Denis Shapovalov schäumte.
"Du musst ihn verwarnen. Verwarne ihn", giftete der Zverev-Bezwinger im Viertelfinale in Richtung Stuhlschiedsrichters Carlos Bernardes.
Gemeint war damit die lange Zeit, die sich Rafael Nadal zwischen den Ballwechseln häufig lässt. Die Shot Clock sei vor 45 Sekunden gestartet worden, der Superstar aus Spanien aber noch immer nicht spielbereit.
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UPDATE 25/01/2022 UM 15:57 UHR
Aus der Tatsache, dass Bernardes keine Time Violation aussprach, schloss Shapovalov: "Ihr seid alle korrupt! Ihr seid alle korrupt!" Es sei "unfair, mit wieviel Rafa davonkommt".

McEnroe: "Nadal könnte zehn Sekunden sparen"

Tatsächlich pflege Nadal auf dem Platz eine ganze Reihe an Ritualen, die Zeit kosten, so John McEnroe. "Er fasst immer seine Flaschen an, dann berührt er immer seine Schultern. Rafa macht eine Menge Dinge, die Zeit kosten. Man könnte jetzt sagen, dass er auch gewinnen würde, wenn er das alles lassen und damit pro Punkt zehn Sekunden einsparen würde" erklärte der US-Amerikaner im Eurosport-Interview. Nadal gehe in dieser Hinsicht aber immer ans Limit.

"Ihr seid alle korrupt!" Was Shapovalov genau zum Schiedsrichter sagte

Gleichzeitig zeigte McEnroe Verständnis für die Situation von Shapovalov.
"Er war ein Riesenmatch für ihn und die Chance auf den größten Sieger seiner bisherigen Karriere. Ich mache ihm gar keine Vorwürfe, dass er sich beschwert hat - denn die Regeln sind nun einmal die Regeln", so McEnroe.

Becker: "... dann hat Shapovalov recht"

Eine Sichtweise, die Eurosport-Experte Boris Becker teilt. "Wenn der Schiedsrichter sich ganz streng an die Regeln hält, hat Shapovalov recht", unterstrich der zweimalige Australian-Open-Champion. "Der Aufschläger entscheidet, wie schnell gespielt wird. Nadal war innerhalb von 45 Sekunden nicht bereit, um zu returnieren."

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Shapovalov, ergänzte McEnroe, habe die Partie aber "nicht verloren, weil Nadal sich etwas zu viel Zeit gelassen hat". Der 22-Jährige sei an "einem großen Champion" gescheitert, der sich eine passende Strategie überlegt habe, als es brenzlig wurde.

Shapovalov kritisiert Bevorzugung von Nadal: "Ein großer Witz"

Shapovalov zeigte sich mit etwas Abstand einsichtig. "Ich glaube, ich habe mich falsch ausgedrückt, als ich sagte, er sei korrupt", stellte der Weltranglisten-14. klar. An seiner Meinung, wonach Nadal in unfairem Maße Privilegien genieße, hielt er allerdings fest.
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Viertelfinale: Nadal ringt Shapovalov nieder - Highlights

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