French Open 2026: Wer wird Jannik Sinner gefährlich? Daniil Medvedev, Alexander Zverev, Novak Djokovic und Co. im Check

Spätestens seit der Absage seitens Carlos Alcaraz geht Jannik Sinner als Topfavorit in die French Open 2026. Seiner direkten Konkurrenz zog der Italiener in den zurückliegenden Wochen reihenweise gnadenlos den Zahn, bei einem Major-Event werden die Karten aber bekanntlich neu gemischt. Doch wer könnte dem Weltranglistenersten tatsächlich gefährlich werden? Eurosport.de stellt fünf Kandidaten vor.

Medvedev zu Halbfinal-Aus gegen Sinner: "Glücklich über Level, aber ..."

Quelle: SNTV

Dank der Absage von Titelverteidiger Carlos Alcaraz für die French Open (24. Mai bis 7. Juni live im Stream bei HBO Max) - und jüngst auch für Wimbledon - scheint Jannik Sinner der fünfte Grand-Slam-Titel nicht mehr zu nehmen.
Seit Mitte Februar fuhr der italienische Weltranglistenerste 29 Siege am Stück ein, am vergangenen Sonntag feierte er seinen sechsten Masters-Triumph in Folge. Teile seiner (vermeintlich) direkten Konkurrenz führte der 24-Jährige zuletzt sogar regelrecht vor.
Das Best-of-five-Format bei Grand-Slam-Tunieren verändert die Gleichung ein wenig, die einzige durchgängige Schwäche des Dominators rückt wieder ins Rampenlicht. "Jannik hat nur eine einzige Schwäche. Das wird oft erwähnt, weil man ja irgendetwas anführen muss: seine körperliche Belastbarkeit in langen Matches", meint Arnaud Clément, Australian-Open-Finalist von 2001, gegenüber Eurosport Frankreich.
Sinner in vier oder fünf Sätze zu zwingen und ihn möglichst dann zu knacken - das ist die Devise für Roland-Garros.
Und natürlich muss die Einstellung passen. "Bei ganz wenigen Spielern habe ich gegen ihn den Eindruck, dass sie auf den Platz kommen und sich eine Chance ausrechnen. Die Spieler glauben in der Umkleidekabine nicht, dass sie eine Chance gegen Sinner haben", erklärt Eurosport-Experte Boris Becker. Doch wer kann dem Südtiroler bei den French Open gefährlich werden?

1.) Novak Djokovic: Doppelt hält besser!

Laut ATP hat Sinner nur sechs der insgesamt 17 Fünf-Satz-Matches in seiner Karriere gewonnen. Im Duell mit Spielern aus den Top 50 fällt diese Bilanz sogar noch schlechter aus (2:10).
Der letzte Spieler, dem dieses Kunststück gelungen ist, hört auf den Namen Novak Djokovic. Im Halbfinale der Australian Open 2026 knackte der serbische Rekord-Grand-Slam-Champion den 14 Jahre jüngeren Sinner (6:3, 3:6, 6:4, 4:6, 4:6) in einem epischen Showdown.
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Novak Djokovic - Jannik Sinner | Halbfinale | Highlights

Quelle: Eurosport

Bei den French Open, welche er immerhin dreimal gewonnen hat, ist es durchaus vorstellbar, dass der Djoker mit nun 39 Jahren wieder zuschlägt. Ganz nach dem Motto: Doppelt hält besser!
Doch in der laufenden Saison bestritt Djokovic nur ein einziges Match auf Sand, das Major in Paris wäre erst sein viertes Turnier in dieser Saison. Der Altmeister ist an Nummer drei gesetzt und auf der anderen Seite des Turnierbaums, köntne also erst im Finale auf den Südtiroler treffen - ob sich Djokovic bis dahin warmgespielt hat?

2.) Alexander Zverev: Der Bann soll enden

Neun Niederlagen in Folge kassierte Alexander Zverev gegen Sinner, magere zwei Sätze knöpfte die deutsche Nummer eins dem Italiener in diesem Zeitraum ab. Abgesehen davon muss der Hamburger in Paris zum Kreis der Favoriten zählen.
Die French Open gelten als sein bestes Grand-Slam-Turnier, viermal reichte es für das Halbfinale, einmal gelang Zverev sogar der Sprung ins Endspiel (2024).
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Highlights: Vier Matchbälle vergeben! Zverev geht in Rom k.o.

Quelle: SNTV

In Rom kassierte Zverev jüngst einen mächtigen Dämpfer, als er im Achtelfinale trotz vier Matchbällen an Luciano Darderi scheiterte (6:1, 6:7, 0:6). Durch das Fernbleiben beim Heimturnier in Hamburg konnte der 29-Jährige aber Kräfte für Paris sammeln.
In Roland-Garros ist Zverev an Nummer zwei gesetzt, somit wäre ein Aufeinandertreffen frühestens im Finale möglich. Um dort Sinner gefährlich werden zu können, muss er aber selbst so manche große Hürde nehmen.

3.) Daniil Medvedev: Ungewohnt stark auf Sand

Deutlich hartnäckiger als Zverev präsentierte sich jüngst Daniil Medvedev im Duell mit Sinner. Im Halbfinale von Rom erzwang der US-Open-Champion von 2021, dessen Abneigung zum roten Belag weithin bekannt ist, immerhin einen dritten Satz (2:6, 7:5, 4:6).
In der laufenden Saison traut man es dem 30-Jährigen wohl so sehr zu wie selten in den vorangegangenen Jahren, in Roland-Garros weit zu kommen. Sein Erfolgslauf beim Masters in Rom offenbarte eine ungewohnte Stärke auf Sand. Zur Wahrheit gehört aber auch: Der Viertelfinaleinzug im Jahr 2021 war sein bisher bestes Ergebnis bei den French Open.
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Sinner gewinnt Halbfinale im Nachsitzen gegen Medvedev

Quelle: SNTV

Sollte es zu einem Aufeinandertreffen mit Sinner kommen, ist jedoch alles möglich: Vor allem in Partien, in welchen Medvedev unterlegen scheint, weiß er sich über Psychospielchen wieder zurückzubeißen.
Mutmacher: Im Wimbledon-Viertelfinale 2024 zeigte der Russe schon einmal, wie es klappen kann. Damals gab es fünf Sätze gegen Sinner, letzten Endes ging Medvedev als Sieger vom Platz (6:7, 6:4, 7:6, 2:6, 6:3).

4.) Casper Ruud: Sandkönig ohne Krone

Casper Ruud brachte es vor den French Open auf den Punkt. "Ich versuche, nicht an die große Welle vor mir zu denken", meinte der Norweger vor dem Endspiel in Rom, in welchem er schließlich Sinner unterlegen war (4:6, 4:6).
Eine Devise, die gewiss für alle hier erwähnten Anwärter gilt - und der Ruud auf Sand am besten zu folgen scheint.
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Sinner bricht 50-jährigen Bann mit Titel in Rom - Highlights

Quelle: SNTV

Der 27-Jährige fühlt sich auf dem roten Belag wie zu Hause und erledigt darauf bei den großen Turnieren bekanntlich stets seine Hausaufgaben. Zweimal stand er im Finale von Paris, die Krönung wurde ihm jedoch von Halbgöttern wie Rafael Nadal und Novak Djokovic jeweils verwehrt.
Seine Statistik in Fünf-Satz-Matches fällt positiv aus (10:7), gepaart mit seinen Qualitäten wäre Ruud bei den French Open ein gefährlicher Gegner für Sinner. Da stören auch die fünf Niederlagen in fünf Spielen im direkten Vergleich nicht.

5.) Rafael Jódar: Frischer Wind aus Spanien

Die vier zuvor genannten Namen sind von der ATP Tour längst nicht mehr wegzudenken - vielleicht braucht es gerade deshalb frischen Wind, um Sinner gefährlich zu werden.
Mit Rafael Jódar empfiehlt sich ein 19-jähriger Spanier für eine Überraschung in Paris. 15 Siege in 17 Spielen fuhr der Shootingstar in dieser Saison auf Sand ein, neben seinem Premierentitel in Marrakesch erreichte er auch das Halbfinale von Barcelona (ATP 500) und das Viertelfinale von Madrid (ATP 1000).
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Highlights: Sinner zieht Lokalmatador Jódar den Zahn

Quelle: SNTV

Jódar kennt auf dem roten Belag (noch) keine Leistungsschwankungen, seine Ergebnisse zeichnen das Bild eines Spielers, der nicht mehr versucht, sich einen Platz auf der Tour zu erkämpfen - sondern diesen wie selbstverständlich einnimmt.
Sein bisher einziges Aufeinandertreffen mit Sinner - im Viertelfinale von Madrid - verlor Jódar zwar in zwei Sätzen (2:6, 6:7), sein prominenter Widersacher musste jedoch deutlich mehr investieren als gegen so manch anderen Kontrahenten im Jahr 2026.
Hinter Sinner wird Jódar gewiss für den ein oder anderen Höhepunkt in Roland-Garros sorgen. Und wer weiß: Vielleicht kann er ihm sogar gefährlich werden.
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Er ist wieder da! Djokovic trainiert und scherzt mit Zverev in Paris

Quelle: SNTV


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