Dominic Thiem beendet Laufbahn und blickt im Exklusiv-Interview zurück auf eine wilde Zeit: "Das war super seltsam"

Dominic Thiem hat seine Karriere nach 14 Profijahren beim ATP-Turnier in Wien beendet. Es war eine Zeit, die extreme Höhen und Tiefen beinhaltete. Nur eines waren Thiems Auftritte nie: langweilig. Der Österreicher pflegte einen besonderen Stil, der vor allem auf Sand funktionierte - den größten Coup landete er aber auf Hartplatz. Im Eurosport-Interview lässt Thiem seine Laufbahn revue passieren.

Thiems letztes Karrierematch - die besten Szenen

Quelle: SNTV

Das war es also. In der Wiener Stadthalle ist die Karriere von Dominic Thiem mit einer Niederlage gegen Luciano Darderi zu Ende gegangen - nach vier Grand-Slam-Finals, dem Titel bei den US Open, 17 Turniersiegen und zuletzt sportlich sehr schweren Jahren.
"Er hat ein wunderschönes Tennis gespielt. Seine Rückhand longline war immer wieder ein Traumschlag. Dominic hat mit ästhetischem Tennis beeindruckt, mit seiner aggressiven Vorhand hat er den Platz geöffnet", erklärt Barbara Schett, die einst auf Platz sieben der Weltrangliste stand und wie Thiem aus Österreich kommt, exklusiv bei Eurosport.de.
In Erinnerung bleibe natürlich das dramatische US-Open-Finale 2020, ein "unglaublicher Kampf gegen Alexander Zverev, den Dominic in fünf Sätzen gewonnen hat", so Schett. "Dann hat sich sein Leben verändert." Thiem kam nie wieder an dieses Niveau heran.
Nun hat der 31-Jährige Schluss gemacht, Profi-Tennis wird er nicht mehr spielen. Eurosport-Redakteur Frédéric Verdier hat Thiem in Wien getroffen und im Gespräch mit dem Österreicher auf entscheidende Momente seiner Laufbahn zurückgeblickt.
Was war Ihr bestes Jahr auf der Tour?
Dominic Thiem: 2020. Weil ich in Australien über zwei Wochen lang mein bestes Tennis gespielt habe. Ich war spielerisch und körperlich auf meinem Höhepunkt, werde mich immer an dieses Turnier erinnern. Und 2020 natürlich auch deshalb, weil es die US Open gab ...
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Hat Thiem sein komplettes Talent ausgeschöpft? Das sagt Schett

Quelle: Eurosport

Welches war Ihr bestes Match, das Sie dennoch verloren haben?
Thiem: Das Finale der French Open in der Saison 2019. Vor allem in den ersten beiden Sätze hätte ich nicht besser spielen können. Aber: Selbst da, als ich mein bestes Tennis gezeigt habe, war Rafa Nadal immer noch eine Stufe höher. Dennoch war es ein großartiges Finale.
Was würden Sie als Ihr seltsamstes Match bezeichnen?
Thiem: Vielleicht das Finale in Stuttgart 2016 (6:7, 6:4, 6:4 auf Rasen gegen Philipp Kohlschreiber, A.d.R.). Nicht wegen des Matches selbst, das war toll. Wir haben die Partie damals auf dem Centre Court begonnen, dann gab es eine Unterbrechung wegen des Regens. Wir haben erwartet, auf dem Centre Court weiterzuspielen, nur war der nicht mehr bespielbar, also beendeten wir das Finale am Montag auf dem Platz Nummer eins. Das war wirklich seltsam. Ich habe also meinen ersten Titel auf Rasen bei einem großen Wettbewerb, dem Traditionsturnier in Stuttgart, gewonnen - aber nicht auf dem Centre Court. Ich bekam ein Auto als Trophäe und das musste dann auf diesen Platz Nummer eins gefahren werden. Das war super seltsam, ist aber eine schöne Erinnerung.
Nach dem, was ich mitbekommen habe, waren die Player Partys damals, als es noch keine Smartphones und sozialen Netzwerke gab, viel aufregender.
Auf welchem Platz haben Sie in Ihrer Karriere am liebsten gespielt?
Thiem: Der beste Platz für mich war der Court Suzanne-Lenglen (bei den French Open, A.d.R.). Ich habe dort einige sehr gute Matches gespielt. Die Oberfläche, die Größe, der Raum hinter der Grundlinie und an den Seiten - dieser Court war perfekt für mein Spiel. Jedes Mal, wenn ich den Platz betreten habe, habe ich mich extrem gut gefühlt.
Kommen wir zu den berühmten Player Partys. Welche war die Beste?
Thiem: Ich würde sagen in Kitzbühel, vielleicht auch in Stuttgart und Halle. Dort gibt es sehr gute Feiern. Aber nach dem, was ich mitbekommen habe, waren die Player Partys damals, als es noch keine Smartphones und sozialen Netzwerke gab, viel aufregender. Ich habe einige gute Geschichten gehört. Aber Stuttgart und Halle waren immer schön.
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Thiem nach dem Karriereende: "Es ist die richtige Entscheidung"

Quelle: SNTV

Welches Publikum auf der Tour haben Sie als das fachkundigste erlebt?
Thiem: Für mich sind das die Zuschauer bei den vier Grand Slam-Turnieren. Man kann wirklich spüren, dass es eine sehr große Tradition gibt. Die Menschen gehen seit über 100 Jahren dorthin. Bei all diesen vier Wettbewerben kennen die Leute den Tennissport sehr gut, das Publikum ist großartig.
Welche Players Lounge hat Ihnen am besten gefallen?
Thiem: Ich würde Indian Wells sagen. Weil es dort nicht nur einen Innenbereich, sondern auch einen Außenbereich gibt. Und da das Wetter oft sehr schön ist, kannst du dich drinnen und draußen entspannen, einfach toll. Es gibt lustige Dinge wie etwa eine Tischtennisplatte, du kannst dort sogar Fußball spielen. Also nehme ich Indian Wells.
Vielen Dank für das Gespräch, Herr Thiem.
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Auf einer Stufe mit Muster: Eurosport-Expertin Schett adelt Thiem

Quelle: Eurosport


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