Wimbledon - Laura Siegemund begeistert trotz Viertelfinal-Niederlage: Was zur Sensation gegen Aryna Sabalenka fehlte
Laura Siegemund hat das letzte Kapitel ihres Wimbledon-Märchens geschrieben, nach dem Viertelfinale war die Geschichte auserzählt. Dabei war die 37-Jährige so nah dran, die Nummer eins der Welt zu stürzen. Am Ende, im dritten Satz, hätten ihr "fünf Prozent gefehlt, die ich einfach nicht hatte", wie Siegemund bei "Prime Video" einräumte. Dennoch könne sie stolz sein auf das Erreichte. Eigentlich.
Laura Siegemund kam in Wimbledon bis ins Viertelfinale
Fotocredit: Getty Images
Laura Siegemund hatte es in der Hand. Aufschlag im dritten Satz bei 4:3 und Breakvorsprung. Die Sensation war bereits in Sichtweite, das Halbfinale schien zum Greifen nahe.
Es kam bekanntlich anders. Mit den Glückwünschen, die Siegemund hernach für ihren heroischen Auftritt auf dem Centre Court bekam, auch von Aryna Sabalenka, tat sich die Schwäbin schwer.
Auf der einen Seite mache sie ihre Leistung und der Turnierverlauf "stolz", auf der anderen sei da dieses "Aber", diese nagende Gewissheit, beim 6:4, 2:6, 4:6 gegen Sabalenka so knapp dran gewesen zu sein am ersten Einzel-Halbfinale bei einem Grand-Slam-Wettbewerb.
Siegemund räumte ein, im dritten Satz nicht mehr "die Leichtigkeit, nicht mehr diese Explosivität" gehabt zu haben wie noch zuvor. "Das ist aber nichts Neues", so die Weltranglisten-104. Es hätten eben "fünf Prozent gefehlt" hinten raus, um die beste Spielerin der Welt zu schlagen.
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Laura Siegemund kam in Wimbledon bis ins Viertelfinale
Fotocredit: Getty Images
Was auch daran lag, dass die Belarussin sich im Verlauf der Begegnung steigerte, besser mit dem unangenehmen Rasenspiel ihrer Herausfordererin mit vielen Slices zurechtkam. "Hätte Aryna im dritten so gespielt wie im ersten Satz, hätte ich es wahrscheinlich gezogen", so Siegemund.
Siegemund: "Bin nach wie vor gefährlich"
Gezogen hat die Deutsche in den vergangenen eineinhalb Wochen eine Menge. Ohne Satzverlust rauschte sie ins Viertelfinale, obwohl die Gegnerinnen namhaft waren.
Der einstigen US-Open-Finalistin Leylah Fernandez (2. Runde) ließ Siegemund ebenso wenig eine Chance wie der amtierenden Australian-Open-Siegerin Madison Keys (3. Runde).
Sie nehme "aus dem Turnier mit, dass ich nach wie vor brandgefährlich bin. Nicht nur für große Namen", betonte die Schwäbin, die auf den Fildern unweit von Stuttgart aufwuchs. Tatsächlich überzeugte Siegemund sowohl als Außenseiterin als auch Favoritin, wie etwa im Achtelfinale gegen die argentinische Lucky Loserin Solana Sierra.
Siegemund trifft schwierige Entscheidungen
Clever managte Siegemund den Terminstress, der sich unerwartet im All England Club auftat. Die 37-Jährige hatte für Doppel, Mixed und Einzel gemeldet. Nachdem sich abgezeichnet hatte, dass im Einzel ein kleines Märchen entstand, ließ sie zuerst das Mixed, später das Doppel sausen.
"Ein sehr schwierige Entscheidung", blickte Siegemund zurück, aber: "Ich habe mir gesagt: 'Wenn ich morgen im dritten Satz bin und merke, ich habe nicht mehr diese Spritzigkeit, dann aber weiß, dass ich alles dafür gemacht habe, um maximal zu performen, bin ich fein damit, wenn ich verliere."
Siegemund: "Vielleicht mein Leben lang geärgert"
Wäre sie mehrgleisig gefahren und trotzdem gegen Sabalenka in den dritten Satz gekommen, hätte sie sich "vielleicht mein Leben lang geärgert", erläuterte die Viertelfinalistin.
So aber habe sie "alles dafür gegeben", befand Siegemund, die letztlich doch noch ein versöhnliches Fazit zog: "Wenn irgendwann mal Entspannung eingekehrt ist, werde ich richtig stolz darauf sein!"
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Quelle: Perform
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