Simona Halep exklusiv zu Dopingvorwürfen: Warten auf Gerichtsurteil "eine Tortur"

Vor etwa einem Jahr hat Simona Halep ihr bislang letztes Match auf der WTA Tour bestritten - seitdem ist ihre Welt nicht mehr dieselbe. Ein positiver Dopingtest handelte der Rumänin eine vorläufige Sperre ein, die endgültige Entscheidung über die sportliche Zukunft steht aus. Im Exklusiv-Interview mit Eurosport lässt Halep die vergangenen zwölf Monate revue passieren. Es sei eine "Tortur" gewesen.

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Quelle: Eurosport

Bei einem Test im Rahmen der US Open 2022 wurde bei Simona Halep der auf der Dopingliste stehende Wirkstoff Roxadustat nachgewiesen. Die zweimalige Grand-Slam-Turniersiegerin wehrte sich gegen die Anschuldigungen, beteuerte in einem emotionalen Statement ihre Unschuld.
Die vorläufige Sperre der 31-Jährigen durch die International Tennis Integrity Agency (ITIA) hält jedoch weiter an, ein Gericht in London verschob das Urteil auf unbestimmte Zeit. Dadurch wurde Halep aus dem Teilnehmerfeld der US Open gestrichen, auch aus den Top 1000 des WTA-Rankings ist die ehemalige Wimbledonsiegerin verschwunden.
"Ich hätte mir nie vorstellen können, dass mir so etwas in meiner Karriere passiert", erklärte Halep im exklusiven Interview mit Eurosport.
"Denn nur ich weiß, wie aufmerksam ich auf jedes Medikament und jedes Ergänzungsmittel geachtet habe. Sie wurden immer kontrolliert, immer überprüft und zertifiziert. Aber im Leben weiß man nie, was kommt."

Halep: "... dann war das ein Tiefschlag"

Trotz der aktuellen Umstände fühlt sich Halep nicht unter Druck. "Ich habe Tennis mein Leben gegeben", so Halep.
"Und ich bin stolz darauf, dass ich so eine schöne Karriere hatte, voller Erfolge und so sauber. Egal, was jetzt gerade passiert - ich bin ruhig, weil ich unschuldig bin. Und ich weiß, dass ich nichts absichtlich genommen habe", führte sie aus.
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Simona Halep

Fotocredit: Getty Images

Nichtsdestotrotz hinterließen die vergangenen Monate verständlicherweise Narben. "Das Warten war eine Tortur", unterstrich Halep. "Die stete Ungewissheit und die Tatsache, dass man nichts kontrollieren kann, dass man keine Macht hat, erschwert das Leben sehr."
Sie habe eine "Zeit voller Hoffnungen" durchlebt und gelernt, "Tennis anders zu sehen. Aber jedes Mal, wenn die Gerichtsanhörung verschoben wurde, dann war das ein Tiefschlag und ich wurde entmutigt. Es gab viele Höhen und Tiefen, aber ich habe sie ziemlich gut gemeistert."

Halep denkt nicht an Karriereende

Der Umstand, dass sie nach den US Open aus der Weltrangliste fällt und sich damit ihren Weg zurück auf die große Bühne mit ITF-Turnieren und Wildcards erarbeiten muss, nagt sehr an Halep.
"Die Tatsache, dass ich nicht mehr im Ranking sein werde, ist ein herber Rückschlag. 20 Jahre habe ich dafür gearbeitete, Jahr für Jahr ohne Pause - mit einem sehr hohen mentalen und emotionalen Verschleiß. Es wird schmerzvoll sein", so die French-Open-Siegerin von 2018. "Aber ich fürchte mich vor nichts."
An ein Karriereende abseits des Courts verschwendet Halep keinen Gedanken: "Ich will auf eine Art und Weise abtreten, die ich für richtig halte. Und so wird es auch sein."

Eurosport-Experte Becker fühlt mit Halep

Boris Becker hat sich im Eurosport-Podcast Das Gelbe vom Ball zur Causa Halep geäußert und mit der Rumänin gefühlt.
"Simona ist alt genug, um jede Entscheidung zu akzeptieren. Aber sie ist keine 25 mehr und jedes Jahr, das sie nicht spielen darf oder kann, ist ein verlorenes", so Becker.
"Irgendwann hat sie zu lange nicht mehr gespielt, dann braucht sie das Urteil gar nicht mehr, denn dann ist sie zu alt dafür", gab die Tennis-Legende zu bedenken.
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Becker blickt auf US-Open-Triumph: Der berühmteste Netzroller

Quelle: Eurosport

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