Boris Becker positioniert sich klar in der Kontroverse um verschiedene Tennisbälle auf der Tour: "Es ist ein Unding!"

Boris Becker hat sich in der Diskussion um die Tennisbälle auf der Tour klar positioniert. "Es ist ein Unding, dass weder die ATP noch die ITF es schaffen, den Spielern jede Woche die gleichen Bälle zur Verfügung zu stellen", so der Eurosport-Experte. Während Alexander Zverev in Rom die Qualität der Filzkugeln aus sportlicher Sicht bemängelte, verweist Becker vor allem auf Gesundheitsaspekte.

Boris Becker hat genaue Erwartungen an den deutschen Nachwuchs

Fotocredit: Getty Images

Alexander Zverev war stinksauer. "Ich habe genug davon, wir spielen heutzutage mit scheiß Kinderbällen", polterte der 28-Jährige beim ATP Masters in Rom. Er habe sich teils voll in die Bälle gelegt, diese aber hätten kein Tempo aufgenommen, seien aufgegangen und "total tot" gewesen.
Kurios: Hersteller "Dunlop" stellte auch schon bei den vorangegangenen Turnieren in Madrid und Monte Carlo die Bälle, aber: "Das Lustige ist, dass dieselbe Firma anscheinend dieselben Bälle macht und sie halt komplett unterschiedlich sind", so Zverev.
Becker kann den Frust der Spieler komplett nachvollziehen. "Alle Profis in der Kabine sprechen davon, die machen sich wahrscheinlich lustig darüber, wie unterschiedlich die Bälle sind", sagt der sechsmalige Grand-Slam-Champion im Eurosport Presse-Talk.
Man habe im Tennis "die besten Schläger, die besten Schuhe, aber es muss doch verdammt noch mal drin sein, diese Bälle zu produzieren". So sieht es auch Andrea Petkovic. "Ich kann es total nachvollziehen. Ich habe mit den Bällen gespielt und die sind eine Katastrophe", sagte die Ex-Profi-Spielerin zu Eurosport.

Becker legt Finger in die Wunde: "Fast unprofessionell"

Zunächst habe sie gedacht, die Spieler übertreiben mit ihrer Kritik am Spielgerät. Doch dann habe sie selbst "ein paarmal mit diesen Bällen gespielt und die gehen wirklich gar nicht. Sie werden sehr langsam, sehr groß, man kann kaum Winner schlagen."
Becker sieht derweil das Hauptproblem der Ball-Kontroverse in der Gesundheit. "Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt so viele Spieler mit Armschonern gesehen habe. Das liegt an den ständig wechselnden Bällen. Du musst jede Woche die Bespannung und das Gewicht des Schlägers verändern", führt der 57-Jährige aus. Das könne unter anderem zu Schulterproblemen führen.
Die Situation rund um die Bälle sei "fast unprofessionell", moniert Becker, der sich für maximal "ein oder zwei Hersteller" ausspricht, die dann für die Turniere stringent das gleiche Material liefern würden.
Bei den French Open in Paris (ab 25. Mai live im TV bei Eurosport 1 und im Stream bei discovery+) wird indes mit "Wilson"-Bällen gespielt. Doch auch in Roland-Garros gab es bereits Ärger um die Filzkugeln.

Djokovic und Paire schon seit Jahren sauer

"Das ist eines der schönsten Turniere, aber die Bälle sind lächerlich", wetterte Benoît Paire schon vor zwei Jahren in Paris im Eurosport-Interview.
Es gebe "mit Sicherheit eine Verbindung zwischen den jüngsten Verletzungen an Handgelenk, Ellenbogen sowie Schulter und den häufig wechselnden Bällen", befand wenig später auch Novak Djokovic.
Die Debatte ist also alles andere als neu - was die Wut der Profis erklärt, ob sie nun aus sportlichen oder gesundheitlichen Gründen mit den Bällen hadern.
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Quelle: Eurosport


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