Es ist eine Frage der Reife, da ist sich Eurosport-Experte Mats Wilander sicher - und genau da liege das Problem für Alexander Zverev.

Der 23-Jährige ist der jüngste Spieler im Kreis der vier Halbfinalisten. "Es würde mich mehr überraschen, wenn Zverev die Partie gewinnt und nicht Carreño Busta", betont der Schwede, der die US Open 1988 gewann. Das liege vor allem an taktischen Faktoren. "Wenn man aus taktischer Sicht nicht reif ist, dann wird man Pablo nicht schlagen können."

US Open
Zverev schwer in der Kritik: Der Konter aber hat es in sich
11/09/2020 AM 02:10

Zverev-Carreño Busta ab 22:00 Uhr LIVE im TV und Eurosport Player

Dieses Manko wirke sich fatalerweise auf Zverevs schärfste Waffe aus: den Aufschlag. Das sei bereits im Viertelfinale gegen Borna Coric deutlich geworden, als der Hamburger beim Service zwischenzeitlich Schwierigkeiten hatte und sich die Zahl freier Punkte damit massiv verringerte.

Carreño Busta: Unterschätzt und brandgefährlich

"Der Aufschlag aber ist der Schlüssel bei ihm. Sascha muss auch unglaublich gut servieren, um dieses Spiel zu gewinnen", unterstreicht Wilander. Er befürchte aber, dass der Hamburger gegen Carreño Busta permanent damit beschäftigt sein werde, seinen Aufschlag irgendwie zu halten. "Aber wenn der Ball erst einmal im Spiel ist, sehe ich Vorteile für den Spanier", so der 56-Jährige.

Fluch und Segen: Warum Zverevs schärfste Waffe ein Risiko ist

Eine durchaus überraschende Erkenntnis, wenn die Nummer sieben der Welt auf die Nummer 27 trifft - zumal Zverev in der Saison 2018 bewiesen hat, dass er Carreño Busta auf Hartplatz in Schach halten kann. Damals setzte sich Zverev im Halbfinale des Masters von Miami 7:6 (7:4), 6:2 durch. Es ist das bislang einzige Duell der beiden Halbfinal-Kontrahenten.

Deutschlands Tennis-Ikone Boris Becker macht indes einen weiteren Umstand aus, der Carreño Busta in die Karten spielen könnte. "Pablo ist ein Spieler, der unterschätzt wird", sagt der Eurosport-Experte. Diesen Fehler wird Zverev zwar kaum machen, dennoch weiß er ganz genau, dass er in der öffentlichen Wahrnehmung als Favorit gesehen und der Finaleinzug erwartet wird.

Faktor Ferrer spricht für Zverev

Was die Sache erschwert: "Carreño Busta ist einer der wenigen Spanier, die sich auf Hartplatz wohlfühlen und er stand bereits im Halbfinale der US Open", erinnert Becker. "Er ist ein harter Kämpfer und er hat alles, was er braucht - manchmal vielleicht nicht genug Kraft, aber das liegt an seiner Technik."

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Immerhin hat Zverev mit David Ferrer den wohl perfekten Coach, um das Spiel von Carreño Busta zu entschlüsseln und zu sabotieren. "Ich kenne ihn, seit er ein Kind war", erzählt Ferrer im Exklusiv-Interview mit Eurosport. Daher müsse sein Schützling "aggressiver spielen" als bisher, der Gegner befinde sich nämlich "auf einem großartigen Level".

Zverev wird zeigen müssen, wie reif er tatsächlich ist ...

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