Es tue ihm leid, das so sagen zu müssen, denn Australien sei "eines der gastfreundschaftlichsten Länder der Erde", sagte Becker, der selber zweifacher Sieger des Majors in Melbourne ist (1991, 1996). Die Geschehnisse seien ein bisschen konfus gewesen, aber die strickten Impfregeln hätten letztlich den Unterschied gemacht. "Kein Individuum ist größer als das Gesetz", so Becker.
Zwischen 2013 und 2016 saß der 54-Jährige als Djokovics Trainer in dessen Box. Zusammen mit dem Serben gewann er sechs von dessen 20 Grand-Slam-Titel. Für Becker, der noch immer engen Kontakt zum 34-Jährigen hegt, sei es wichtig, dass Djokovic "keine Gesetze gebrochen" habe. Dennoch sei der Ausgang der fast zweiwöchigen Hängepartie und die letztliche Ausweisung aus Australien ein schwerer Schlag für die Nummer eins der Welt.
"Die Australian Open sind sein Lieblingsturnier, er hat es neun Mal gewonnen und wollte nun mit seinem zehnten Sieg den Rekord von 21 Grand-Slam-Siegen brechen. Diese Chance hat man ihm genommen. Ich denke, er ist innerlich tief frustriert."
Australian Open
Pressestimmen zum Urteil gegen Djokovic: "Schäm dich, Australien!"
16/01/2022 AM 15:00
Sorgen macht sich Becker zudem im Hinblick auf den weiteren Saisonverlauf: "Die Welt ist gespalten und Djokovic der bekannteste Impfgegner. Ich bin sicher, dass die French Open die Saga verfolgt haben, Wimbledon ebenso."

Becker: Es wird nicht einfacher für Djokovic

Laut Becker werde es unabhängig von neuen Virusvarianten im Mai und Juni weiterhin Einschränkungen bezüglich der Teilnahme an Tennisturnieren geben. "Mal sehen, was Novak machen wird. Natürlich ist es die einfachste Lösung für ihn, geimpft zu sein", so Becker.
Doch was passiert, wenn sich die Haltung des Serben gegenüber einer Coronaimpfung nicht ändert? "Dann braucht er eine Sondererlaubnis und Ausnahmegenehmigungen", prognostiziert Becker und weißt auf die Menge an Papierkram hin, die es womöglich braucht, um ein Tennisturnier zu spielen.
"Es ist schwer genug, ein Tennisturnier zu gewinnen, jetzt hat er bereits Mühe, Dokumente auszufüllen, um überhaupt teilnehmen zu können. Die Welt, in der wir leben, ist verrückt, aber es ist, wie es ist. Wir hatten alle zwei Jahre Zeit, die Dinge zu akzeptieren. Es gibt keine andere Wahl."
Das könnte Dich auch interessieren: Totalschaden Down Under: Die Folgen der Causa Djokovic

Djokovic-Fans argwöhnen: "Abschiebung politisch motiviert"

Australian Open
"Sehr mutig!" Lob für Halep nach offenem Umgang mit Panikattacke
VOR 12 STUNDEN
Australian Open
Australian-Open-Eklat - so sieht Djokovic das Theater heute
VOR 13 STUNDEN