French-Open-Legende Rafael Nadal steht nach Doping-Sperre zu Jannik Sinner: "Würde meine Hand für ihn ins Feuer legen"
VonJan Zesewitz
Update 23/05/2025 um 14:04 GMT+2 Uhr
Zum ersten Mal seit dem Karriereende des Sandplatz-Königs Rafael Nadal finden die French Open ohne den Spanier statt - ein Turnier, das er unglaubliche 14 Mal gewinnen konnte. Ein möglicher Nachfolger als Roland-Garros-Champion könnte Jannik Sinner werden, die Nummer eins der Weltrangliste. In einem Interview mit der "L'Èquipe" sprach der 38-Jährige auch über die Doping-Affäre des Italieners.
French-Open-Klassiker: Nadal krönt sich erstmals in Paris
Quelle: Eurosport
"Er hatte beeindruckende eineinhalb Jahre", sagte Nadal gegenüber der französischen Zeitung. "Er hat eine große Reife bewiesen. Ich habe es schon mehrfach gesagt: Ich bin vollkommen davon überzeugt, dass Jannik nie versucht hat, zu betrügen oder etwas Unerlaubtes zu tun. Davon bin ich so überzeugt, dass ich meine Hand für ihn ins Feuer legen würde."
Sinner selbst sprach bei seinem Comeback nach dreimonatiger Sperre beim Masters-Turnier in Rom von einer "schwierigen Zeit", bei der er gar keine Sportveranstaltungen besuchen durfte. Nadal stellte sich nun an die Seite des Weltranglisten-Ersten.
"Ich sage nur, dass ich Jannik vertraue", so Nadal, der aber auch anfügte: "Aber genauso, wie ich Jannik vertraue, vertraue ich auch der Gerichtsbarkeit. Ich gebe ungern meine Meinung zu Dingen ab, von denen ich nichts weiß. Ich verstehe daher, dass eine juristische Instanz Entscheidungen trifft, weil sie über alle notwendigen Informationen verfügt, die wir nicht haben. Ich mag es daher nicht, wenn andere Spieler darüber sprechen, ohne die Informationen zu haben."
Für einige Experten, Kontrahenten und Fans fiel die Sinner-Sperre mit drei Monaten zu milde aus - sie sprachen von einer Sonderbehandlung der Nummer eins. Ein Vorwurf, den sowohl Sinner als auch Nadal zurückwiesen: "Ich glaube wirklich nicht an die Tatsache, dass Jannik als Nummer eins anders behandelt wurde. Zwanzig Jahre lang habe ich mich allen Kontrollen unterzogen, die jedes Jahr sehr zahlreich sind. Ich weiß, wie streng sie sind. Wenn Entscheidungen zugunsten von Jannik getroffen wurden, die ihn entschuldigten und sagten, er sei nicht schuldig, dann deshalb, weil das Gericht, das die Fakten analysieren musste, alle Beweise und alle Argumente hatte, um diese Entscheidung zu treffen."
Nadal: Verlierer ist der Sport
Der 22-fache Grand-Slam-Champion kritisierte auch den öffentlichen Umgang mit Sinner, da für viele die Fakten eben nicht komplett verfügbar waren: "Für mich hat das nur für Verwirrung gesorgt, und das finde ich unfair", sagte Nadal.
Sinner könnte in Paris seinen dritten Grand-Slam-Titel holen, im vergangenen Jahr scheiterte er im Halbfinale an Carlos Alcaraz - wohl auch in diesem Jahr der härteste Konkurrent um die Trophäe bei Roland-Garros. Die beiden trafen auch im Finale in Rom aufeinander, mit dem besseren Ende für den Spanier.
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Es war ein erster Schritt, um auch die Doping-Affäre hinter sich zu lassen. Schließlich, so sagte es auch Nadal, wäre ein solcher Prozess immer schlecht für den Sport: "Es gibt immer viel Lärm um solche Dinge und wenn es passiert, ist es für alle Beteiligten schlecht. Für ihn, der, wie ich glaube, ein Jahr lang ein Martyrium durchlebt hat. Für den Tennissport ist so etwas natürlich negativ."
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