Novak Djokovic hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass seine Karriere irgendwann als größter Tennisspieler der Geschichte beenden will.
Tokio war auf dem Weg in den Tennis-Olymp eine wichtige Zwischenstation.
Der Serbe wollte mit seinem ersten Olympia-Titel die Chance auf den Golden Slam wahren und eine Lücke schließen. Im Unterschied zu seinen ewigen Rivalen Roger Federer, der 2008 im Doppel gewann, und Rafael Nadal, Einzel-Champion von 2008 und Doppel-Sieger von 2016, war er noch nicht Olympiasieger.
Olympia - Tennis
Saft komplett weg: Keine Medaille für Djokovic
31/07/2021 AM 08:55
Nach dieser Saison, so das Kalkül im Djokovic-Lager, sollte die Debatte um den sogenannten "GOAT", den größten Spieler aller Zeiten, beendet sein.

Schlägerwurf: Djokovic verliert die Nerven

Die Realität sieht erst einmal anders aus. Djokovic reist mit drei Niederlagen in Serie und einer Matchabsage im Mixed-Doppel aus Tokio ab.

Highlights: Djokovic kassiert im Spiel um Bronze die nächste Pleite

"Ich habe gestern und heute einfach nicht die Leistung gebracht. Das Niveau meines Spiels ist gesunken, auch wegen der geistigen und körperlichen Erschöpfung", erklärte die Nummer eins der Welt der Presse. "Die körperlichen Folgen werden hoffentlich kein Problem für mich bei den US Open darstellen. Aber das ist etwas, bei dem ich mir im Moment nicht sicher bin."
Schon während des mit 4:6, 7:6 (8:6), 3:6 verlorenen Spiels um Platz drei gegen Pablo Carreño Busta wurde mehr als deutlich, wie sehr ihn der Leistungsabfall ärgerte, ja wütend machte.
Zu Beginn des dritten Satzes feuerte der 34-Jährige den Schläger auf die - zum Glück - leeren Ränge. Wenige Minuten später drosch er mit dem Racket auf den Netzpfosten ein.

Ausraster deluxe: Djokovic schleudert Schläger auf die Tribüne

Der Djoker verlor sein Pokerface - und das Match.
Mehr noch: Die Chance, zumindest noch im Mixed-Doppel mit Nina Stojanovic die Bronzemedaille zu holen, schlug Djokovic aus. Eine Schulterverletzung, ließ der 20-fache Grand-Slam-Turniersieger wissen, zwinge ihn dazu.

Djokovic-Absage hart für Partnerin Stojanovic

Bitter vor allem für Stojanovic. Die 25-Jährige stand vor einer der größten Partien ihrer bisherigen Laufbahn. Die Nummer 49 der Doppel-Weltrangliste, die wie Djokovic aus Belgrad stammt, ließ in dieser Saison mit der Halbfinal-Teilnahme im Frauen-Doppel bei den Australian Open aufhorchen.

"In sich gefangen": Djokovic zerhackt seinen Schläger am Netzpfosten

Eine Olympia-Medaille kommt in diesem Jahr nicht mehr dazu.
"Ich bedauere es sehr, dass ich keine Medaille für mein Land gewonnen habe", gestand auch Djokovic, dem nun eine eingehende Analyse bevorsteht.

Fragen über Fragen: Findet Djokovic die Antworten?

Wie konnte es dazu kommen, dass er bei der Halbfinalpleite gegen Alexander Zverev nach einer 6:1, 3:2-Führung nur noch eines der folgenden elf Spiele gewann und ausschied? Wie lässt sich die geistige und körperliche Fitness wieder herstellen? Wie kann die Strategie aussehen, wenn es wieder zum Duell mit Zverev kommt?
Djokovic braucht schnelle Antworten, denn schon am 30. August beginnen in New York die US Open - und wieder geht es für den Superstar um Historisches. Als zweiter Spieler der Open Era nach Rod Laver im Jahr 1969 will der Weltranglistenerste den Grand Slam bei den Herren schaffen, also den Sieg bei allen vier Major-Wettbewerben innerhalb eines Jahres.

Monsterballwechsel! Djokovic und Carreño Busta schenken sich nichts

Ob die Chancen darauf mit der kraftraubenden Olympia-Teilnahme gesunken sind, wird sich zeigen. Aber Djokovic wäre nicht Djokovic, wenn er dem enttäuschenden Abschneiden in Tokio nicht noch etwas Positives abgewinnen würde.

Olympia? "Bereue ich überhaupt nicht"

"Ich bereue es überhaupt nicht, zu den Olympischen Spielen gekommen zu sein. Ich hatte einige herzzerreißende Niederlagen bei Olympischen Spielen und großen Turnieren. Und ich weiß, dass diese Niederlagen mich normalerweise stärker gemacht haben", betonte der Ausnahmespieler.
Wohlwissend, dass ihn auch der Grand Slam in der Debatte um den größten Spieler aller Zeiten weit nach vorne bringen würde ...
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