Daniil Medvedev und Alexander Zverev Topfavoriten? Das Pokern hat begonnen
Die Favoriten haben bei den Australian Open ihre ersten Duftmarken hinterlassen. Alexander Zverev, Daniil Medvedev, Stefanos Tsitsipas und Rafael Nadal sind ohne Satzverlust in die 2. Runde eingezogen Allerdings: Auf die Rolle des heißesten Titelanwärters in Melbourne ist nach der Abwesenheit von Novak Djokovic (noch) keiner aus dem Quartett wirklich scharf. Stattdessen wird taktiert und gepokert.
Daniil Medvedev bei den Australian Open
Fotocredit: Imago
Daniil Medvedev hat sich seine ganz eigene Logik zurechtgelegt, wenn es ab sofort um die Frage nach dem Topfavoriten bei den Australian Open geht.
"Ich sage immer, dass der Spieler favorisiert ist, der das höchste Ranking hat. Also ist es jetzt Rafa, denn der hat 20 Grand-Slam-Titel gewonnen", stellte der US-Open-Champion mit einem Grinsen im Eurosport-Interview klar.
Wohlwissend, dass er als Nummer zwei der Weltrangliste von der Papierform her der Mann mit den besten Chancen auf die Trophäe, den Norman Brooks Challenge Cup, ist.
Tatsächlich hatte Medvedev zusammen mit Zverev die reibungsloseste Vorbereitung auf das erste Grand-Slam-Event der Saison.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/01/18/3290838-67297028-2560-1440.png)
1. Runde: Medvedev siegt glatt - Highlights
Quelle: Eurosport
Beim ATP Cup gewann er drei seiner vier Einzel, dazu bewies der Russe mit dem Finaleinzug im Vorjahr, dass er gut zurechtkommt mit den Bedingungen im Melbourne Park.
Der Auftakt in diesem Jahr war ebenfalls ganz brauchbar, Medvedev schlug den Schweizer Henri Laaksonen 6:1, 6:4, 7:6 (7:3).
Wilander: "Medvedev der klare Favorit"
Aber deshalb gleich Topfavorit?
Öffentlich weist der 25-Jährige das von sich - ganz im Unterschied zum dreifachen Australian-Open-Sieger Mats Wilander. "Daniil hat im ersten Match gegen Henri Laaksonen so gut verteidigt und geduldig gespielt. Wenn Novak nicht da ist, dann ist er für mich der beste Spieler der Welt und der klare Favorit", so der Schwede bei Eurosport.
Allerdings steht Medvedev in Runde zwei ein schwerer Gang bevor.
Es geht gegen Nick Kyrgios - und dass der gut in Form ist und genau weiß, wie er die Arenen beim "Heimspiel" in einen Hexenkessel verwandelt, bewies er zum Auftakt gegen Liam Broady eindrucksvoll.
Zverev hat Quartett auf dem Zettel
Geht es streng nach Ranking, hat nach Medvedev der Hamburger Alexander Zverev die besten Karten. Die Nummer drei der Welt startete mit einem 7:6 (7:3), 6:1, 7:6 (7:1) gegen Daniel Altmaier ins Turnier und macht sich natürlich auch so seine Gedanken über die neuen Kräfteverhältnisse in Melbourne.
Im Halbfinale wäre der Olympiasieger möglicherweise auf Titelverteidiger Djokovic getroffen. Hat sich nun erledigt.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/01/17/3290498-67290228-2560-1440.jpg)
Zverev exklusiv: "Dann kann Mischa mich aus dem Fenster schmeißen"
Quelle: Eurosport
Die Favoritenfrage beantwortet Zverev mit einer Mischung aus Understatement und gesundem Selbstbewusstsein. "Wenn man über die möglichen Sieger redet, muss man über Medvedev, Tsitsipas sprechen", so der 24-Jährige, aber: "Ich selbst habe in den vergangenen sechs Monaten auch gut gespielt." Ach ja, Rafael Nadal habe im "gemeinsamen Training unglaublich gut gespielt", versicherte Zverev noch.
Der Weltranglistendritte hat also ebenfalls vier Favoriten auf dem Zettel - wobei in der öffentlichen Wahrnehmung Nadal und Tsitsipas in den vergangenen Wochen etwas abgefallen waren. Der Spanier, weil er nach einer Coronainfektion länger ausfiel, der Grieche, weil ihn Ellbogenprobleme plagten.
Die scheinen erst einmal überwunden, Tsitsipas fegte Mikael Ymer in Runde eins 6:2, 6:4, 6:3 vom Platz.
Becker: "Wer Nadal als Dark Horse bezeichnet ..."
Nadal wiederum zeigte schon vor den Australian Open, dass er auch mit 35 Jahren noch zu einem Comeback mit Paukenschlag fähig ist. Der Superstar gewann das Vorbereitungsturnier von Melbourne und ließ zum Start in die Australian Open einen souveränen 6:1, 6:4, 6:2-Erfolg gegen Marcos Giron folgen.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/01/17/3290016-67280588-2560-1440.jpg)
Feines Händchen! Nadal bei Grand-Slam-Comeback schnell unterwegs
Quelle: Eurosport
Der Sandplatzkönig ist auch Down Under wieder in Titelform. Experten, die daran noch Zweifel haben, sei die Ansage von Eurosport-Experte Becker ans Herz gelegt: "Wer Nadal als Dark Horse bezeichnet, hat keine Ahnung von Tennis."
Das könnte Dich ebenfalls interessieren: Kyrgios - fette Show mit Missverständnis
Podcast - Das Gelbe vom Ball: Becker über Zverevs Chancen
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/12/22/image-98b602cb-ae46-4c06-8857-c6197f655aaf-68-310-310.jpeg)