Dominic Thiem äußert sich zu Thomas Muster und Günter Bresnik

Obwohl aufgrund der Corona-Pandemie sehr wenig Tennis gespielt werden konnte in dieser Saison, hat Dominic Thiem mächtig viel erlebt - auf und abseits des Platzes. Im Interview mit der österreichischen Zeitung "Krone" hat sich der Australian-Open-Finalist nun zur Trennung von Coach Thomas Muster und zur Kritik seines ehemaligen Langzeittrainers Günter Bresnik geäußert.

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Fotocredit: Eurosport

Dominic Thiem und seine Trainer - in diesem Jahr ein brisantes Thema. Schon im Januar bei den Australian Open sorgte die Entscheidung des 26-Jährigen, sich von Thomas Muster zu trennen, für ungläubiges Staunen in der Szene und für mächtig Schlagzeilen in der Presse.
Während man beim "tennis Magazin" ein "Muster-Missverständnis" ausgemacht hatte, schrieb der österreichische "Kurier" vom "Ende einer kurzen Ehe". Der "ORF" stellte fest, dass "Thiem keine Muster-Kopie werden wollte", bei "mytennis" stufte man die Trennung als "Paukenschlag" ein.
Das Thema nahm weiter Fahrt auf, nachdem sich Muster im Exklusiv-Interview mit Eurosport in Melbourne zu der Angelegenheit geäußert hatte.
"Es gibt Häuser mit schönen, ja mit ganz wunderbaren Fassaden. Aber man weiß sehr selten, wer drinnen wohnt", erklärte der French-Open Champion von 1995 - und schuf damit viel Raum für Interpretationen.
Gut zwei Monate später ließ Muster wissen, dass er zu seinen Aussagen stehe. "In meiner Wortwahl habe ich mich nicht vergriffen", so der 52-Jährige gegenüber der "Presse am Sonntag".

Thiem über Muster: "Es war einen Versuch wert"

Thiem hat seine Meinung in der Causa Muster ebenfalls nicht geändert, wie er nun der "Krone" bestätigte. "Es war einen Versuch wert. Ich habe von Anfang an gesagt: 'Wenn es klappt, ist es eine super Sache - und wenn nicht, dann eben nicht.' Leider war Zweiteres der Fall, weshalb ich die Zusammenarbeit relativ schnell beendet habe."
Zunächst hieß es, das Team Thiem und Muster habe nur 16 Tage lang bestanden. Dieser Darstellung widersprach der Coach allerdings. "Nach der Bitte der Familie Thiem habe ich im Hintergrund bereits seit September 2019 die Fäden gezogen. Ich wurde also nicht nach 16 Tagen gefeuert, wie zu lesen war", stellte Muster klar.
Ende März ploppte dann das nächste unangenehme Thema in den Medien auf. Günter Bresnik, der Thiem vom Junior bis zum Weltklassespieler als Trainer und Mentor 17 Jahre lang begleitet hatte, übte schwere Kritik an seinem ehemaligen Schützling und dessen Vater Wolfgang. "Ösis hauen auf ihren Weltstar Thiem ein", titelte der Schweizer "Blick" genüsslich.
In der Tat wählte Bresnik deftige Worte. "Wenn ich jemandem alles zu verdanken habe, dann kann ich so nicht mit ihm umgehen. Wolfgang wäre ein Clubtrainer in Seebenstein und Dominic wäre ein Future-Spieler", polterte der 58-Jährige im Gespräch mit der "Austria Presse Agentur" (APA).

Meinungsverschiedenheiten zwischen Thiem und Bresnik

Damit warf er dem Weltranglisten-Dritten vor, dass er sich ohne ihn bis heute auf dem Niveau eines Drittliga-Spielers bewegen würde. Future-Wettbewerbe sind bei der ATP nach der Tour und den Challenger-Events die niedrigste Turnier-Serie für Profis.
Thiems Vater Wolfgang, der inzwischen seinen Sohn trainiert, arbeitete früher als Coach in Bresniks Tennis-Akadamie in Wien, die beiden Männer verband eine Freundschaft. Davon soll allerdings nicht mehr allzu viel übrig sein.
"Für Bresnik gilt das Gleiche wie für Muster. Wir haben eine riesige Zeit miteinander gehabt", sagt Thiem heute. "Eine Trennung ist dann nie einfach und Meinungsverschiedenheiten sind die logische Konsequenz." Das Thema sei aber erledigt. Die abschließende Frage, ob er denn noch in Kontakt stehe mit Bresnik, beantwortete Thiem mit nur einem Wort: "Nein!"
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