Wimbledon: Daniil Medvedev scheitert in 1. Runde - Russe stürzt in Weltrangliste ab und klammert sich an Strohhalm
Update 01/07/2025 um 12:30 GMT+2 Uhr
Daniil Medvedev ist in Wimbledon krachend in der 1. Runde gescheitert. Der US-Open-Sieger von 2021 zog gegen den französischen Außenseiter Benjamin Bonzi den Kürzeren (6:7, 6:3, 6:7, 2:6) und kassierte damit den nächsten Nackenschlag auf der großen Bühne. Der Negativstrudel wird immer größer, der Absturz in der Weltrangliste ist fix - doch Medvedev klammert sich derweil an einen Strohhalm.
Daniil Medvedev ist in der 1. Runde von Wimbledon ausgeschieden
Fotocredit: Getty Images
Als Daniil Medvedev sich um seine erste Antwort bemühte, stand ihm zunächst Ratlosigkeit ins Gesicht geschrieben.
"Ich sehe nicht viel, was ich besser machen könnte", gestand der 29-Jährige in der knapp zehnminütigen Pressekonferenz nach seinem überraschenden Aus in der 1. Runde von Wimbledon gegen den Franzosen Benjamin Bonzi (6:7, 6:3, 6:7, 2:6).
Zum dritten Mal in Folge kassierte Medvedev auf der ganz großen Bühne einen empfindlichen Tiefschlag, nach den Australian Open (2. Runde) und French Open (1. Runde) war der Russe nun auch an der Church Road ein Schatten seiner selbst.
Seit nunmehr zwei Jahren wartet Medvedev auf einen Titel, in der Weltrangliste rutscht er nun auf mindestens Platz 14 ab - sein schlechtestes Ranking seit sechs Jahren ab. An einen Strohhalm klammert sich der US-Open-Sieger von 2021 aber noch.
Medvedev: "war sehr beunruhigt"
23 Siege und 13 Niederlagen. Es ist eine Saisonbilanz, die dem Namen Medvedev einfach nicht gerecht wird.
Die Pleite gegen Jaume Munar in Runde eins von Miami (2:6, 3:6), das deutliche Halbfinal-Aus beim ATP-250-Turnier in Marseille gegen Hamad Medjedovic (3:6, 2:6) - nur zwei Beispiele für das ungewohnte Tief der ehemaligen Nummer eins der Welt.
"Nach s'Hertogenbosch (7. bis 15. Juni; Anm.d.Red) war ich sehr beunruhigt. Es waren viele Niederlagen", räumte Medvedev ein. Doch er sieht die Welt nicht in Schwarz und Weiß, weshalb er die Rückschläge immer in einen Kontext zu setzen wusste.
In Madrid verlor er gegen den späteren Turniersieger Casper Ruud, in Rom war gegen Halbfinalist Musetti Endstation. Spiele, die man laut Medvedev verlieren darf. Und dann ist da ja noch sein Silberstreifen am Horizont.
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Daniil Medvedev, Wimbledon 2025
Fotocredit: Getty Images
Medvedev: "Wenn Halle nicht gewesen wäre ..."
Pünktlich zu Wimbledon, mochte man vor wenigen Tagen noch meinen, meldete sich Medvedev nämlich zurück.
Ende Juni schaltete er beim ATP-Turnier in Halle Lokalmatador Alexander Zverev im Halbfinale aus (7:6, 6:7, 6:4), erst im Finale fand er in Alexander Bublik, dem Bezwinger von Jannik Sinner, seinen Meister (6:3, 7:6).
Ein Turnierverlauf, aus dem Medvedev enorm viel Kraft tankt - und auf den er sich auf der Pressekonferenz immer wieder bezog.
"Für mich geht es nur um Selbstvertrauen. Wenn Halle nicht gewesen wäre, würde ich sagen: Etwas fehlt definitiv", hob er hervor. "Es geht wirklich nur um einige Matches, die ich sehr knapp verloren habe. Wenn ich solche Spiele gewinne, geht es im Ranking wieder aufwärts."
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Final-Highlights: Rasen-Zauberer Bublik knackt Medvedev
Quelle: Eurosport
Hitze-Rekord in Wimbledon: Für Medvedev keine Ausrede
Die Enttäuschung über die Niederlage gegen Bonzi sei zwar groß, in Ausreden verlieren wolle er sich aber nicht. Medvedev ist ein Mann der klaren Worte, ein Freund von ehrlichen Analysen.
Da spielen auch die Temperaturen von über 32 Grad Celsius, die in Wimbledon für einen Hitze-Rekord an Tag eins gesorgt haben, keine Rolle. "Ich werde nie sagen, dass er wegen der Hitze gewonnen hat", so Medvedev. "Wenn Sie ihn fragen, wird er sicher sagen, dass es ihm auch nicht gefallen hat."
Der Sturz aus der Elite der Welt kümmert Medvedev wenig - noch zumindest. "Ich finde, dass ich ziemlich schnell in die Top 10 zurückkehren kann. Gegen Ende des Jahres habe ich nicht viele Punkte zu verteidigen", meinte er. "Sollte ich das Jahr rund um 15 beenden ... dann wäre ich beunruhigt."
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