Dass Djokovic eine medizinische Ausnahmegenehmigung zur Einreise nach Australien erhielt, war offenbar auch schon unter den Spielern ein großes Thema.
Schwartzman, der aktuell mit Argentinien beim ATP Cup in Sydney am Start ist, erklärte am Mittwoch: "Ich möchte nicht sagen, was ich denke. Wir Spieler haben schon in der Umkleidekabine darüber gesprochen. Vielleicht werden die Medien in den nächsten Wochen auch in der Umkleidekabine dabei sein, aber ich denke, wir müssen nichts sagen."
Sie seien alle in Australien, um Tennis zu spielen. "Novak hat bereits mit dem Turnier gesprochen, mit der Regierung, alle reden darüber", meinte Schwartzman. Er ziehe es daher vor sich herauszuhalten.
Australian Open
Ausnahme für Djokovic schlägt Wellen: Das steckt hinter der Entscheidung
05/01/2022 AM 06:36
Sam Stosur, die nach den Australian Open ihre Karriere beenden wird, hofft unterdessen, dass bei diesem "hitzigen Thema" auch "auf lange Sicht alles in Ordnung" ist.

Jordan Thompson freut sich auf Novak Djokovic

"Was die Ausnahmeregelung angeht, so habe ich natürlich keine Ahnung, wofür sie gilt und was sie war. Ich glaube nicht, dass die Verantwortlichen und die Australian Open darüber entscheiden. Es ist die Regierung", sagte sie: "Was auch immer für ein Antrag eingereicht wurde, sie haben ihn offensichtlich genehmigt."
Jordan Thompson freute sich zudem einfach, dass Djokovic bei den Australian Open an den Start gehen wird. "Das Einzige, was ich weiß, ist, dass er die Ausnahmegenehmigung bekommen hat, und ich finde es gut, dass er hier spielt. Das ist alles, was ich wirklich sagen kann", meinte der Australier.
Er wisse, dass in seiner Heimat viel Wert auf Impfungen gelegt werde, aber: "Es ist ein schwieriges Thema. Ich kann verstehen, warum die Leute wütend sind. Mir ist das, ehrlich gesagt, ziemlich egal. Ich denke nur, dass die Menschen selbst entscheiden sollten, ob sie sich impfen lassen wollen oder nicht."

Medien prangern an: Regeln gelten nicht für Djokovic

Zuvor hatte bereits Jamie Murray, Australian-Open-Sieger von 2016 im Doppel, Skepsis geäußert, ob die Entscheidung zugunsten des Serben wirklich neutral ablief: "Ich denke, wenn ich nicht geimpft wäre, würde ich keine Ausnahmegenehmigung bekommen." Auch Australiens Premierminister Scott Morrison schaltete sich in die Debatte ein und betonte, es werde "keine Sonderregelungen für Novak Djokovic geben". Der Serbe selbst hatte bei der Einreise einige Probleme mit seinem Visum, berichtete derweil die Zeitung "The Age".
Die meisten australischen Zeitungen hatten angesichts der monatelangen Lockdowns und extremen Einschränkungen, besonders in Melbourne, ohnehin eine negative Meinung zur Ausnahmegenehmigung für den Weltranglistenersten. "Regeln sind Regeln - es sei denn, man ist reich und berühmt wie Djokovic", schrieb etwa "The Age".
Die "Canberra Times" kommentierte: "You've got to be Djoking... Hände hoch, wenn Sie wirklich überrascht waren, als Sie hörten, dass Novak Djokovic eine medizinische Ausnahmegenehmigung für die Australian Open erhalten hat. Leider gelten andere Regeln, wenn man ein globaler Sport-Superstar ist, selbst, wenn man keinerlei Respekt vor einem Virus gezeigt hat, mit dem in den letzten zwei Jahren fast 300 Millionen Menschen auf der ganzen Welt infiziert wurden."
Weiter beschrieb sie die Gefühlslage der Australier: "Entsetzt, vielleicht. Wütend, ja. Frustriert, enttäuscht, angewidert, mit dem Gefühl, dass wir alle gerade eine schallende Ohrfeige bekommen haben."

Sam Groth verurteilt "kranke Heuchelei"

Der ehemalige australische Tennisprofi Sam Groth schrieb in einer Kolumne für "Herald Sun" von "kranker Heuchelei". Djokovics Teilnahme an den Australian Open sei "eine Beleidigung für jeden Australier, der wegen COVID durch die Hölle gegangen ist".
Groth bezeichnete die Ausnahmegenehmigung als "eine Entscheidung, die jedem Bürger Victorias und Australiens ins Gesicht spuckt". Der "Sydney Morning Herald" bezeichnete Djokovic als "menschlichen Blitzableiter", der nun mit der Wut der Australier zurechtkommen müsse.
Tennis-Ikone Rod Laver schlug in dieselbe Kerbe: "Wenn er einen guten Grund hat - dann sollten wir ihn erfahren. Ja, du bist ein großartiger Spieler und hast so viele Turniere gewonnen, also kann es nichts Körperliches sein. Was ist also das Problem?" Seine Sorge mit Blick auf die Reaktion der Fans: "Es könnte hässlich werden."
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(mit SID)

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