Simona Halep unter Doping-Schock - jetzt beginnt das härteste Match

Die positive Probe bei Simona Halep auf den verbotenen Wirkstoff Roxadustat beschert dem Tennissport den prominentesten Dopingfall der jüngeren Zeit. Ähnliche Dimensionen hatten in den vergangenen zehn Jahren nur die Dopinggaffären um Marin Cilic im Jahr 2013 und Maria Scharapowa 2016. Halep ist sich indes keiner Schuld bewusst und kündigte einen "Kampf für die Wahrheit an".

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Quelle: SNTV

Simona Halep bezeichnete den Dopingbefund, der auf eine Probe im Rahmen der US Open in diesem Jahr zurückgeht, als "größten Schock" ihres Lebens.
Die Rumänin gehört seit einem Jahrzehnt zu den prägenden Spielerinnen der Szene. 2013 gewann sie in Nürnberg den ersten Titel auf Tour-Niveau. Satte 24 Turniersiege sammelte Halep bis heute, darunter die Erfolge bei den und in Wimbledon 2019.
64 Wochen lang stand die Frau aus Constanta am Schwarzen Meer auf Platz eins der Weltrangliste. Konstanz, Power, Dominanz und Kampfgeist machten sie zu einer der Besten.
Nun wird die große Karriere von Halep von einem Dopingfall überschattet - was die 31-Jährige aber nicht hinnehmen will. "Heute beginnt das härteste Match meiner Karriere. Der Kampf um die Wahrheit", schrieb die Ausnahmespielerin auf Twitter, nur wenige Minuten nachdem die Meldung von der positiven US-Open-Probe die Runde machte.
"In extrem niedriger Menge" sei Roxadustat bei ihr nachgewiesen worden. Das Mittel wird häufig bei Nierenproblemen verabreicht und erhöht die Anzahl der roten Blutkörperchen. Das führt, ähnlich wie beim berüchtigten EPO, zu einer besseren Sauerstoffversorgung.

Halep: "Ich werde bis zum Ende dafür kämpfen ..."

Halep aber betont, nicht betrogen zu haben. "Ich werde bis zum Ende dafür kämpfen, zu beweisen, dass ich niemals wissentlich verbotene Substanzen eingenommen habe." Früher oder später komme die Wahrheit ans Licht. Wie die aussieht, wäre zum jetzigen Zeitpunkt reine Kaffeesatz-Leserei.
Die Fakten aber stehen: Sowohl in der A- als auch der B-Probe wurde Roxadustat nachgewiesen - und das findet sich auf der Liste der verbotenen Substanzen. Ob Halep das Mittel wissentlich oder unwissentlich zu sich genommen hat, einer Sperre wird sie nicht entgehen. Derzeit ist sie "vorläufig gesperrt".

Erinnerungen an Dopingfälle Scharapowa und Cilic

Wie lange die Zwangspause andauern wird, muss noch geklärt werden. Die Beispiele von Marin Cilic und Maria Scharapowa zeigen, dass dabei durchaus Spielraum besteht.
Der Kroate wurde 2013 beim ATP-Event in München positiv auf Nikethamid getestet, das eine Atem- und Kreislaufstimulation bewirkt. Cilic gab an, das Mittel unwissentlich eingenommen zu haben und kam letztlich mit einer durch den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) verkürzten Sperre von vier Monaten davon. In der Saison 2014 gewann Cilic dann die US Open.
Einen Riesenwirbel löste knapp drei Jahre später der Meldonium-Befund bei Maria Scharapowa aus.
Die Russin wurde im Rahmen der Australian Open positiv auf das Herz-Kreislauf-Mittel getestet, das erst kurz zuvor in die Liste der verbotenen Substanzen aufgenommen worden war. Eine Zweijahressperre durch die International Tennis Federation (ITF) reduzierte der CAS später auf 15 Monate.

Halep weist Betrugsgdanken weit von sich

Halep wird sich die beiden Fälle in den kommenden Tagen vermutlich genauer anschauen, auch wenn sie nicht direkt mit ihrem eigenen vergleichbar sind.
Wichtig sind der Weltranglistenneunten zwei Dinge. Zum einen sei ihr "der Gedanke, zu betrügen, während der gesamten Karriere nicht gekommen, denn das widerspricht allen Werten, mit denen ich erzogen wurde". Zum anderen gehe es ihr "nicht um Geld oder Titel", sondern um "die Liebe zu diesem Spiel, das ich seit 25 Jahren betreibe".
Wie lange sie das noch tun kann und darf, liegt nun aber nicht mehr in ihrer Hand.
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Halep nach Panikattacke exklusiv: "Es war schwer für mich zu atmen"

Quelle: Eurosport

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