French Open: Karolína Muchová düpiert Aryna Sabalenka im Halbfinale und steht erstmals bei einem Grand Slam im Endspiel

Karolína Muchová hat Aryna Sabalenka im Halbfinale der French Open 2023 düpiert und zum ersten Mal ein Grand-Slam-Finale erreicht. Die 26 Jahre alte ungesetzte Tschechin bezwang die Belarussin (Nr. 2) 7:6 (7:5), 6:7 (5:7), 7:5 und feierte damit ihren größten Karriere-Erfolg. Im dritten Satz führte Sabalenka schon 5:2, dann aber spielten die Nerven der Belarussin einen Streich.

Halbfinale: Muchová schockt Sabalenka - Highlights

Quelle: Eurosport

Australian-Open-Siegerin Aryna Sabalenka hatte bis zum Halbfinale keinen Satz verloren, musste sich aber der Außenseiterin Karolína Muchová beugen. "Ich weiß nicht, was passiert ist. Die Zuschauer haben mich getragen und irgendwie habe ich mich da durchgekämpft", meinte die Tschechin ungläubig.
Die Fans auf dem Court Philippe-Chatrier bekamen ein packendes Match mit über drei Stunden Spielzeit zu sehen - geprägt von mehreren Wenden im Matchverlauf. Im ersten Durchgang schlug Muchová bei 5:4 schon zum Satzgewinn auf, ließ jedoch das sofortige Rebreak zu. Im Tiebreak führte sie 4:2 und nutzte dann ihren ersten Satzball (7:5).
Sabalenka dominierte viele Ballwechsel mit ihrem starken Aufschlag und präzisen Grundschlägen. Muchová stand der Power der Belarussin jedoch überraschend in nichts nach, spielte variantenreicher und weniger fehlerbelastet.
Zu Beginn des zweiten Satzes gelang der Tschechin erneut ein Break, doch wieder nahm ihr Sabalenka direkt das Service wieder ab. Bei 4:3 und 4:4 lief es dann genau andersherum - zunächst breakte Sabalenka, doch Muchová zog direkt nach.

Sabalenka bricht völlig ein

So ging es erneut in den Tiebreak, in dem sich Sabalenka 4:2 absetzen konnte. Bei 6:4 vergab sie ihren ersten Satzball noch mit einen Doppelfehler, schaffte danach aber als Returnspielerin den Satzausgleich - 2:10 Stunden waren da schon gespielt.
Muchová wirkte nun etwas müde und musste zu Beginn von Satz drei zwei Breakchancen abwehren. Die Nummer zwei der Welt machte weiter Druck - mit dem Break zum 4:2 war Sabalenka dem Finale dann schon ganz nah.
Doch die Tschechin gab noch nicht auf. Von Schmerzen an den Adduktoren geplagt, schaffte sie es, der zum Matchgewinn servierenden Sabalenka den Aufschlag zum 4:5 abzunehmen und kurz danach wieder gleichzuziehen.
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Mit letzter Kraft: Muchová wehrt Matchverlust ab

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"Die eine ist körperlich angeschlagen und die andere mental", meinte Eurosport-Expertin Barbara Rittner als Co-Kommentatorin.
Sabalenka wackelte und ließ sich auch zum 5:6 breaken. Kurz darauf hatte Muchová drei Matchbälle - und verwandelte nach 3:13 Stunden ihren ersten zum Sieg.
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"Die kann's gar nicht fassen!" Muchová bezwingt Sabalenka

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Muchová pflügt durchs offene Feld

Nur zweimal war zuvor ein Grand-Slam-Halbfinale bei den Damen in den ersten beiden Sätzen über Tiebreaks gegangen - 1991 setzte sich Martina Navratilova (USA) damals 7:6 (7:2), 6:7 (6:8), 6:4 gegen Steffi Graf (Brühl) durch, 2005 bezwang Lindsay Davenport (USA) in Wimbledon Amelie Mauresmo (Frankreich) 6:7 (5:7), 7:6 (7:4), 6:4.
Im Endspiel trifft Muchová auf Titelverteidigerin Iga Swiatek (Polen/Nr. 1), die Beatriz Haddad Maia (Brasilien/Nr. 14) 6:2, 7:6 (9:7) bezwang. Sabalenka kann damit Swiatek nicht von Platz eins der Weltrangliste verdrängen - dazu hätte die Polin im Halbfinale scheitern müssen. Swiatek geht damit in ihre 63. Woche hintereinander an der Spitze.
Muchová, aktuell die 43 der Welt, hatte zuvor schon die gesetzten Spielerinnen Maria Sakkari (Griechenland/Nr. 8) und Irina Begu (Rumänien/Nr. 27) geschlagen, insgesamt aber einen günstigen Weg ins Finale erwischt.
Ein besonderer Erfolg für die zuletzt von Verletzungen geplagte Tschechin. "Manche Ärzte haben mir gesagt, dass ich nie wieder Sport machen kann", berichtete sie auf der Pressekonferenz: "Aber ich bin immer positiv geblieben und habe hart gearbeitet."
Gegen Sabalenka nutzte sie eiskalt alle fünf sich ihr bietenden Breakchancen, während ihre Gegnerin nur vier von 13 verwandeln konnte.
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Matchball Becker: Analyse der Damen-Halbfinals mit Petkovic

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Sabalenka verliert viertes Halbfinale

Die Tschechin hatte 2021 bei den Australian Open schon mal in einem Grand-Slam-Halbfinale gestanden, damals aber gegen die US-Amerikanerin Jennifer Brady verloren. 2019 gewann sie in Seoul ihren bislang einzigen Titel auf der WTA-Tour.
Die 25 Jahre alte Sabalenka, die sichtlich mit der Hitze in Paris zu kämpfen hatte und über 50 vermeidbare Fehler produzierte, ereilte derweil bei ihrer fünften Halbfinal-Teilnahme bei einem der vier großen Turniere zum vierten Mal das Aus - nur in Melbourne dieses Jahr zog sie zum Titel durch.
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Petkovic und Rittner analysieren Muchová-Sieg im Halbfinale

Quelle: Eurosport

"Sie hatte fast einen Zusammenbruch am Ende", meinte Ex-Profi Andrea Petkovic bei Eurosport: "Das haben wir schon sehr lange nicht mehr von ihr gesehen. Sie hat es nach 5:2 fast weggeschenkt. Schade, denn bis dahin war es ein Mega-Match."
Sabalenka hatte zuvor zwölf Grand-Slam-Matches in Folge gewonnen. Die Belarussin wäre bei einem Turniersieg die Erste seit Serena Williams 2015 gewesen, die die ersten zwei Grand-Slam-Turniere des Jahres gewinnt. In Roland-Garros waren beide Halbfinal-Kontrahentinnen vor 2023 noch nie über die dritte Runde hinausgekommen.
(mit SID)
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"Unglaublich!" Sabalenka gewinnt besten Ballwechsel

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