"Rafael Nadal ist der größte Kämpfer in diesem Sport."
Der Satz stammt von Juan Martín del Potro, unterschreiben würden ihn wohl fast alle Spieler. Gut eine Woche vor Beginn der French Open ist dieser Fighting Spirit wieder einmal gefragt - denn Nadal muss fürchten, angeschlagen in "sein" Grand-Slam-Turnier zu gehen. Die Mission 14. Titel in Roland-Garros ist stark gefährdet.
Die chronische Verletzung am linken Fuß, das sogenannte Müller-Weiss-Syndrom, macht Nadal wieder schwer zu schaffen. Beim ATP Masters in Rom führte dies zu einer 6:1, 5:7, 2:6-Niederlage im Achtelfinale gegen Denis Shapovalov. Nadal konnte fast nicht mehr, schleppte sich durch den dritten Satz.
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Auf der anschließenden Pressekonferenz gewährte der 35-Jährige erstaunlich offen Einblicke in seine Lage.

Nadal: Probleme nach dem Startrekord

"Mein Alltag ist leider schwierig. Es ist manchmal schwer für mich, die Situation zu akzeptieren", gestand Nadal. In der Mitte des zweiten Satzes habe er die Probleme im linken Fuß gespürt, "danach war das Match nicht mehr spielbar für mich". Durchgehalten hat er - wie üblich - trotzdem. "Ich bin ein Spieler, der mit einer Verletzungen lebt." Das sei "nichts Neues".

Nadal: "Ich ziehe es vor, Ihnen keine klare Antwort zu geben"

Bitter ist nur, dass sich der Gesundheitszustand ausgerechnet im Vorfeld von Roland-Garros verschlechtert. Dabei hatte die Saison besser begonnen als jemals zuvor. Nadal stellte mit 20:0 Siegen einen persönlichen Startrekord auf, räumte nacheinander die Titel beim ATP-Turnier von Melbourne, den Australian Open und in Acapulco ab.
Erste Schwierigkeiten bekam der Mallorquiner im Finale von Indian Wells. Nadal kassierte gegen Taylor Fritz seine erste Niederlage der Saison und gab danach an, "nur schwer atmen" zu können. "Es ist, als ob eine kleine Nadel in meinem Körper wäre." Seitdem kämpft der Rekord-Grand-Slam-Champion darum, wieder zu 100 Prozent fit zu werden. Beim Auftakt in die Sandplatzsaison scheiterte Nadal im Viertelfinale von Madrid an Shootingstar Carlos Alcaraz, in Rom folgte die Pleite gegen Shapovalov.

Nadal ratlos: "Soll ich mich ausruhen, soll ich trainieren?"

Nun hat der Weltranglistenvierte zehn Tage Zeit, bevor in Paris die French Open beginnen - und es ist nahezu ausgeschlossen, dass er dort in Topverfassung aufschlägt. "Seit ich zurück bin, macht mir der Fuß zu schaffen. Es ist schwierig für mich, mehrere Tage hintereinander richtig zu trainieren. Um auf höchstem Niveau zu spielen, muss man sich gut bewegen, und das kann ich nicht üben", gab Nadal offen zu.
Planbar ist derzeit nichts. "Was in den nächsten Tagen passiert, weiß ich nicht. Was in einer Woche ist, auch nicht. Soll ich mich ausruhen, soll ich vielleicht trainieren - ich weiß es nicht."
Es sei an "der Zeit, die Situation zu akzeptieren und zu kämpfen". Er träume weiter von Roland-Garros und werde während des Turniers seinen Arzt dabei haben, um die bestmöglichen Bedingungen für einen erfolgreichen Turnierverlauf zu schaffen.
Nadal bereitet sich einmal mehr auf einen Kraftakt vor. Wie lange er noch dazu in der Lage ist? "Es wird der Tag kommen, an dem mein Kopf mir sagt, genug ist genug."
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