Andy Murray macht sich Sorgen um Davis Cup wegen neuem Finalturnier-Format: "Bin wirklich besorgt"

Der dreimalige Grand-Slam-Sieger Andy Murray hat sich der Kritik vieler Spieler am neuen Davis-Cup-Format mit Finalturnier angeschlossen. Im Exklusiv-Interview mit Eurosport stellte der Brite klar: "Ich mache mir Sorgen um den Davis Cup." Seit 2019 wird auf neutralem Boden in einer Finalwoche der Sieger ermittelt, nicht wie zuvor in K.o.-Runden über das Jahr verteilt in verschiedenen Ländern.

Andy Murray

Fotocredit: Getty Images

Im kommenden Jahr könnten die Viertel- und Halbfinals sowie das Endspiel zudem erstmals in Abu Dhabi stattfinden. Dazu meinte Murray: "Ich habe dort natürlich schon gespielt. Wir hatten einige Showevents und wenn ich hier gespielt habe, dann waren immer viele Zuschauer da. Das war gut."
Doch der Ort sei für ihn nicht das Problem, sondern vielmehr das Format an sich, erklärte der 34-Jährige. Er habe auch schon trostlose Finalturniere in anderen Ländern erlebt, beispielsweise in Spanien, "einem Land, das Tennis liebt", wie es Murray ausdrückte.
"Vor ein paar Jahren habe ich dort gegen die Niederlande und Kasachstan gespielt und es war mit Abstand die schlechteste Stimmung, die ich jemals im Davis Cup erlebt habe", erzählte der Einzel-Olympiasieger von 2012 und 2016.
Murray vermisst wie viele andere Spieler vor allem die Stimmung, wenn Heimfans ihre Mannschaft anfeuern.
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Andy Murray (2.v.r.) mit dem britischen Davis-Cup-Team 2015

Fotocredit: Imago

Andy Murray macht sich Sorgen um fehlende Fans

"Ich denke, das hat den Davis Cup für die Spieler besonders gemacht, und es war gut für den Sport", meinte der Brite. 2015 gewann Murray mit Großbritannien den Davis Cup. Damals spielte er in Ghent gegen die belgischen Gastgeber.
"Ich sage nicht, dass man den Davis Cup dort (in Abu Dhabi, Anm. d. Red.) nicht mit tollen Zuschauermengen austragen kann. Aber es ist nicht dasselbe, wenn parteiische Fans fehlen", so die ehemalige Nummer eins.
Murray zeigte sich daher skeptisch, ob genügend Anhänger der teilnehmenden Mannschaften nach Abu Dhabi anreisen würden. "Ich bin wirklich besorgt", stellte der 34-Jährige abschließend klar. Auch Deutschlands Nummer eins Alexander Zverev hatte sich zuletzt kritisch zum neuen Format geäußert.

Der Eurosport-Podcast mit Zverev und Becker:

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