Australian Open - Kommentar zu Alexander Zverevs heroischem Scheitern gegen Carlos Alcaraz: Ein unterhaltsamer Sisyphos

Alexander Zverev verliert bei den Australian Open episch gegen Carlos Alcaraz - wieder einmal. Bei der dramatischen Fünf-Satz-Niederlage zeigt der umstrittene 28-Jährige erneut alle Facetten seines Spiels und Seins: Er haderte, motzte, fightete, brillierte - und scheiterte mit wehenden Fahnen. Bei all seiner Fehlbarkeit muss man konstatieren: unterhaltsam sind diese Matches allemal. Ein Kommentar.

Alexander Zverev - Carlos Alcaraz | Halbfinale | Highlights

Quelle: Eurosport

Alexander Zverev schimpfte wie ein Rohrspatz mit Supervisor Andreas Egli. Dass sein Gegner Carlos Alcaraz im dritten Satz ein medical timeout gestattet wurde, obwohl der Spanier "nur" Krämpfe hatte, stieß beim Deutschen so gar nicht auf Gegenliebe.
Das Leid(en) des einen, Alcaraz, sorgte für Zorn des anderen, Zverev. "Bullshit", nannte der Deutsche das. Mit den Krämpfen des Kämpfers aus Murcia veränderte sich das Spiel aber komplett. Und Zverev war nach dem "Bullshit"-Ausraster plötzlich ganz bei sich. Sportlich etwas zögerlich zwar, aber doch: ruhiger, seine Chance witternd.
So entfaltete sich erneut eines dieser epischen Matches, wie sie uns der 28-Jährige in schöner Regelmäßigkeit zeigt: Im Finale der US Open 2020 gegen Dominic Thiem, im Halbfinale 2021 gegen Novak Djokovic ein Jahr später, in der Vorschlussrunde 2024 in Australien gegen Daniil Medvedev oder im Endspiel der French Open 2024 gegen eben jenen Alcaraz.
Spiele, die einem neben dem Verletzungsdrama gegen Rafael Nadal in Paris 2022 allesamt in Erinnerung bleiben. Der kleine Schönheitsfehler: Zverev hat sie alle verloren. Und wartet in Summe weiter auf seinen ersten Grand-Slam-Sieg. Wie Sisyphos rollt der Deutsche den Stein immer wieder tapfer den Berg hinauf. Nur, um ihn kurz vor dem Gipfel wieder gen Tal rauschen zu sehen. So nun erneut, nach 5:27 Stunden Kampf in der (untergehenden) Sonne Australiens.
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Zverev: "Mache Niederlage nicht am fünften Satz fest, sondern am zweiten"

Quelle: Eurosport

Zverev beweist Wille - und Größe

Was Zverev bei all seiner Fehlbarkeit jedoch ehrt: der Wille, nicht aufzugeben. Und mittlerweile auch: in der Niederlage Größe zu zeigen. Nach dem verlorenen Halbfinale gegen Alcaraz suchte er die Schuld nämlich ausschließlich bei sich. Dass Alcaraz das Timeout erhalten habe, solle nach dieser Tennis-Schlacht nicht das bestimmende Thema sein, fand er.
Als entscheidenden Faktor für die Niederlage nannte Zverev indes nicht den verlorenen fünften, sondern interessanterweise den zweiten Satz. "Wenn ich da ausgleiche und er dann im dritten Satz Krämpfe bekommt, wird das Match anders laufen", meinte er später.
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"Absoluter Bullshit, der hat Krämpfe!" Zverev total außer sich

Quelle: Eurosport

Zum großen Champion fehlt Zverev immer nur ein bisschen was. Diesmal offenkundig die nötige Ruhe in den ersten beiden Sätzen. Nach dem abermaligen Scheitern möchte man ihm zurufen, einen seiner gesprochenen Sätze aus der ersten Woche nochmal zu überdenken. "Ich habe verstanden, dass Psychologen für den Arsch sind, mehr oder weniger", hatte er da gesagt.
Unterhaltsam, gewiss, aber eben auch: umstritten.
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Becker zu Zverev-Aus gegen Alcaraz: Das war der entscheidende Faktor

Quelle: Eurosport


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