Nick Kyrgios und sein US-Open-Dilemma - plötzlich bricht das Drehbuch ab

Nick Kyrgios war bei den US Open angetreten, um den ersten Grand-Slam-Titel seiner Karriere einzufahren. Seit dem Viertelfinale gegen Karen Khachanov steht fest: Das Drehbuch sah ein anderes Ende vor. Überraschend offen sprach Kyrgios danach über seine Gefühlslage und machte auch keinen Hehl daraus, dass er die kommenden Wettbewerbe auf der Tour als "Zeitverschwendung" betrachtet.

Viertelfinale: Khachanov zeigt Kyrgios die Grenzen auf - Highlights

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Grauer Hoodie, die Baseball-Cap falsch herum auf dem Kopf - Nick Kyrgios erschien lässig wie immer auf der Pressekonferenz nach seinem Ausscheiden im Viertelfinale gegen Karen Khachanov.
Was der 27-Jährige aber mitzuteilen hatte, war alles andere als lässig.
"Es ist verheerend, herzzerreißend. Nicht nur für mich, sondern für alle, die wollten, dass ich gewinne", sagte Kyrgios. "Ich fühle mich beschissen und habe das Gefühl, so viele Menschen enttäuscht zu haben."
Den Kopf hielt der Australier fast während der gesamten Pressekonferenz gesenkt.
Keine Frage: Die Niederlage gegen Khachanov hat den Mann aus Down Under hart getroffen.
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Kyrgios gescheitert - die Analyse zum Viertelfinal-Thriller

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Kyrgios lobt Khachanov: "Ein Kämpfer"

Verständlich, betrachtet man die Ausgangslage. Kyrgios ist seit Monaten in der besten Form seiner Karriere. Kein Spieler gewann seit dem Ende der French Open mehr Matches als der 27-Jährige. Bei der Endspielniederlage in Wimbledon gewann er gegen Novak Djokovic den ersten Satz und war schon sehr nah dran am großen Traum vom ersten Grand-Slam-Titel, bei den US Open wollte er nun "den ganzen Weg gehen".
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Tiebreak-Gala à la Kyrgios - da kann Khachanov nur staunen

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Das hat nicht geklappt, weil im Viertelfinale ein Gegner auf der anderen Seite stand, der fokussiert seinen Job machte und ein konstantes Level hielt.
"Anerkennung für Karen, er ist ein Kämpfer und der beste Aufschläger, dem ich im Verlauf des Turniers gegenüberstand. Bei den Big Point hat er einfach gut gespielt", lobte Kyrgios den 26-Jährigen.

Kyrgios: Sieg gegen Medvedev überstrahlt alles

Er selbst hatte in den ersten vier Runden von Flushing Meadows sportlich vollauf überzeugt und einen beeindruckenden Lauf gestartet.
Ein klarer Erfolg in einem seiner "unangenehmsten Matches" gegen Kumpel Thanasi Kokkinakis, Pflichtsiege gegen Benjamin Bonzi und J.J. Wolf - und dann der Paukenschlag im Achtelfinale: Kyrgios nahm Titelverteidiger Daniil Medvedev in fünf Sätzen raus.
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Brutale Vorhand-Fackel - Kyrgios reißt Fans von den Sitzen

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Eine der besten Partien, die der Weltranglisten-25. je auf der Grand-Slam-Bühne gezeigt hat.
Auch wenn Kyrgios sich das Leben mit allerlei Unsportlichkeiten und Ausrastern selbst schwer machte - der Weg schien geebnet.

Das Kyrgios-Drehbuch bricht plötzlich ab

Tennisgenie, Faxenmacher, Bad Boy - und endlich auch Grand-Slam-Champion? Nein. Das Hollywood-Drehbuch brach vor dem Schlusskapitel ab.
Es ehrt Kyrgios, dass er nach der Niederlage keine körperlichen Ausreden bemühte und stattdessen betonte, sich bis zum fünften Satz "physisch großartig" gefühlt zu haben. Nur mental sei er am Ende "zerstört" gewesen.
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US Open : Press Conference Nick Kyrgios

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Es wird wohl eine Weile dauern, bis der amtierende Australian-Open-Champion im Doppel wieder neue Motivation findet. "Ich denke, so ziemlich jedes andere Turnier im Jahr ist Zeitverschwendung. Bei einem Grand Slam tritt man einfach an. So bleibt man im Gedächtnis", erklärte Kyrgios.

Kyrgios: Nur Grand-Slam-Turniere sind von Bedeutung

Die Leute würden sich letztlich nur daran erinnern, ob man bei einem der vier Grand-Slam-Events gewonnen oder verloren habe.
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US Open : Nick Kyrgios very angry after his defeat against Khachanov 4x5 EU

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Er könne sich zwar vorstellen, im Oktober etwa in Tokio zu spielen, aber: "Diese vier Turniere sind die einzigen, die jemals von Bedeutung sein werden." Nun beginne alles wieder bei null und er müsse "bis zu den Australian Open warten".
Es ist Kyrgios zu wünschen, dass er diese Wartezeit nutzt, um die letzten kleinen Defizite abzustellen, die noch zwischen ihm und dem ersten Grand-Slam-Titel stehen.
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Keinen Moment der US Open verpassen: So funktioniert discovery+

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