So nutzte Zverev nur vier seiner 18 Breakchancen. Im ersten Durchgang kam der Olympiasieger gegen den 23 Jahre alten Kempener nur langsam in die Partie.
Während sich Zverev vier Doppelfehler leistete, spielte Altmaier frech auf und hielt sein Service. So ging es in den Tiebreak.
Dort behielt Zverev dann aber mit 7:3 die Oberhand - was Altmaier zu schaffen machte. Im zweiten Satz zog der 24 Jahre alte Weltranglistendritte schnell davon und machte in nur 29 Minuten das 6:1 perfekt.
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Im dritten Durchgang fing sich Altmaier, der nach seinem sensationellen Achtelfinal-Einzug bei den French Open 2020 erst sein zweites Grand-Slam-Turnier spielt, wieder.

1. Runde: Zverev ringt Altmaier nieder - Highlights

Dem 23-Jährigen gelang es sogar mit seinem ersten und einzigen Breakball, Zverev zum 3:2 den Aufschlag abzunehmen und den schier übermächtigen Gegner schließlich ein zweites Mal in den Tiebreak zu zwingen.
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Zverev unzufrieden mit sich

Dort verwandelte der Hamburger dann aber nach 2:38 Stunden Spielzeit seinen fünften Matchball. In der zweiten Runde trifft Zverev bei der Jagd nach seinem ersten Grand-Slam-Titel auf den australischen Lokalmatadoren John Millman.
"Es lief nicht viel nach Plan - außer, dass ich gewonnen habe", analysierte Zverev im Siegerinterview auf dem Court. 43 unforced errors hatte sich der 24-Jährige zuvor geleistet und mit seinem zweiten Aufschlag nur 38 Prozent der Punkte gemacht. Alle anderen Statistiken - unter anderem die der Asse (14:1) - dominierte Zverev allerdings.

Sieht man nicht oft! Altmaier langt übers Netz und punktet

"Es war nicht das perfekte Match, aber ein gutes", meinte deshalb auch Eurosport-Experte Boris Becker: "Er hat zu passiv angefangen, sich dann aber gesteigert. Für mich war es toll, wie er seine Offensivqualitäten entwickelt hat. Zweiter Satz - besser geht's nicht. Im dritten Satz war er dann zu entspannt, hat die Zügel ein bisschen fallen lassen."
"Das ist eine Leistung, auf die ich aufbauen muss. Es war keine Glanzleistung von mir - keine Frage. Ich muss anfangen, besser zu spielen", bestätigte Zverev im Eurosport-Interview den Eindruck, das noch ein wenig Sand im Getriebe ist.
Er sagte aber auch: "Es ist ein Erstrundenmatch bei einem Grand Slam am Anfang des Jahres - ich kann da noch nicht perfekt spielen. Wenn ich jetzt perfekt spiele, ist irgendwas falsch."

Hab ich gewonnen? Zverev pennt nach Matchball

Becker lobt Altmaier

Für Altmaier hatte Becker Lob übrig: "Das war à la bonheur! Das hat er gut gemacht. Wenn er jetzt häufiger die Chance bekommt, solche Matches auf solchem Niveau zu spielen, wird auch die eigene Form besser. Es war insgesamt ein sehr unterhaltsames Match."
Der 23 Jahre alte Kempener habe gesehen, "wo seine spielerische Grenze ist, wo Sascha Zverev noch besser ist. Auf der anderen Seite hatte er tolle Momente, hat zweimal den Tiebreak erreicht - das muss man auch erstmal schaffen. Für ihn war das eine weitere Bestätigung, dass er auf dem richtigen Weg ist. Muss jetzt mal verletzungsfrei bleiben und über das ganze Jahr die Konstanz zeigen, die er heute in weiten Strecken des Matches gezeigt hat."

Becker macht Zverev Mut: "Sascha, das war gar nicht so schlecht!"

Altmaier hatte sich durch viele Teilnahmen an Challenger-Turnieren auf Rang 97 der Weltrangliste hochgearbeitet und sich damit den Platz im Hauptfeld der Australian Open "verdient".

Zverev mit Medvedev Titel-Favorit

Nach der Ausweisung des Weltranglistenersten Novak Djokovic ist Zverev neben US-Open-Champion Daniil Medvedev (Russland/Nr. 2) größter Titelanwärter in Melbourne - bitte haben die Chance, mit dem Turniersieg auch die Nummer eins der Weltrangliste zu übernehmen.
Insofern war Altmaier nur eine erste Hürde. "Das erste offizielle Match ist immer so eine Art Gradmesser, um festzustellen: Wie weit bin ich denn? Diese erste Woche ist wichtig, um in Form zu kommen, wenn man die Hoffnung hat, das gesamte Turnier zu gewinnen", meinte Becker. Bis dahin heiße es eher: "Es muss nicht immer schön aussehen, solange man gewinnt."
So sah es auch Zverev. "Man spielt hier nicht auf Anhieb sein bestes Tennis - außer man ist Roger oder Rafa. Ich bin nicht perfekt", sagte der Deutsche und spielte damit auf die mit Djokovic Grand-Slam-Rekordsieger Rafael Nadal und Roger Federer (fehlt in Melbourne verletzt) an.
Zuvor hatten bei den Männern am ersten Turniertag aus deutscher Sicht bereits Dominik Koepfer (Furtwangen), Oscar Otte (Köln) und Yannick Hanfmann (Karlsruhe) die zweite Runde erreicht. Hanfmann steht dort mit dem Duell gegen Superstar Nadal (Spanien/Nr. 6) ein echtes Highlight bevor.
Nadal feierte gegen Marcos Giron (USA) ein gelungenes Grand-Slam-Comeback.
Die Australian Open 2022 live im Free-TV bei Eurosport 1 und bei Eurosport mit Joyn+!
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(mit SID)

Krachender Return: Zverev gewinnt Tiebreak gegen Altmaier

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