US Open 2023 - Ruud, Rune, Tsitsipas: Djokovic profitiert von großem Favoritensterben in New York

Die ersten drei Tage der US Open 2023 haben zahlreiche prominente Opfer gefordert. Mit Holger Rune (4), Casper Ruud (5) und Stefanos Tsitsipas (7) mussten bereits drei Top-Ten-Spieler in der Herren-Konkurrenz die Segel streichen. Profitieren dürfte davon vor allem ein Mann: Novak Djokovic. In der Hälfte des Serben lichtet sich das Feld, während Carlos Alcaraz ein steiniger Weg droht.

Casper Ruud (l.) und Holger Rune (r.)

Fotocredit: Imago

Casper Ruud, Stefanos Tsitsipas, Holger Rune, Félix Auger-Aliassime und Lorenzo Musetti.
Was sich liest wie ein qualitativ stark besetztes Viertelfinal-Feld eines Masters-Turniers, ist in Wirklichkeit ein Teil der Liste der prominenten Opfer in den ersten beiden Runden der US Open.
Rune (an Position 4 gesetzt), Auger-Aliassime (15) und Musetti (18) scheiterten bereits an ihrer Auftakthürde, die noch höher einzuschätzenden Ruud (5), der im Vorjahr sogar das Finale in Flushing Meadows erreicht hatte, und Tsitsipas (7) schlossen sich am Mittwoch an.
Zur Einordnung: Ganz so überraschend wie auf dem Papier kamen die Niederlagen der Top-20-Spieler nicht.

Auger-Aliassime, Tsitsipas, Ruud: Probleme bei den Stars

Auger-Aliassime steckt bereits seit Monaten im Formtief, kam auch in Paris und Wimbledon nicht über die erste Runde hinaus. Tsitsipas kämpft derweil mit einer rätselhaften New-York-Schwäche und setzte schon die Vorbereitung auf das letzte Major des Jahres in den Sand.
Und Ruud, der vor weniger als drei Monaten noch im Finale der French Open gestanden hatte, tut sich 2023 vor allem gegen Spieler außerhalb der Top 50 schwer. Die 4:6, 7:5, 2:6, 6:0, 2:6-Niederlage gegen den Chinesen Zhang Zhizhen war bereits die neunte (!) gegen einen Gegner dieser Größenordnung im laufenden Kalenderjahr. Nur zwei Top-5-Spieler schnitten in dieser Kategorie jemals schlechter ab: Yevgeny Kafelnikov (11, 2000) und Nikolay Davydenko (10, 2007).
Dennoch dürfte ein Mann das Ausscheiden der vermeintlich dicken Fische wohlwollend vernommen haben.

Favoritensterben: Djokovic gegenüber Alcaraz im Vorteil

Ruud, Tsitsipas, Rune, Auger-Aliassime und Musetti haben nämlich noch eine Sache gemeinsam: Sie alle befanden sich in der Hälfte von Novak Djokovic.
Für den Mann aus Belgrad, der bei seiner Rückkehr nach New York seinen insgesamt 24. Grand-Slam-Titel jagt, lichtet sich langsam aber sicher das Feld.
Mit den US-Amerikanern Taylor Fritz (9), Frances Tiafoe (10) und Tommy Paul (14) verbleiben nur noch drei der 20 bestgesetzten Profis auf Djokovics potenziellem Weg ins Finale.
Carlos Alcaraz (1) droht in der oberen Turnierhälfte mit Stars wie Alexander Zverev (12), Jannik Sinner (6), Daniil Medvedev (3) und Andrey Rublev (8) ein deutlich steinigerer Weg. Dazu lauern Dark Horses wie Hubert Hurkacz, Matteo Berrettini und Andy Murray.

Djokovic sendet Kampfansage an die Konkurrenz

Spielt Djokovic so weiter wie bisher, erscheint es jedoch beinahe egal, wer ihm gegenübertritt. Der 36-Jährige präsentierte sich bei seinen ersten beiden Auftritten in beängstigender Frühform.
Der Franzose Alexandre Muller wurde mit einer "fast makellosen" Performance (Djokovic) 6:0, 6:2, 6:3 aus dem Weg geräumt. Bernabé Zapata Miralles erging es in Runde zwei beim 6:4, 6:1, 6:1 nicht viel besser.
"Ich glaube, ich kann noch besser spielen", sagte Djokovic, zeigte sich jedoch mit seiner Leistung und der wenigen Zeit, die er bisher auf dem Court verbringen musste (insgesamt nur 3:35 Stunden) sehr zufrieden: "Ich freue mich einfach, zurück in New York zu sein und vor Euch im Arthur Ashe Stadium spielen zu können. Das ist es, was mir auch mit 36 Jahren noch die Stärke und Motivation gibt."
Keine guten Nachrichten für die (verbliebene) Konkurrenz …
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