Auf Knopfdruck geht gar nichts, nicht einmal bei Novak Djokovic.
"Selbst Novak braucht die erste Turnierwoche, um seine Form zu finden", unterstreicht Boris Becker und spielt damit auf die Tatsache an, dass die Tennis-Weltelite infolge der Corona-Pandemie und der Quarantäne-Bestimmungen fast ohne Spielpraxis an den Start gehen muss.
Das, so der 53-Jährige weiter, sei "die große Unbekannte" in Melbourne.
Australian Open
Becker stellt klare Forderung an Zverev: "Zeit der Ausreden ist vorbei"
04/02/2021 AM 13:40
"Alle müssen jetzt bei null anfangen, das Feld bei den Herren ist vielleicht offener als je zuvor." Damit steigt auch die Angst der Topspieler vor einer Blamage in der ersten Runde. "Du brauchst die Matchpraxis und die bekommst du nun einmal nur, wenn du Matches spielst."
Die Konstellation in Melbourne, wo die Profis derzeit aufgrund der Corona-Pandemie unterschiedliche Bedingungen vorfinden, sei "sicher nicht optimal und fair", dennoch glaubt Becker, dass die spielerische Klasse am Ende den Ausschlag geben wird.

Becker mahnt Zverev: "Die Zeit der Ausreden ist vorbei"

"Ich sehe Djokovic und Nadal vorne, wobei Thiem schon auf einer Stufe mit Rafa steht", erläutert Becker.
Der Unterschied zu den übrigen Topspielern sei aber gering, was auch Zverev Chancen eröffne.
"Es gab in den vergangenen Wochen natürlich viele Veränderungen bei ihm, sowohl im sportlichen Bereich als auch privat. Ich habe aber erst vor einer Woche mit ihm gesprochen und dabei seinen sehr optimistischen Eindruck gewonnen", berichtet Becker und lässt keinen Zweifel daran, was er von Deutschlands Nummer eins im fernen Australien erwartet.
"Er ist einer der Favoriten und langsam im besten Tennisalter. Sascha weiß, dass die Verantwortung bei ihm liegt", so der Eurosport-Experte, der Zverev eine klare Ansage mit auf den Weg gibt: "Die Zeit der Ausreden ist vorbei!"

"Nadal wird in Melbourne gerne vergessen"

Etwas anders sei die Lage der Dinge bei Nadal. "Rafa wird in Melbourne gerne ein wenig vergessen in der Favoritenfrage", befindet Becker. Tatsächlich steht hinter der Verfassung des 34-Jährigen ein Fragezeichen. Nadal klagte beim ATP Cup über Rückenprobleme, musste Matches absagen. Die Australian Open seien aber nicht in Gefahr. "Ich werde täglich behandelt und vertraue darauf, dass sich die Dinge in den kommenden Tagen verbessern werden."

Rafael Nadal: Klappt's mit dem 21. Grand-Slam-Titel?

Fotocredit: Eurosport

"Nadal spielt in Melbourne ja auch gegen die Geschichte an", erinnert Becker und hat dabei die historische Chance im Blick, die sich dem Spanier bietet. Gewinnt er das Turnier, zieht er mit 21 Grand-Slam-Titeln an Roger Federer vorbei.
Neben dem genannten Quartett traut Becker auch Daniil Medvedev, Andrey Rublev und Stefanos Tsitsipas den großen Wurf zu. "Die Liste der Titelanwärter ist sehr lang in diesem Jahr", sagt Becker, der durch seine Erfolge in Melbourne 1991 und 1996 noch immer der einzige deutsche Profi in der Siegerliste bei den Herren ist.
Geht es nach Becker, dann darf sich das gerne ändern. "Ich würde gerne einen Nachfolger sehen", betonte die Tennis-Legende.
Nur auf Knopfdruck geht's halt nicht ...

Podcast: Das Gelbe vom Ball mit Alexander Zverev

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