Naomi Osaka (Japan/Nr. 3) hat sich im Endspiel der Australian Open 2021 gegen Jennifer Brady (USA/Nr. 22) keine Blöße gegeben und ihre Rolle als aktuell "wahre" Nummer eins im Tennis-Sport untermauert.
Die amtierende US-Open-Siegerin, die die French Open 2020 ausgelassen hatte, feierte durch ihren Finalsieg bereits ihren 21. Sieg auf der Tour in Folge und heimste nach den US Open 2018 und 2020, sowie den Australian Open 2019 ihren vierten Grand-Slam-Titel ein. In Major-Finals ist sie damit weiter unbesiegt.
"Es fühlt sich unglaublich an. Ich habe schon bei den US Open gesagt, als wir im Halbfinale gegeneinander gespielt haben, dass Jennifer noch ein Problem für uns alle wird, und ich hatte recht", meinte Osaka, ehe sie ihrem Team und den Fans für die Unterstützung dankte: "Dein Familie und deine Freunde müssen sehr stolz auf dich sein, Jennifer. Wir werden noch ein paar Matches gegeneinander spielen, da bin ich sicher."
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"Naomi ist eine Inspiration für uns alle, es ist großartig, was sie für unseren Sport macht", lobte dagegen die unterlegene Brady: "Gratulation zu einem weiteren Grand-Slam-Titel. Heute sollte es nicht sein für mich, aber ich hoffe, dass ich noch einmal irgendwann auf so einer Bühne stehen kann."
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Highlights | Osaka macht Titel mit Finalsieg über Brady klar

Brady verschlägt - Knackpunkt in Satz eins

Im ersten Satz kam Brady nach 1:3 zurück und hatte bei 4:4 sogar einen Breakball. Dann aber zeigte die 23 Jahre alte Osaka ihr bestes Tennis, wehrte den Angriff ab und breakte selbst zum 6:4-Satzgewinn.
Im zweiten Durchgang zog Osaka gegen ihre zwei Jahre ältere Gegnerin schnell auf 4:0 davon. Brady kämpfte sich zwar nochmal auf 2:4 heran, nach 1:17 Stunden aber verwandelte Osaka ihren ersten Matchball. Für ihren Sieg erhält Osaka 2,75 Millonen Australische Dollar (ca. 1,79 Mio. Euro), Brady für ihren Finaleinzug 1,5 Millionen Australische Dollar (ca. 970.000 Euro).
"Ich denke, dieser leichte Vorhandfehler, der Brady den ersten Satz gekostet hat, hat Osaka aufgebaut und ihr Sicherheit gegeben, denn im zweiten Satz hat sie eine Klasse besser gespielt", meinte Eurosport-Expertin Barbara Rittner: "Osaka war die bessere Spielerin, sie hat weniger unforced errors gemacht und im zweiten Satz dann dominant gespielt."

Nervenstark: Osaka holt Satz eins nach 0:40

Osaka in allen Statistiken überlegen

Während Osaka vier der fünf sich ihr bietenden Breakchancen nutzte, verwandelte Brady nur zwei von vier. Am Ende dominierte Osaka alle Statistiken der Partie; sie schlug mehr Asse als Brady (6:2), leistete sich weniger Doppelfehler (2:4), hatte die besseren Quoten beim Aufschlag und das insgesamt härtere Service (176 km/h beim ersten Aufschlag im Schnitt).
"Osaka ist cool geblieben, hat auf ihre Chance gewartet und eiskalt zugebissen", meinte Eurosport-Experte Boris Becker.
Osaka schlug 16 Winner (Brady: 15) und leistete sich weniger vermeidbare Fehler (24 zu 31).

Der Matchball: So machte Osaka den Finalsieg in Melbourne perfekt

Brady aus der Quarantäne ins Finale

Osaka hat damit in Melbourne 2021 nur einen einzigen Satz verloren, als sie beim 4:6, 6:4, 7:5 im Achtelfinale gegen Garbiñe Muguruza zwei Matchbälle abwehren musste. Ähnliches war auch Angelique Kerber bei ihrem Triumph 2016 gelungen.
Im Halbfinale hatte Osaka die 23-fache Grand-Slam-Siegerin Serena Williams ausgeschaltet.

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Bradys erster Einzug in ein Grand-Slam-Finale kam derweil durchaus überraschend, war ihre Vorbereitung doch extrem gestört.
Die 25-Jährige gehörte wie Kerber zu den über 70 Profis, die im Vorfeld der Australian Open wegen Coronafällen auf ihren Flügen 14 Tage in strikter Quarantäne verbringen mussten und ihr Hotelzimmer nicht verlassen durften.

"Eine Inspiration für uns alle": Die Siegerehrung mit Champion Osaka

Weltrangliste: Brady springt auf Platz 13

Im Vorjahr hatte Osaka gegen die vom Deutschen Michael Geserer trainierte Brady im Halbfinale der US Open in drei Sätzen die Oberhand behalten.
Osaka gegen Brady zum Nachlesen im Ticker
Auch im Endspiel von Melbourne war die Japanerin favorisiert, schon 2019 hatte sie bei den Australian Open triumphiert. Bradys bestes Ergebnis in Melbourne war bisher der Achtelfinaleinzug 2017 gewesen.
In der Weltrangliste überholt Osaka wegen des eingefrorenen Rankings, das aufgrund der Coronavirus-Pandemie auch ältere Ergebnisse berücksichtigt, "nur" Simona Halep und rückt hinter Ashleigh Barty, die in Melbourne wie Halep nach knapp einem Jahr Spielpause im Viertelfinale gescheitert war, auf Platz zwei vor.

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Becker sieht Osaka dominieren

"Naomi Osaka wird bald wieder die Nummer eins sein, wo sie auch hingehört", prognostizierte Becker: "Ich sehe keinen Grund, warum Osaka über die kommenden Jahre nicht die dominierende Spielerin sein sollte."
Brady klettert in der neuen Weltrangliste dagegen elf Plätze nach oben und steht nun auf Rang 13.
Das Herren-Endspiel bestreiten am Sonntag (ab 9:15 Uhr live bei Eurosport im Free-TV, im Livestream bei Eurosport auf Joyn und im Liveticker bei Eurosport.de) Rekordsieger Novak Djokovic aus Serbien und der Russe Daniil Medvedev.
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(mit SID)

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