Federer und Koepfer lieferten auf dem menschenleeren Court Philippe-Chatrier von Beginn an Tennis, das viele Zuschauer verdient gehabt hätte.
Koepfer hielt im ersten Satz dagegen, entnervte Federer mit seinem laufintensiven und kraftvollen Spiel. Der Maestro schüttelte mehrfach den Kopf, war unzufrieden und bekam fast keine freien Punkte.
Koepfer wehrte fünf Breakbälle ab und zwang Federer in den Tiebreak, in dem der Schweizer jedoch mit 7:5 die Oberhand behielt.
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Zu Beginn des zweiten Satzes folgte dann ein Break auf das nächste. Federer und Koepfer nahmen sich je zweimal den Aufschlag ab. Der Deutsche blieb dem 20-maligen Grand-Slam-Sieger ebenbürtig und profitierte alleine im zweiten Durchgang von insgesamt 20 Unforced Errors seines Gegners. Auch dieser Satz musste im Tiebreak entschieden werden, doch diesmal mit dem besseren Ende für die Nummer 59 der Welt.
Federer schien das Match im Anschluss zu entgleiten, der 39-Jährige wirkte körperlich angeknockt. Gleich das erste Aufschlagsspiel des dritten Satzes gab der Schweizer ab, doch das nervenaufreibende Duell wurde an diesem Abend auch im Kopf entschieden.

Mit dem Rücken zum Ball: Federer und Koepfer liefern Highlight-Rally

Federer gelang quasi aus dem Nichts das Rebreak zum 4:4. Zum dritten Mal musste der Tiebreak die Entscheidung bringen, in dem Federer seine mentale Stärke bewies und sich mit 7:4 die 2:1-Satzführung sicherte.

Federer zeigt mentale Stärke - Koepfer verliert die Nerven

Das Momentum lag nun wieder aufseiten des Favoriten. Koepfer, der über das komplette Match mehr Winner (55 zu 51) und weniger Fehler ohne Not (40 zu 63) als sein Gegenüber produzierte, verlor im vierten Satz die Nerven und legte sich zusätzlich mit Schiedsrichter Renaud Lichtenstein an. Der Deutsche setzte eine Rückhand bei Stand 1:1 und 30:40 aus einer Sicht knapp neben die Linie. Das Break für Federer, doch Koepfer wollte sich damit nicht zufriedengeben und stürmte auf die Seite des Schweizers, um sich noch einmal den Abdruck anzusehen.
Eine Regelwidrigkeit, für die er Anfang des nächsten Spiels mit einem Strafpunkt belegt wurde. "Du nervst", schimpfte der 27-Jährige im Anschluss und führte ab diesem Zeitpunkt eine kleine Privatfehde mit dem Unparteiischen.

"Pitbull" tickt aus: Koepfer spuckt und stürmt auf Federers Seite

Koepfer adelt Federer: "Unglaublich, was er macht"

Sportlich spornte das den gebürtigen Furtwangener jedoch nur an. Gleich im nächsten Spiel holte er sich das Rebreak und kämpfte weiter. Erst als ihm Federer beim Stand von 5:5 erneut das Service abnahm, war die Gegenwehr gebrochen.
Nach 3:35 Minuten und vier unglaublich intensiven Sätzen verwandelte der Schweizer seinen ersten Matchball.
"Roger ist Roger, unglaublich, was er mit seinen 39 Jahren noch macht. Er spielt immer noch sehr gutes Tennis, und es ist unglaublich, wie fit er noch ist. Er hat in den entscheidenden Situationen mehr Bälle reingespielt", schwärmte Koepfer im Anschluss von seinem Kontrahenten und betonte: "Das Ergebnis ist natürlich enttäuschend, aber ich bin zufrieden, wie ich gekämpft habe."
Im Achtelfinale wartet mit Matteo Berrettini nun die nächste harte Nuss auf den Maestro. Der Italiener hatte am Samstag weniger Mühe und schlug den Südkoreaner Soon-woo Kwon glatt in drei Sätzen 7:6 (8:6), 6:3, 6:4.
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3. Runde: Koepfer verlangt Federer in epischer Night Session alles ab

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