Australian Open: Tsitsipas entzaubert Nadal nach 0:2-Satzrückstand und zieht ins Halbfinale ein

Stefanos Tsitsipas hat bei den Australian Open gegen Rafael Nadal ein schon fast verlorengeglaubtes Viertelfinale noch gedreht und damit seinen größten Karriereerfolg eingestellt. Der an Fünf gesetzte Grieche besiegte den bis dato noch ohne Satzverlust durchs Turnier geflogenen Spanier 3:6, 2:6, 7:6 (7:4), 6:4, 7:5 und steht damit zum dritten Mal in seiner Karriere in einem Grand-Slam-Halbfinale.

Stefanos Tsitsipas - Australian Open 2021

Fotocredit: Getty Images

Rafael Nadal (Spanien/Nr. 2) hatte bei den Grand Slams bisher nur bei den US Open 2015 in der dritten Runde gegen Fabio Fognini nach einer 2:0-Satzführung noch verloren. Stefanos Tsitsipas (Griechenland/Nr. 5) war das Kunststück umgekehrt zuvor nur einmal, bei den French Open 2020 in der ersten Runde gegen Jaume Munar, gelungen.
Nach 4:05 Stunden verwandelte Tsitsipas seinen dritten Matchball. "Ich bin sprachlos. ich habe keine Worte für das, was auf dem Platz passiert ist", sagte der Sieger, der bei den Australian Open 2019 und bei den French Open 2020 bereits das Halbfinale erreicht hatte: "Es ist ein unglaubliches Gefühl, auf so einem Level zu kämpfen."
"Eine unglaubliche Leistung", sagte Eurosport-Experte Boris Becker "Es waren zwei Matches in einem und das Beste, was ich von Tsitsipas jemals gesehen habe."
Nadal verpasste durch die bittere Niederlage gegen Tsitsipas nicht nur das Halbfinale, sondern auch einen Grand-Slam-Rekord von Roger Federer einzustellen. Dazu hätte der 35 Jahre alte Spanier glatt siegen müssen; dann nämlich hätte er 36 Sätze bei Grand-Slam-Turnieren in Folge gewonnen, so wie das Roger Federer 2006/2007 (US Open, Australian Open, French Open) gelungen war.
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Highlights | Nach 3:6, 2:6: Tsitsipas schlägt Nadal in fünf Sätzen

Quelle: WSC

Nadal mit Worten eines Champions

Bis zu Beginn des vierten Satzes ließ Nadal gegen den 13 Jahre jüngeren Griechen auch keinen einzigen Breakball zu, musste sich aber im Tiebreak des dritten Satzes 3:7 beugen und verlor darauf den Faden, während Tsitsipas immer mehr an seine Comeback-Chance glaubte.
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Rafa menschelt: Nadal verhaut Schmetterball im Tiebreak

Quelle: Eurosport

Gegen Laslo Djere (6:3, 6:4, 6:1), den Qualifikanten Michael Mmoh (6:1, 6:4, 6:2), Cameron Norrie (7:5, 6:2, 7:5) und den an 16 gesetzten Fabio Fognini (6:3, 6:4, 6:2) war Nadal in den ersten vier Runden ohne Satzverlust geblieben und hatte dabei insgesamt nur vier Breaks kassiert.
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Becker von Nadal begeistert: "Tsitsipas kauft Busticket nach Nirgendwo"

Quelle: Eurosport

"Das war heute nicht genug. So ist Tennis - einer gewinnt, einer verliert", sagte Nadal: "Heute habe ich verloren. Ich kann jetzt nur daran arbeiten, dass ich das nächste Mal noch besser bin."

Tsitsipas fliegt "wie ein kleiner Vogel"

Tsitsipas hatte schon ein Fünf-Satz-Sieg gegen den Australier Thanasi Kokkinakis in der zweiten Runde in den Knochen (6:7, 6:4, 6:1, 6:7, 6:4). Dafür war der 22-Jährige kampflos durchs Achtelfinale gekommen, weil Matteo Berrettini nach einer Bauchmuskelverletzung zurückziehen musste - gesparte Körner, die sich gegen Nadal offenbar auszahlten.
"Ich habe sehr nervös angefangen. Ich weiß nicht, was im dritten Satz passiert ist. Ich bin wie ein kleiner Vogel geflogen", sagte der Sieger.
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"Jede Rally am Drücker": Tsitsipas gibt nochmal richtig Gas

Quelle: Eurosport

Tsitsipas beweist Nervenstärke

Er habe sich "sehr darauf fokussiert, ruhig zu bleiben" und seine Nerven im Griff zu behalten. Diese Nervenstärke zahlte sich auch im Entscheidungssatz aus, als er bei 6:5 zunächst zwei Matchbälle vergab und Nadal dann sogar noch eine Breakchance gestattete.
"Meine Nerven im Griff zu haben, war ein sehr wichtiges Element. Ich habe das in vielen Matches nicht geschafft. Ein großer Teil des Sieges liegt daran, dass meine Stimmung gleich geblieben ist und ich in den entscheidenden Momenten ruhig geblieben bin", so Tsitsipas.
Nadal kann damit Federer (beide 20 Siege) in der Grand-Slam-Rekordliste erstmal nicht überholen. Nadal hat die Australian Open bei 16 Teilnahmen erst einmal gewinnen können (2009). Viermal war er im Finale unterlegen (2012, 2014, 2017, 2019).

Becker beeindruckt von Tsitsipas

Eine Niederlage nach 2:0-Satzführung war Nadal nur 2015 gegen Fognini (6:3, 6:4, 4:6, 3:6, 4:6) und zuvor 2005 im Finale des Masters von Miami gegen Federer unterlaufen (6:2, 7:6, 6:7, 3:6, 1.6).
"Nach den ersten beiden Sätzen hätte ich nichts mehr auf Tsitsipas gesetzt, dann aber haben wir eine unglaubliche Verändeurng gesehen", sagte Becker.
"Das liegt auch ein bisschen an Nadal, der das Match vielleicht etwas zu leicht genommen hat. Tsitsipas hat dann allerdings unglaublich aufgespielt."
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Aufregung im vierten Satz: Verwarnung gegen Tsitsipas-Box

Quelle: Eurosport

Tsitsipas jetzt gegen Medvedev

Dieses wird dann wieder vor Zuschauern stattfinden.
Im ersten Herren-Halbfinale am Donnerstag trifft Qualifikant Aslan Karatsev auf Titelverteidiger Novak Djokovic (Serbien/Nr. 1), der den Deutschen Alexander Zverev (Nr. 6) in vier Sätzen aus dem Turnier warf.
Djokovic ist damit der einzige verbliebene Grand-Slam-Sieger (17 Titel) im Turnier.
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Drama zum Matchball: So holte sich Tsitsipas den Sieg gegen Nadal

Quelle: Eurosport

Viertelfinale der Herren:

Halbfinale der Herren:

Das Gelbe vom Ball - der Tennis-Podcast von Eurosport:

(mit SID)
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