Ausgerechnet Novak Djokovic: Alexander Zverev steht im Viertelfinale der French Open vor erster Meisterprüfung

Am Tag vor dem Klassiker im Viertelfinale der French Open von Paris zwischen Alexander Zverev und Grand-Slam-Rekord-Champion Novak Djokovic trainierten die Kontrahenten zeitgleich und nebeneinander. Routinen waren zu sehen, aber ebenfalls sahen Beobachter den ein oder anderen Blick zum Gegner. Zumindest eine kleine Anspannung war im Trainingscenter zu verspüren. Klar: Es steht viel auf dem Spiel.

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Quelle: Eurosport

Als Novak Djokovic den Nachbarplatz im Trainingscenter "Jean Bouin" unweit der Turnieranlage betrat, war Alexander Zverevs Training schon im vollen Gange. Zverev knallte eine Vorhand nach der anderen diagonal ins Feld seines Hittingpartners.
Die deutliche Mehrheit der Bälle sprang erst kurz vor der Grundlinie auf. Djokovic beobachtete das Treiben für einige Sekunden, bevor er sich an seiner Spielerbank auf sein Training vorbereitete.
Dies dauert beim 38-Jährigen in diesen Tagen etwas länger als üblich. Djokovic wird seit Turnierbeginn regelmäßig an der Schulter massiert, was aus serbischen Kreisen als Routinemaßnahme abgetan wird. Zusätzlich kümmerte sich Djokovics Physiotherapeut um den rechten Fuß des Serben.
Seit Runde eins plagen den 24-maligen Grand-Slam-Sieger hartnäckige Blasen am Fuß. Djokovic befindet sich inklusive Titel Nummer 100 in Genf in Woche drei in Serie, in der er regelmäßig Wettbewerbstennis abrufen muss.  Das geht auch an einem Ausnahmesportler wie Djokovic in diesem Alter nicht spurlos vorbei.

Mischa Zverev: "Man kennt sich seit rund 20 Jahren"

Das wissen auch das Team von Zverev und der Weltranglisten-Dritte selbst, der seinerseits nach dem ein oder anderen Aufschlag nach links blickte, um zu erhaschen, was Djokovic gerade macht.
Neues entdeckten beide am Nebenplatz naturgemäß nicht. Mischa Zverev erklärte im Gespräch mit Eurosport.de nach dem Training am Dienstag: "Für mich ist so etwas mittlerweile 'business as usual'. Man kennt sich mittlerweile seit rund 20 Jahren und das Verhältnis und der Respekt ist so da, wie er sein sollte."
13-mal spielten der statistisch betrachtet beste Spieler der Historie und Deutschlands Nummer eins gegeneinander. Zverev gewann fünfmal. Zehn der Duelle spielten sich aber bis zum Ende der Saison 2021, während Djokovics Prime, ab. Zverevs größte Siege gegen den Djoker waren zweifelsfrei der Finalerfolg bei den ATP-Finals 2018 und der Erfolg im Halbfinale der Olympischen Spiele 2021.
Im selben Jahr aber eliminierte Djokovic Zverev bei den Australian und US Open und gewann auch 2019 in Paris. Zverevs erster Sieg über Djokovic bei einem Slam war die Aufgabe Djokovics Anfang 2025 in Australien. Zumindest körperlich kann der 38-Jährige nach menschlichen Standards nicht mehr auf dem kompletten Höhepunkt seiner Schaffenskraft wirken.
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Zverev über Djokovic: "Das zeigt er immer wieder"

Auf einen möglichen physischen Vorteil angesprochen, antwortete Zverev gegenüber Eurosport in Paris: "Ja, könnte sein, aber Novak hat immer gesagt, dass er sich nicht wie 38 Jahre fühlt. Und das zeigt er auch immer wieder." Ja, sein Gegner habe einen Muskelriss in seinem Viertelfinale in Melbourne gehabt.
"Aber er hat das Match gegen Alcaraz trotzdem gewonnen. Es gibt also immer noch eine Menge Faktoren, die für ihn sprechen. Er hatte bisher auch keine körperlich anspruchsvollen Spiele hier in Paris. Er wird topfit sein, wenn er gegen mich spielt. Es wird ein harter Kampf werden und beide Spieler werden vorbereitet sein", so Zverev.
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Team Zverev hat Respekt: "Wissen, wie gut er noch spielen kann"

Ähnlich äußerte sich auch Mischa Zverev: "Djokovic scheint relativ fit zu sein. Genf war nicht allzu anstrengend für ihn. Irgendwann kann das eine Komponente werden, aber so weit sind wir noch nicht. Sollte es am Mittwoch in den fünften Satz gehen, kann es aber ein Thema werden. Aber bis jetzt konnte ich noch nichts beobachten, was einen klaren Vorteil erkennen ließe."
Bruder Mischa äußerte stellvertretend für das gesamte Team den Respekt für Djokovic: "Wir wissen, wie gut er noch spielen kann. Er kann immer noch für eine Überraschung sorgen." Zverev sei gerüstet für das Viertelfinale. "Ich glaube nicht, dass er etwas ganz Neues anwenden wird wie zum Beispiel Serve und Volley das gesamte Match über. Das Spiel und die Taktik wird relativ klar auf beiden Seiten."
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Inhaltlich dazu äußern wollten sich weder Zverev noch Djokovic. In der serbischen Presserunde erklärte Djokovic: "Zverev hat sein Spiel weiterentwickelt. Wir wissen, dass sein Aufschlag durchschlagskräftig und eine große Waffe ist - er hat nicht nur einen starken, sondern auch einen präzisen Aufschlag mit einer hohen Trefferquote. Dadurch wird ihm das Leben auf dem Platz deutlich erleichtert, weil er viele einfache Punkte macht. Außerdem verteidigt er für seine Größe sehr gut, hat sich im Platzierungsspiel verbessert und greift häufiger an."
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Djokovic über Zverev-Duell: "Habe es erwartet"

Mit seiner Vorhand schaffe er sich mehr Chancen: "Ohne zu viel über Taktik zu verraten: Ich weiß, was zu tun ist, und ich habe erwartet, dass wir uns im Viertelfinale treffen. Ich denke, es wird ein qualitativ hochwertiges Match. Einer der Schlüssel wird sein, so viele Aufschläge wie möglich zurückzubringen und ihm nicht zu viele einfache Punkte zu erlauben. Mein Spiel muss so gut wie bisher, wenn nicht sogar besser sein, damit ich als Sieger vom Platz gehen kann."
Das mit Hochspannung erwartete Viertelfinale steigt am Mittwoch in der Nightsession ab 20:15 Uhr live bei Eurosport, im Liveticker und im Stream bei discovery+.
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