Alexander Zverev fightete, rannte und motzte - es reichte dennoch nicht. Der Deutsche verlor ein episches Semifinale in Melbourne gegen den Weltranglistenersten Alcaraz nach dramatischen fünf Sätzen und muss seinen Traum von der Karriere-Krönung ein weiteres Mal kurz vor der Ziellinie begraben.
Der Deutsche hatte einen 0:2-Satzrückstand aufgeholt und im entscheidenden Durchgang sogar mit Break vor 5:3 geführt.
Alcaraz präsentierte sich zunächst als der variablere und auch psychisch stabilere Spieler. Als beim Spanier ab Satz drei körperliche Probleme auftraten, witterte der Deutsche Morgenluft.
Doch Alcaraz, bei dem offenbar Schmerzmittel wirkten, kämpfte sich im fünften Satz mit einer unglaublichen Energieleistung zurück und zog erstmals ins Finale von Melbourne ein.
"Großes Tennis! Das war Weltklasse von beiden Spielern", zollte
Eurosport-Experte Boris Becker beiden Respekt. Für Zverev war es das längste Match seiner Karriere und erinnerte in Zügen an die
dramatische Final-Niederlage gegen Alcaraz bei den French Open 2024.
Becker analysiert Fünfsatz-Krimi: Darum kippte der fünfte Satz noch
Quelle: Eurosport
Alcaraz hofft jetzt auf Karriere-Slam
"Ich habe immer daran geglaubt. Du musst immer daran glauben, egal, durch welche Schwierigkeiten du auch gehst", sagte Alcaraz nach dem Spiel: "Das war körperlich eines der schwierigsten Matches, die ich je gespielt habe."
Er musste "mein Herz in jeden Ball reinlegen, ich habe bis zum letzten Ball gefightet. Ich bin sehr stolz auf mich, darauf, wie ich gekämpft habe und wie ich im fünften Satz zurückgekommen bin." In direkten Duellen mit Zverev steht es jetzt 7:6 für den Spanier.
Alcaraz nach Sieg gegen Zverev: "Musste mein Herz in jeden Ball reinlegen"
Quelle: Eurosport
Der Spanier hofft mit nur 22 Jahren als jüngster Spieler jemals auf die Vollendung des Karriere-Grand-Slams, es wäre sein insgesamt siebter Major-Triumph bei dann allen vier großen Turnieren.
Allerdings lassen die körperlichen Probleme des Ausnahmeprofis offen, ob er im Finale am Sonntag gegen Novak Djokovic (Serbien) oder Jannik Sinner (Italien), die sich im zweiten Halbfinale in der Night Session gegenüberstehen (
Liveticker), im Vollbesitz seiner Kräfte sein wird.
5:27 Stunden Wahnsinn! Zverev verliert episches Match gegen Alcaraz
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Zverev schimpft viel mit seiner Box
Beide starteten angespannt in die Partie. Bis 3:3 blieb alles offen, dann musste Zverev eine erste Breakchance des Spaniers abwehren.
Bei 4:4 sorgte ein Doppelfehler des Deutschen für das satzentscheidende Break.
Bitter: Zverev lässt Break mit Doppelfehler zu und regt sich auf
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Zverev wirkte angespannt und diskutierte immer wieder mit Vater Alexander senior und Bruder Mischa in seiner Box.
Zverev gibt 5:2-Führung aus der Hand
Offenbar haderte der 28-Jährige mit der Bespannungshärte seiner Schläger; in der Mittagshitze hatte der Deutsche dieses Jahr zuvor noch nie bei offenem Dach in der Rod Laver Arena gespielt.
Schläger-Probleme: Zverev streitet sich mit seiner Box
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Mitte des zweiten Satzes besann sich der Deutsche dann aber seiner Stärken. Bei 3:2 hatte er erstmals Breakbälle, nutzte seinen dritten und zog anschließend auf 5:2 davon.
Statt aber bei 5:3 zum Satzgewinn durchzuservieren, was Alcaraz' ersten Satzverlust in Melbourne bedeutet hätte, ließ sich Zverev zum zweiten Mal breaken - der erste Aufschlag verließ ihn in dieser Phase zusehends.
Da ist das Break! Zverev bringt Alcaraz erstmals ins Schwitzen
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Zverev: "Wird der auch mal müde?"
Im folgenden Spiel wechselte der Deutsche abermals den Schläger. Alcaraz bekam hingegen erneut Oberwasser. Bei 5:5 entging Zverev einem weiteren Aufschlagverlust nur knapp, die Sache spitzte sich im Tiebreak zu. Dort vergab der Deutsche bei 5-5 einen Volley und ließ danach das einzige Mini-Break des ganzen Tiebreaks zu - Konsequenz: 0:2-Sätze.
Ist das bitter: Zverev vergibt Volley - und verliert auch Satz zwei
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Mit dem Rücken zur Wand versuchte Zverev in Satz drei, noch einmal alles reinzulegen, wirkte aber auch zunehmend erschöpft.
"Wird der irgendwann auch mal müde?", fragte er Mitte des Satzes seine eigene Box.
"Wird der irgendwann mal müde?" Zverev sorgt für witzigen Moment
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Drama um Alcaraz in Satz drei
Was wie ein Scherz klang, wurde plötzlich Realität: Nach einem Sprint zeigte Alcaraz plötzlich körperliche Probleme in der Leistengegend an und musste bei 5:4 ein medizinisches Timeout nehmen, was der Deutsche überhaupt nicht verstehen wollte.
Zverev diskutierte mit dem Oberschiedsrichter, weil er der Meinung war, Alcaraz habe "nur" Krämpfe und dürfe sich deshalb gar nicht behandeln lassen.
"Absoluter Bullshit, der hat Krämpfe!" Zverev total außer sich
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"Absoluter Bullshit", hörte man ihn mit dem Schweizer Supervisor Andreas Egli auf Deutsch schimpfen.
"Da hat sich Sascha zu Recht aufgeregt", meinte Becker später: "Hätte Alcaraz da weiterspielen müssen, hätte er es vielleicht nicht geschafft und der Sieger hätte Alexander Zverev geheißen."
Alcaraz erklärt Lage: "Habe etwas im rechten Adduktor gespürt"
Alcaraz erklärte die Situation später auf der Pressekonferenz: "Als ich Krämpfe verspürte und diese zunächst nur einen bestimmten Muskel betrafen, dachte ich zunächst gar nicht, dass es sich um Krämpfe handelt. Ich wusste nicht genau, was es war. Ich habe einfach eine Vorhand gespielt und habe etwas im rechten Adduktor gespürt, deshalb habe ich den Physiotherapeuten gerufen. Ich habe ihm erzählt, was passiert ist, und er hat sich für die medizinische Auszeit entschieden", berichtete der 22-Jährige.
Alcaraz erklärt umstrittenes Medical Timeout: Das steckte dahinter
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Zverev holt 0:2-Satzrückstand auf
So aber ging es einmal mehr in den Tiebreak, wo Zverev diesmal jedoch gegen den weiter unbeweglich wirkenden Spanier die Oberhand behielt (7:3) - der Ausgang des Spiels war plötzlich wieder vollkommen offen.
Zverev gewinnt Satz drei - Alcaraz lässt sich behandeln
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In Satz vier blieb zunächst alles in der Reihe. Bei Alcaraz schienen die eingenommenen Schmerzmittel zu wirken, Zverev hielt seine Nerven im Zaum.
Nach über 4:00 Stunden Spielzeit ging es ein drittes Mal in den Tiebreak - erneut mit dem besseren Ende für den Deutschen.
Zverev holt 0:2-Satzrückstand gegen Alcaraz auf und erzwingt Satz fünf
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Dramatischer fünfter Satz für Zverev
Und der Satzausgleich zeigte Wirkung bei Alcaraz, der zu Beginn des fünften Satzes gleich seinen Aufschlag mit einem Doppelfehler abgab.
Doch der Spanier gab nicht auf; bei 2:1 und 4:3 musste Zverev insgesamt fünf Breakchancen seines Kontrahenten abwehren. Als er dann aber bei 5:4 zum Matchgewinn aufschlug, kam Alcaraz zum Break.
"Wie Elferschießen bei der WM!" Alcaraz breakt Zverev und gleicht zum 5:5 aus
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Alcaraz hatte nun endgültig Oberwasser und gewann das Match nach 5:27 Stunden.
"Mir fehlen die Worte. Was für ein Mentalitätsmonster ist dieser Carlos Alcaraz, aber auch was für eine Leistung von Sascha Zverev, der leider nicht belohnt wird", meinte Expertin Barbara Rittner als Co-Kommentatorin bei Eurosport: "Das ist ein bitterer Moment."
Zverev verliert Platz drei an Djokovic
Und Becker meinte: "Das war ein unglaublicher Marathon, denn fünfeinhalb Stunden spielt man nur ganz selten. Für so ein langes Match hat er mit 17 relativ wenig Asse. Es war vielleicht auch ein Problem, dass er recht wenig freie Punkte bei eigenem Aufschlag bekommen hat, aber der Gegner hieß ja auch Alcaraz."
Alcaraz nach Sieg gegen Zverev: "Musste mein Herz in jeden Ball reinlegen"
Quelle: Eurosport
Zverev verpasst sein viertes Grand-Slam-Finale und verliert Weltranglistenplatz drei an Djokovic.
Der letzte deutsche Grand-Slam-Sieger war Boris Becker 1996 in Melbourne. Bei den Australian Open hatte er bereits den insgesamt 40. Versuch gestartet, dieses Ziel zu erreichen.
Zverevs Fazit: "Ich mache die Niederlage nicht am fünften Satz fest, sondern am zweiten. Wenn ich da ausgleiche und er dann im dritten Satz Krämpfe bekommt, wird das Match anders laufen."
Zverev: "Mache Niederlage nicht am fünften Satz fest, sondern am zweiten"
Quelle: Eurosport
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(mit SID)
"Vom anderen Tennis-Planeten!" Alcaraz brilliert in Satz fünf
Quelle: Eurosport