Beide Spielerinnen starteten nervös in ihr erstes Grand-Slam-Finale. Sowohl Krejcikova, als auch Pavlyuchenkova gaben ihr erstes Servicegame mit zittrigem Händchen ab.
Doch während die Russin weiterhin wackelte, kam ihre tschechische Kontrahentin von Punkt zu Punkt immer besser ins Match.
Die 25-Jährige verteilte die Bälle gut, schickte ihre Gegnerin weite Wege und erspielte sich nach 22 Minuten einen 4:1-Vorsprung.
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Pavlyuchenkova wirkte im ersten Satz zunehmend hilflos und verunsichert, haute im dritten eigenen Aufschlagspiel drei Bälle in Serie ins Netz und gab auch dieses Spiel zum 1:5 ab. Nach 32 Minuten machte Krejcikova den Satz mit 6:1 zu.

Pavlyuchenkova dreht den Spieß um

"Sie muss emotional den Zugang zum Match finden", analysierte Eurosport-Expertin Barbara Rittner den ersten Satz der fast überfordert wirkenden Russin, die sich in Durchgang zwei deutlich steigerte. Nach einem souveränen ersten Aufschlagspiel holte sich die 29-Jährige ihr erstes Break und erspielte sich analog zu Krejcikova im ersten Satz eine schnelle 4:1-Führung.

Finale: So erfüllte sich Krejcikova ihren Grand-Slam-Traum

Beim Stand von 5:2 unterbrach Pavlyuchenkova die Partie, nahm ein Medical Timeout und ließ sich am linken Oberschenkel behandeln. Krejcikova nutzte die Zeit, um genau wie in den Runden zuvor Zucker in Form von Gummibärchen aufzunehmen. Mit dick getapetem linken Oberschenkel ging es nach 1:10 Stunden weiter.
Gehandicapt wirkte Pavlyuchenkova anschließend jedoch nicht, denn wenig später verwandelte die Russin ihren zweiten Satzball zum 1:1-Satzausgleich.

Krejcikova nutzt vierten Matchball

Im entscheidenden Durchgang sahen die 5000 Zuschauer auf dem Court Philippe Chatrier dann endlich ein Finale auf Augenhöhe, in dem Krejcikova das erste Break zum 2:1 gelang. Pavlyuchenkova antwortete jedoch prompt und brachte mit dem Re-Break wieder alles in die Reihe - doch Krejcikova setzte auch den nächsten Punch.
Beim Stand von 3:3 nahm sie ihrer Gegnerin zu Null den Aufschlag ab und war somit nur noch zwei eigene Servicegames vom Titel entfernt. Pavlyuchenkova musste nun mehr riskieren, streute dadurch aber deutlich mehr Fehler ein - während Krejcikova Ruhe und Übersicht ausstrahlte.
Beim Stand von 6:1, 2:6, 5:3 und 15:40 hatte die Tschechin dann bei Aufschlag Pavlyuchenkova zwei Matchbälle, konnte diese aber nicht nutzen. Krejcikova musste somit selber ausservieren - was sie auch tat. Nach 1:58 Stunden nutzte die Tschechin ihren vierten Matchball zum Titelgewinn.

Vierter Matchball verwandelt: So machte Krejcikova den Titel klar

Krejcikova dankt verstorbener Novotná

Wie Iga Swiatek im Vorjahr gewinnt also auch in diesem Jahr eine ungesetzte Spielerin die French Open. In ihrer Dankesrede gedachte sie Jana Novotná. Die tschechische Tennislegende verstarb im November 2017 und trainierte Krejcikova in der Jugend.
"Ohne sie wäre ich jetzt nicht hier", sagte die Nummer 33 der Weltrangliste mit feuchten Augen und bedankte sich anschließend beim Publikum und jedem einzelnen Familienmitglied.

Bewegende Worte: Krejcikova dankt verstorbener Novotna

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