French Open: Für Jannik Sinner war die Dopingsperre "ein Glücksfall" aus Sicht von Tennis-Ikone John McEnroe
Update 03/06/2025 um 23:18 GMT+2 Uhr
Selbst nach seiner dreimonatigen Auszeit scheint Jannik Sinner bei den French Open kein Kraut gewachsen zu sein. Laut Eurosport-Experte John McEnroe soll ebenjene unfreiwillige Pause dem dreimaligen Grand-Slam-Sieger in die Karten gespielt haben. "In meinen Augen war seine Sperre in gewisser Weise - wenn ich so sagen darf - ein Glücksfall", erklärte der siebenmalige Grand-Slam-Sieger.
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Quelle: Eurosport
Jannik Sinner und Alexander Zverev standen sich im Finale der Australian Open gegenüber, nach dem souveränen Triumph des Italieners beschritten die beiden Pfade, die kaum unterschiedlicher hätten sein können.
Sinner wurde im Zuge der Clostebol-Affäre für drei Monate gesperrt, Zverev machte sich indes auf die Jagd nach der Nummer eins der Weltrangliste. Der Sturm an die Spitze sollte dem Deutschen aber nicht gelingen, vielmehr kassierte er einen Tiefschlag nach dem anderen.
Als Sinner schließlich auf die Tennis-Tour zurückkehrte, war alles wieder beim Alten. Und so kurios es klingen mag: Die Dopingsperre des 23-jährigen Südtirolers hat daran wohl einen großen Anteil.
"Für mich war das Gute daran, dass er die Chance hatte, sich neu zu sammeln und Abstand zu gewinnen", vermutete Eurosport-Experte John McEnroe.
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McEnroe: Sinner "brauchte nach Australien eine Pause"
Eine ausgedehnte Pause nach der Reizüberflutung von Melbourne - ein Punkt, der Zverev laut einigen Experten in den vergangenen Wochen so bitter gefehlt hatte.
"Ich weiß, dass es ihn sehr quälte, dass er nicht spielen durfte. Aber wie viele Turniere hätte er wirklich spielen müssen? Ich denke, nicht so viele", hob McEnroe mit Blick auf Sinner hervor. "Er brauchte nach Australien eine Pause."
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Zu gut für Rublev! Sinner macht den Sack zu
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Ohne die Dopingsperre hätte man Sinner mit Sicherheit bei den Masters-Turnieren in Miami, Indian Wells und Monte-Carlo gesehen, eine Pause nach seinem Triumph Down Under - wie jene zwischen Rom und den French Open - wäre jedoch nicht abwegig gewesen.
"Es hat ihm gutgetan, in Rom zurückzukommen und dort das Finale zu erreichen. Jetzt macht er einen großartigen Eindruck", unterstrich McEnroe die Bedeutung der ungeplanten Erholung des Superstars aus Südtirol.
Wilander: "Was würde Roger Federer tun?"
Im Achtelfinale gegen Andrey Rublev (6:1, 6:3, 6:4) ließ Sinner zum vierten Mal bei den diesjährigen French Open keine Zweifel an seiner Vormachtstellung zu. Das ließ vor allem Eurosport-Experte Mats Wilander ins Schwärmen geraten.
"Er wartet nicht darauf, dass der Ball irgendwo hingeht. Er will ihn auf beiden Seiten so früh wie möglich nehmen, besonders auf der Rückhandseite", analysierte Wilander die Darbietung von Sinner. "Ich habe noch nie jemanden gesehen, der von der Grundlinie aus so aggressiv ist. Und er versucht auch, nach vorne zu gehen, was ich toll finde."
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"Einfach beeindruckend": Sinner kompromisslos am Netz
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Im Viertelfinale trifft der 23-Jährige auf den Kasachen Alexander Bublik, eine Runde später stünde ein Duell mit Zverev oder Novak Djokovic auf dem Programm. Die Endstation für Sinner?
"Ganz ehrlich, ich weiß nicht einmal, wie man gegen Jannik Sinner spielen sollte. Ich frage mich, was würde Roger Federer tun?", meinte Wilander. "Er würde Slice and Dice spielen und den Ball niedrig halten, vielleicht auch mal einen hohen Ball einstreuen."
Wilander: Sinner "ist wie Spiderman"
Einem Dominator auf Sand die Grenzen aufzuzeigen - das war normalerweise jedoch der Job von Rafael Nadal.
"Was würde Rafa tun? Ich bin mir nicht sicher. Ich nehme an, er würde versuchen, ihn zu zermürben, aber Jannik spielt einfach unglaublich gut", so Wilander, der in Sinner sogar einen Superhelden sieht.
"Er fliegt geradezu über den Platz. Für mich ist er wie Spiderman. Es ist einfach unglaublich, wie athletisch er ist", unterstrich der dreimalige French-Open-Sieger.
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Ball verfehlt: Rublev komplett von der Rolle
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Im Stade Roland-Garros stach besonders eine Facette, die seiner Konkurrenz eine Warnung sein sollte, aus Sinners Spiel besonders ins Auge.
"Ich habe noch nie einen Spieler gesehen, der von der Grundlinie so aggressiv ist wie er", merkte Wilander an. "Spieler wie John McEnroe oder Stefan Edberg waren aggressiver, wenn sie ans Netz gingen, aber was aggressive Grundlinienspieler angeht, ist Jannik Sinner definitiv der aggressivste, den ich je gesehen habe."
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