US Open 2025 - Ostapenko entschuldigt sich öffentlich für Townsend-Eklat:"Englisch ist nicht meine Muttersprache"

Nach dem hitzigen Wortgefecht während ihrer Zweitrundenniederlage bei den US Open gegen Taylor Townsend hat sich Jelena Ostapenko öffentlich entschuldigt. Die Lettin stand seit Mittwoch in der Kritik, nachdem sie ihre Gegnerin unmittelbar nach ihrer 5:7, 1:6-Niederlage verbal attackiert und dabei Formulierungen gewählt hatte, die international für Diskussionen sorgten.

Jelena Ostapenko im Streitgespräch mit Taylor Townsend

Fotocredit: Getty Images

"Ich möchte mich für einige Dinge entschuldigen, die ich während meines Zweitrundenmatches gesagt habe", schrieb die Lettin bei Instagram in ihrer Story: "Mir ist bewusst, dass die Worte, die ich benutzt habe, viele Leute über den Tenniscourt hinaus verletzt haben."
Stein des Anstoßes war ein Netzroller gewesen, nachdem sich Townsend nicht bei Ostapenko entschuldigt hatte. Beim Handshake nach dem Matchball wählte die Lettin dann drastische Worte, wie die US-Amerikanerin im Anschluss erzählte.
"Sie hat mir gesagt, dass ich keine Klasse und kein [gute] Erziehung [genossen] habe. Und dass ich abwarten solle, was passiert, wenn wir mal außerhalb der USA aufeinandertreffen. Darauf freue ich mich schon", sagte Townsend im Interview mit dem TV-Sender "ESPN" erregt: "Aber so ist das eben im Wettstreit. Manche Menschen werden sauer, wenn sie verlieren. Manche sagen üble Dinge."
Ostapenko hatte sich zunächst nicht für ihre Aussagen entschuldigt. "Meine Gegnerin hat sich sehr respektlos verhalten, als sie bei einem Netzroller in einer sehr entscheidenden Phase nicht 'Sorry' gesagt hat", erklärte Ostapenko rechtfertigend bei Instagram: "Das habe ich ihr mitgeteilt, und sie meinte, sie müsse sich für nichts entschuldigen."

Rassismus-Vorwürfe gegen Ostapenko

Zudem habe sich Townsend beim Aufwärmen nicht an die Regeln gehalten, weil sie gleich zu Beginn zu Volleys übergegangen sei. Townsend habe diese Respektlosigkeiten vor ihrem Heim-Publikum gezielt eingesetzt. "Ich komme leider aus einem kleinen Land, da fehlt mir diese Unterstützung", schrieb Ostapenko.
Weil Townsend als Person of Color Teil einer Minderheit in einem überwiegend weißen Sport ist, werteten viele Beobachter die Aussagen der 27-Jährigen als rassistisch. Unter anderem meldeten sich Tennisstars wie Coco Gauff und Naomi Osaka zu Wort, die sich demonstrativ hinter Townsend stellten.
Osaka bezeichnete die kolportierten Worte als "eine der schlimmsten Sachen, die man zu einer schwarzen Tennisspielerin in einem überwiegend weißen Sport sagen kann".

Ostapenko wehrt sich

"Wenn man mich ehrlich fragt, ist das nicht das Verrückteste, was Ostapenko je gesagt hat. Aber es war das denkbar schlechteste Timing und die denkbar falsche Gegnerin", sagte die viermalige Grand-Slam-Siegerin und betonte den Ernst der Lage: "Es war einfach schrecklich. So etwas sagt man nicht."
Das wiederum wollte die Lettin nicht auf sich sitzen lassen. Sie schrieb in einem später gelöschten Instagram-Beitrag: "Wow, ich habe so viele Nachrichten erhalten, dass ich eine Rassistin sei. Ich war in meinem ganzen Leben noch nicht rassistisch und respektiere alle Nationen der Welt."
Townsend selbst betonte allerdings, sie habe Ostapenkos Worte nicht zwingend als rassistisch verstanden, wies aber auf die gesellschaftliche Dimension hin: "In unserer Community gibt es das Stigma, wir seien ungebildet - dabei entspricht das nicht der Wahrheit."

Ostapenko: "Englisch ist nicht meine Muttersprache"

Gleichzeitig hob sie hervor, wie wichtig es ihr sei, ihre Stimme zu erheben: "Gerade für People of Color gibt es oft die Erwartungshaltung, wir sollen schweigen. Für mich ist es entscheidend, in solchen Momenten klar Stellung zu beziehen - nicht nur für mich, sondern für meine Kultur."
In ihrer Entschuldigung am Samstag erklärte Ostapenko nun, sie habe sich unglücklich ausgedrückt: "Englisch ist nicht meine Muttersprache. Als ich von Bildung sprach, meinte ich allein die Etikette im Tennis. Mir ist bewusst, dass meine Worte viele Menschen verletzt haben könnten, weit über den Sport hinaus."
Jelena Ostapenko entschuldigt sich öffentlich bei Instagram // Screenshot: instagram.com/jelena.ostapenko

Jelena Ostapenko entschuldigt sich öffentlich bei Instagram // Screenshot: instagram.com/jelena.ostapenko

Fotocredit: Instagram

Sie bedankte sich für die Unterstützung und kündigte an, an sich arbeiten zu wollen. Taylor Townsend nannte sie allerdings nicht beim Namen.
Sportlich läuft es für Townsend derzeit erfolgreich. Am Freitag bezwang sie die an Nummer fünf gesetzte Mirra Andreeva und zog erstmals seit 2019 wieder ins Achtelfinale der US Open ein. Zahlreiche Kolleginnen und Freunde hätten ihr seither ihre Unterstützung ausgesprochen, sagte die 28-Jährige.

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