Boris Becker über seinen ersten Wimbledon-Sieg und Bürde des "Wunderkinds": "Hat mich fast das Leben gekostet"
VonJan Zesewitz
Update 19/09/2025 um 09:21 GMT+2 Uhr
Vor 40 Jahren hat Boris Becker erstmals Wimbledon gewonnen. Der damals 17-Jährige löste damit in Deutschland einen Tennis-Boom aus und wurde von einem auf den anderen Tag weltberühmt. In der Talkshow "Markus Lanz" im "ZDF" spricht Becker offen über die Bürde des Prädikats "Wunderkind" und die Gefahren, denen er dadurch ausgesetzt war. Lieber hätte er das Turnier einige Jahre später gewonnen.
Matchball Becker: Legenden-Talk mit Jan Ullrich und Boris Becker
Quelle: Eurosport
"Ich war ein Wunderkind", sagte er in der Talkrunde. "Und Wunderkinder werden nicht alt. Mich hat es fast das Leben gekostet. Mein Leben habe ich fast verloren aufgrund des Titels 'Wunderkind‘, aufgrund der Tatsache, dass ich mit 17 Wimbledon gewonnen habe, weil es nicht normal ist."
Dieser Tag, der 7. Juli 1985, sei der Tag gewesen, an dem er seine "Freiheit" verloren habe, wie er sagte. "Mit 17 Jahren Wimbledon gewinnen ist nicht gesund. Ich hätte es lieber mit 21 [gewonnen], vielleicht dann fünfmal und nicht dreimal und wäre dann wahrscheinlich bis 30, 32 bei der Sache geblieben."
Becker ist bis heute der erfolgreichste männliche Tennisspieler der Geschichte aus Deutschland. Er gewann neben seinen Titeln in Wimbledon noch drei weitere Grand-Slam-Turniere und war die Nummer eins der Welt. "Wenn ich nicht meine eigenen Grenzen verschoben hätte, hätte ich nicht gewusst, wie gut ich werden könnte.
Viele Menschen fühlen sich wohl in der Komfortzone und tun sich nicht weh. Das verstehe ich, aber das ist eine Seite von mir, dass ich eine Sache ganz oder gar nicht mache."
Der heutige Eurosport-Experte sagte aber auch, dass er schon mit 25 "tennismüde" war und aufhören wollte. "Ich war da schon sieben Mal im Wimbledon-Finale. Ich habe das Ding dreimal gewonnen, was mich heute stört.
Ich hätte es lieber vier oder fünf Mal gewonnen. Ich war die Nummer eins. Warum soll ich es zum elften Mal zeigen?", sagte er. Schließlich hing er mit 31 Jahren den Tennisschläger an den Nagel.
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