"Ich war wirklich die ganze Zeit am Limit", sagte Lindemann in der "ARD": "Beim Laufen hat einfach die Kraft gefehlt. Ich bin losgelaufen, und da habe ich schon gemerkt, dass ich extrem viel beim Radfahren geben musste. Dann habe ich mich noch ins Ziel gerettet."
Die 33 Jahre alte Ex-Weltmeisterin Duffy setzte sich nach 1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen in 1:55:36 Stunden souverän vor der Britin Georgia Taylor-Brown (+1:14 Minuten) und Katie Zaferes (USA/+1:26) durch.

Heldenstatus auf Bermuda

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Für das nur 64.000 Einwohner zählende britische Überseegebiet Bermuda war es der erste Olympiasieg und die erst zweite Medaille überhaupt nach Bronze für den Boxer Clarence Hill 1976 in Montreal. "Das ist so viel größer, als ich es bin", sagte die Volksheldin überwältigt, "das ist so ein cooler Moment."
Premierminister David Burt schickte prompt staatstragend Glückwünsche um die Welt. "Worte können dieser unglaublichen Leistung dieser unglaublichen Athletin kaum gerecht werden", sagte er: "Ganz Bermuda platzt vor Stolz und Bewunderung für diesen bescheidenen Champion." Ganz Bermuda - und damit auch Boxer Hill, der auf dem Olymp der Nation zur Seite treten muss.
Nun verneigte er sich tief vor Duffy. "All die Jahre habe ich daran geglaubt. Auch wenn es lange gedauert hat, hatte ich immer das Gefühl in meinem Herzen, und sie hat es bestätigt", sagte Hill der Inselzeitung "Royal Gazette".
Duffy selbst dachte derweil an das Auf und Ab ihrer Karriere, an die Zweifel und Sorgen. 2008 hatte sie den Triathlon bei den Spielen in Peking abgebrochen und frustriert alles hingeschmissen. Erst arbeitete sie als Verkäuferin, dann beendete sie ihr Soziologie-Studium und nahm ihren Sport wieder auf. Große Erfolge (WM-Titel 2016 und 2017) und schwere Verletzungen wechselten sich ab.
"Es gab viele Tränen, viel Herzschmerz", erzählte Duffy in Tokio. Sie dachte oft: "Werde ich jemals wieder gesund, werde ich jemals wieder vorne dabei sein?" Sie kam zurück und triumphierte auch für ihr Land. Das muss sich jetzt etwas einfallen lassen. Den Orden "Officer of the Order of the British Empire" für ihre Verdienste um den Sport in Bermuda trägt sie schon. Bekommen hat sie ihn von Prinz Charles im Buckingham Palace in London.

Anspruchsvolles Rennen

Lindemann hatte im Ziel 2:48 Minuten Rückstand. Dennoch war es der beste Platz einer deutschen Triathletin in einem olympischen Rennen. Anja Dittmer (2004) und Anne Haug (2012) hatten jeweils Platz elf belegt. Die zweite deutsche Starterin Anabel Knoll (Ingolstadt) lief auf Platz 31 (+9:09) ein.

Duffy holt Gold im Triathlon - Lindemann starke Achte

Das Rennen begann wegen strömenden Regens mit 15 Minuten Verspätung, die Bedingungen waren vor allem auf der nassen Radstrecke höchst anspruchsvoll. Lindemann lieferte ein starkes Schwimmen ab und stieg als Siebte auf das Rad. Dort setzte sich die Potsdamerin mit einer Spitzengruppe ab, die kurz vor dem Wechsel auf vier Athletinnen schrumpfte. Auf einem Medaillenrang ging Lindemann auf die abschließenden 10 km, dort reichte die Kraft nicht mehr.
Nicht am Start war die Ukrainerin Julia Jelistratowa. Bei der 33-Jährigen war nach Angaben der Internationalen Test-Agentur (ITA) bei einer Dopingprobe im Juni EPO nachgewiesen worden. Jelistratowa wurde vorläufig gesperrt.
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