Boris Becker exklusiv zu Alexander Zverev: "Kein Klassenunterschied mehr zu Carlos Alcaraz"
Alexander Zverev schlägt ab kommender Woche bei den US Open auf, dem Turnier, bei dem er bislang am nächsten an einem Grand-Slam-Titel dran war. Obwohl der Olympiasieger sich in dieser Saison mitunter schwertat, sind die Aussichten exzellent. "Er hat seine Hartplatzform gefunden und wird von der absoluten Weltspitze wieder ernst genommen", sagt Boris Becker im Eurosport-Podcast Das Gelbe vom Ball.
Becker exklusiv zu Zverev: "Jetzt geht es ans Eingemachte"
Quelle: Eurosport
Die Aktien von Alexander Zverev steigen.
Ablesen lässt sich das an den beiden wichtigsten Barometern des Tennissports: der ATP-Weltrangliste und dem Singles Race.
In ersterem hat der 26-Jährige seinen Sinkflug beendet und ist nach zwischenzeitlichem Absturz auf Rang 27 zurück auf dem zwölften Platz, mit dem er vor etwa acht Monaten in die Saison startete. Im Race, das nur Ergebnisse des Kalenderjahres berücksichtigt, ist Zverev sogar die Nummer acht der Welt.
"Der Knoten ist in Paris geplatzt. Auf Rasen war es okay, dann hat er Hamburg gewonnen", erläutert Tennis-Legende Boris Becker im Podcast Das Gelbe vom Ball mit Eurosport-Moderator Matthias Stach.
Die neue Podcast-Folge mit Becker jetzt hören:
Tatsächlich fand Zverev mit dem Halbfinale bei den French Open, dem Drittrundeneinzug auf dem eher ungeliebten Rasen in Wimbledon und dem Turniersieg auf dem heimischen Hartplatz von Hamburg wieder Zugang zur Spitze seines Sports.
Becker exklusiv: "Zverev hat Hausaufgaben gemacht"
Zverev, lobt Becker, habe seine "Hausaufgaben gemacht". Mit nun 58 Saison-Partien verfüge der Olympiasieger zudem über die nötige "Matchfitness und das Selbstvertrauen", um an die Leistungen vor der schlimmen Knöchelverletzung im Juni 2022 anzuknüpfen, als er ins Endspiel der US Open (2020) einzog, zweimal die ATP Finals gewann (2018, 2021) und bis auf Platz zwei des ATP-Rankings (2022) kletterte.
Bei der Generalprobe für die US Open stieß Zverev beim Masters von Cincinnati ins Halbfinale vor, wo er nur knapp 6:7 (5:7), 5:7 am späteren Champion Novak Djokovic scheiterte. Eine Niederlage, aus der sich laut Becker viel Positives ziehen lasse.
"Sascha war fast pari mit Novak", findet der sechsmalige Grand-Slam-Turniersieger. Der Unterschied zum Weltranglistenzweiten aus Serbien sei nicht mehr allzu groß. Die Frage sei nun, ob es Zverev gelinge, "seine Hartplatzform nach New York zu bringen".
Die Verletzung aus dem Vorjahr habe er endgültig abgehakt, das zeige die Art und Weise, wie Zverev sich auf dem Platz bewege und auf Hartplatz in die Ecken rutsche. "Er hat die lange Pause ad acta gelegt und wird inzwischen fast von Woche zu Woche besser", beobachtet Becker. So gut, dass auch der Leistungsabstand zu Branchenprimus Carlos Alcaraz merklich geringer geworden sei.
Becker: "Kein Klassenunterschied" mehr zu Alcaraz
Noch im Mai setzte es im Achtelfinale von Madrid eine schmerzhafte 1:6, 2:6-Niederlage für Deutschlands Nummer eins. "Ich bin noch weit davon entfernt, gegen ihn zu gewinnen, das hat man heute gesehen. Er macht alles besser als ich momentan", ging Zverev damals hart mit sich ins Gericht.
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Becker blickt auf US-Open-Triumph: Der berühmteste Netzroller
Quelle: Eurosport
Immerhin: Durch die positive Entwicklung der jüngeren Vergangenheit bestehe "kein Klassenunterschied" mehr zwischen Zverev und dem spanischen Senkrechtstarter, stellt Becker klar. "In Madrid war das noch so, das ist aber nicht mehr der Fall."
Zverevs achter Platz im Singles Race zeige, dass er bereits wieder zu den Besten gehöre. Und auch in der Weltrangliste sind die Perspektiven rosig, schließlich hat der Deutsche in der zweiten Saisonhälfte aufgrund seiner Verletzungspause im Vorjahr keine Punkte mehr zu verteidigen. Läuft es einigermaßen in Zverevs Sinne, gehört er sehr bald wieder zu den Top 10 im Ranking.
Bei den US Open gehe es nun aber "ans Eingemachte", sagt Becker: "Sascha greift jetzt wieder die Weltspitze an." Ist der Angriff von Erfolg gekrönt, könnte der Aktienkurs des Hamburgers dermaßen steigen, dass es in Flushing Meadows sogar zum ersten Grand-Slam-Titel der Laufbahn reicht ...
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