Australian Open 2026: Carlos Alcaraz auf historischer Mission in Melbourne - aber es gibt zwei große Fragzeichen
Carlos Alcaraz greift bei den Australian Open als Nummer eins der Welt nach dem historischen Coup. Der 22-Jährige will in Melbourne als jüngster Spieler der Geschichte den Karriere-Grand-Slam vollenden. Ein schweres Unterfangen, was nicht nur an der Extraklasse seines schärfsten Rivalen Jannik Sinner liegt. Denn: Alcaraz geht ohne Juan Carlos Ferrero und ohne Vorbereitungsturnier an den Start.
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Quelle: Eurosport
"Das hat mich kalt erwischt", sagt Eurosport-Experte Boris Becker und spielt damit auf die überraschende Entscheidung von Carlos Alcaraz an, sich in der Saisonpause von Erfolgstrainer Juan Carlos Ferrero zu trennen. "Alcaraz-Ferrero war für mich neben Sinner-Cahill die beste Combo im Tennis."
Im Hinblick auf die Chancen des Spaniers bei den Australian Open sei das Fehlen von Ferrero "das Einzige, wo ich so ein bisschen Bauchschmerzen habe, ich wollte es am Anfang gar nicht glauben", so der zweimalige Melbourne-Champion.
Das Ende der Zusammenarbeit zwischen Alcaraz und Ferrero ist zwar fast einen Monat her, das Thema ist aber noch immer präsent. Zum einen, weil es Misstöne gab. So erklärte Ferrero gegenüber dem spanischen Radiosender "RNE", dass er "mit einigen Punkten des neuen Vertrags nicht einverstanden" gewesen sei und man keine Einigung erzielt habe, die seinen "Werten und Überzeugungen" entsprächen.
Zum anderen steht die Frage im Raum, ob der Weltranglistenerste aktuell geschwächt in das zu erwartende Duell in Melbourne gegen Jannik Sinner geht. Die Antwort fällt umso schwerer, als dass Alcaraz in diesem Jahr noch keinen echten Leistungsnachweis erbracht hat. Immerhin: In Südkorea gewann er - gut eine Woche vor den Australian Open - ein Showmatch gegen Sinner knapp in zwei Sätzen.
Becker wünscht sich Nadal, Alcaraz erklärt Entscheidung
Nur, so Becker, sei "Ferrero einer der besten Trainer weltweit und ein Grund, warum Carlos so stark war. Er muss sich jetzt neu finden. Für mich wäre es nicht verwunderlich, wenn er im Laufe des Jahres einen neuen Supercoach hinzuholt. Vielleicht Rafael Nadal, das würde ich mir wünschen."
Aufgrund der "ruhigeren" Situation bei Sinner und dessen Erfolge in Melbourne aus der Vergangenheit sehe er den Italiener in der Favoritenfrage vor Alcaraz.
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Der Spanier kam beim Happy Slam bislang nie über das Viertelfinale hinaus, strotzt aber dennoch vor Selbstvertrauen und versucht, die Causa Ferrero kleinzuhalten. "Wir haben dieses Kapitel gemeinsam abgeschlossen. Wir sind noch Freunde und haben ein gutes Verhältnis, aber wir haben uns einfach so entschieden", erklärte Alcaraz auf der Pressekonferenz vor dem Turnierstart im Melbourne Park.
Alcaraz: "Ich bin hungrig auf den Titel"
Er setze "großes Vertrauen in das Team, das ich derzeit habe", so der sechsmalige Grand-Slam-Turniersieger. Bedeutet: Samuel Lopéz, seit Anfang 2025 Mitglied im Team, fungiert in den ersten Monaten des neuen Jahres interimsweise als Coach. Die Trainingseinheiten in Melbourne seien "wirklich gut" gelaufen.
Alcaraz, der am Sonntag gegen den Weltranglisten-79. Adam Walton aus Australien (ab ca. 11:00 Uhr im Liveticker) loslegt, ließ keinen Zweifel daran, worum es ihm geht: "Ich bin hungrig auf den Titel." Es sei "etwas Großartiges, den Karriere-Grand-Slam zu vollenden - und noch besser wäre es, der jüngste Spieler zu sein, der dies je geschafft hat".
Alcaraz will Rekord von Budge und Nadal brechen
Die bisherigen Rekorde halten Don Budge, der vor der sogenannten Open Era mit 22 Jahren und elf Monaten die Sammlung komplettierte, und Rafael Nadal. Der Mallorquiner ist mit 24 Jahren und drei Monaten der jüngste Spieler, dem das Kunststück seit Beginn der Open Era im Jahr 1968 gelang.
Alcaraz ist 22 Jahre und acht Monate alt - perfekt, um in den kommenden zwei Wochen Geschichte zu schreiben, auch ohne Ferrero.
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