanier auf dem Zettel in den kommenden Monaten: bei den ATP Finals, im Davis Cup und schließlich bei den Australian Open im Januar 2026. Allerdings musste der 22-Jährige zuletzt Rückschläge wegstecken.

Highlights: Alcaraz scheitert in Paris an überragendem Norrie

Quelle: SNTV

Carlos Alcaraz war bedient. "Dieses Spiel werde ich mir nicht noch einmal ansehen, ich werde es vergessen", erklärte der Weltranglistenerste nach seiner überraschenden Auftaktniederlage gegen Cameron Norrie beim ATP Masters in Paris. Es gebe "Matches, aus denen man lernen kann - und aus diesem werde ich nichts mitnehmen."
Ungewohnte Aussagen, gilt der sechsmalige Grand-Slam-Turniersieger doch als einer, der aus Enttäuschungen stets den maximalen Lerneffekt ziehen will. Nur: In den vergangenen Wochen lief es nicht optimal für den Branchenprimus, da dürfte sich auch Frust angestaut haben.
Das Masters in Shanghai sagte Alcaraz kurzfristig ab. "Ein paar körperliche Probleme" hätten ihn dazu bewogen, nicht anzutreten, teilte der Superstar mit. Kurz darauf verlor er beim umstrittenen Six Kings Slam in Saudi-Arabien das Finale um den Sechs-Millionen-Dollar-Jackpot gegen Jannik Sinner.
Nun also das frühe Aus in Paris gegen Norrie, das sogar noch bitterer werden könnte. Denn: Gewinnt Sinner den Wettbewerb, löst er den Spanier am kommenden Montag als Nummer eins im ATP-Ranking ab.

Alcaraz der Dauerbrenner auf der ATP Tour

Freilich, es sind Rückschläge auf einem sehr hohen Niveau. Und sie sind erklärbar. Alcaraz bestritt in dieser Saison 75 Matches, wovon er 67 gewann. Kein Spieler auf der Tour war häufiger im Einsatz, das Masters von Paris war bereits der 16. Wettbewerb für den Iberer.
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Carlos Alcaraz peiltersten Titel bei den ATP Finals an

Fotocredit: Getty Images

Entsprechend ist es nachvollziehbar, dass Alcaraz sich gegen Norrie "blockiert" gefühlt hat. Die jüngsten Trainingseinheiten seien zwar sehr gut gelaufen, nur auf den Court habe er sein Level nicht erreicht. "Ich bin wirklich enttäuscht über mein heutiges Niveau", konstatierte der Ausnahmespieler.

Courier zur Alcaraz-Niederlage: "Gehört zum Erlebnis Alcaraz"

"Wir alle lieben seine Unvorhersehbarkeit", machte der einstige Grand-Slam-Champion Jim Courier im Gespräch mit dem "Tennis Channel" keine große Sache aus der Pleite. Alcaraz spiele bewusst "Hochrisiko-Tennis. Carlos zieht und bringt das so oft durch, aber nicht an einem Tag mit 54 unforced errors. Zur Erinnerung: Es braucht 24 Punkte, um einen Satz zu gewinnen, also hat er Fehler in einem Maße produziert, die zwei Sätze wert sind", führte der US-Amerikaner aus.
Allerdings: Eine solche Niederlage gehöre einfach zum "Erlebnis Alcaraz" dazu. "Er hat so viele Höhepunkte und eben Tage wie diesen, auch wenn er einen solchen seit langer Zeit nicht mehr erleben musste", betonte Courier.
Wohl wahr. 17 Siege in Serie bei Masters-Wettbewerben - inklusive der Titel in Monte-Carlo, Rom und Cincinnati - hatte Alcaraz bis Paris angesammelt.

Alcaraz: Rechnung offen mit den ATP Finals

Was auffällt: Alcaraz hat in seiner Laufbahn nur zwei seiner 24 Turniersiege in der letzten Saisonphase nach den US Open geholt. Die Tendenz der etwas schwächeren Ergebnisse zum Jahresende hin ist kein neues Phänomen. Beim Masters von Paris etwa kam der Youngster nie über das Viertelfinale hinaus.
Nur unwesentlich besser lief es bei den ATP Finals, wo Alcaraz vergangenes Jahr in der Gruppenphase die Segel streichen musste und 2023 im Halbfinale an Novak Djokovic scheiterte. In diesem Jahr aber soll es der Titel sein. Helfen soll ein Zwischenstopp in der spanischen Heimat. "Jetzt kehren wir nach Hause zurück, um uns auf die Finals vorzubereiten", kündigte Alcaraz an.

Australian Open: Kommt es zur Alcaraz-Premiere?

Damit ist die Saison für den Vielspieler aber nicht zu Ende. Alcaraz wird ab dem 18. November beim Davis Cup Final 8 in Bologna aufschlagen. Noch ein Event, das er zum ersten Mal gewinnen möchte. Beim bislang letzten Erfolg der Spanier 2019 war Alcaraz noch nicht Teil der Mannschaft, die damals von Rafael Nadal angeführt wurde.
Und auch die Saison 2026 hält mit den Australian Open schon früh die Chance auf eine Titelpremiere bereit. Inwiefern es gelingt, die Lücken zu schließen, wird sich zeigen. Fest steht aber: Das "Erlebnis Alcaraz" wird auch in Zukunft nichts an seiner Attraktivität und Unvorhersehbarkeit einbüßen ...
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Alcaraz: "Glücklich und stolz" - und heiß auf weitere Titel

Quelle: Perform


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