Konzentriert, konsequent, kaltschnäuzig: Angelique Kerber ist ins Achtelfinale der US Open marschiert und entwickelt sich bei ihrem 50. Grand-Slam-Turnier immer mehr zur Geheimfavoritin.

US Open
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14/09/2020 AM 02:00

Die 32 Jahre alte Kielerin setzte sich in der 3. Runde gegen die zwölf Jahre jüngere, ungesetzte US-Amerikanerin Ann Li sicher mit 6:3, 6:4 durch und bleibt weiter ohne Satzverlust. Nach 1:16 Stunden Spielzeit nutzte die deutsche Nummer eins ihren ersten Matchball.

Im Achtelfinale trifft Kerber (Nr. 17) auf Jennifer Brady (USA/Nr. 28), die die Pliskova-Bezwingerin Caroline Garcia 6:3, 6:3 besiegte.

Highlights | Weiter ohne Satzverlust: Kerber cleverer als Li

Angelique Kerber schlägt stark auf

"Es war ein schweres Match, sie hat sehr gut gespielt", sagte Kerber. "Sie trifft die Vorhand sehr schnell und sehr kontrolliert. Ich habe versucht, mich auf meinen Aufschlag zu konzentrieren, mich an meinen Matchplan zu halten und meine Chancen zu nutzen."

Während Li nur eine von sechs Breakchancen nutzen konnte, verwirklichte Kerber vier von zehn.

Die Deutsche brachte zudem starke 85 Prozent ihrer ersten Aufschläge ins Feld und musste insgesamt nur elfmal über den zweiten Aufschlag gehen.

Kerber rückt in Favoritenkreis auf

Es sei wichtig gewesen "fokussiert zu bleiben, gerade im zweiten Satz, in dem es hoch und runter ging". New York sei "immer ein spezieller Ort für mich", ergänzte die Siegerin von 2016, der 2014, 2015, 2017, 2018 und 2019 der Sprung ins Achtelfinale verwehrt geblieben war.

"Für die nächsten zwei, drei Runden hat es sich sehr geöffnet", sagte Barbara Rittner, Head of Women's Tennis im Deutschen Tennis Bund (DTB), schon vor dem Start der Partie bei Eurosport zu den Aussichten von Kerber im weiteren Turnierverlauf.

"So rutscht sie für mich in den Kreis der Mitfavoritinnen", sagte Rittner nachdem Kerber ihren ersten Matchball verwandelt hatte.

Rittner von Kerber begeistert: Noch nie so oft das "Komm' jetzt" gehört

Kerber spielt locker und befreit auf

Li, Weltranglisten-128., hatte in der zweiten Runde überraschend ihre an Nummer 13 gesetzte Landsfrau Alison Riske geschlagen.

Da auch Topfavoritin Karolina Pliskova (Tschechien/Nr. 1) früh die Koffer packen musste, sind Kerbers Aussichten in der oberen Hälfte des Tableaus nun glänzend.

Vor allem, weil Kerber griffig wirkt bei ihren ersten Auftritten seit den Australian Open. Sie ist fit, angriffslustig. Auch wenn die Turniersiegerin von 2016 in der Öffentlichkeit stets betont: "Ich schaue nicht zu weit nach vorne."

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Kerber hält clever dagegen

Gegen Li legte Kerber, die in den Runden zuvor Alja Tomljanovic (Australien) und Anna-Lena Friedsam (Neuwied) ausgeschaltet hatte, enorm fokussiert los. Sie verwickelte die Amerikanerin in lange Ballwechsel und schaffte zum Auftakt sofort das Break.

Die Rollen waren dann klar verteilt: Li machte enormen Druck von der Grundlinie und ging auf Winner. Kerber hielt mit ihrer starken Physis dagegen und machte deutlich weniger Fehler (14 zu 28 unforced errors). Beim Stand von 3:2 wehrte sie Breakbälle gegen sich ab und wischte sich danach bei rund 30 Grad im Schatten erstmal den Schweiß von der Stirn.

Nach 34 Minuten gelang ihr mit einem zweiten Break der Gewinn des ersten Satzes.

Kerber ruft immer wieder "Komm jetzt"

Li war noch lange nicht besiegt. Die hochtalentierte Nachwuchsathletin griff bei jeder Gelegenheit kompromisslos an, Kerber musste höchst wachsam bleiben. Die Körpersprache stimmte. Den Spielgewinn zum 2:1 feierte Kerber mit einem lauten "Komm jetzt" und nahm der Außenseiterin anschließend den Aufschlag ab.

Trainer Torben Beltz klatschte auf der Tribüne hochzufrieden Beifall.

Kerber schien das Geschehen nun zu kontrollieren, ließ sich dann aber doch breaken und Li witterte noch einmal ihre Chance. Kerber blieb ruhig, spielte ihre Erfahrung aus und kann in New York weiter für Furore sorgen.

Das Gelbe vom Ball - der Eurosport Tennis-Podcast:

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(mit SID)

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